Nicht nur die Pandemie hat deutlich gemacht, dass noch viel im Bereich Digitalisierung zu tun ist, auch die Lieferkettenschwierigkeiten sind eine große Herausforderung für den E-Commerce. Wie schaffen es Onlinehändler trotzdem eine zufriedenstellende Customer Centricity umzusetzen? Das e-commerce magazin im Gespräch mit Marketing-Managerin Verena Minke von Piazza blu.
(Quelle: Monster Ztudio-Adobe Stock)
Wie klappt es denn, ein gutes Kundenerlebnis hinzubekommen?
Verena Minke: Es ist eigentlich gar nicht so schwer. Omnichannel heißt das Zauberwort. Online-Händler sollten dafür sorgen, dass ihr Unternehmen über jegliche Kanäle erreichbar ist. Das steigert die Customer Experience und fördert die Kundenbindung.
Was sollten Online-Händler konkret dafür tun?
Je besser sie ihre Produkte beschreiben, desto zufriedener sind die Kunden und desto weniger Retouren gibt es. Ein klassisches Beispiel: Dieser Schuh fällt größer aus, bitte bestellen Sie ihn eine Nummer kleiner. Wenn Produktdaten zentral gepflegt werden und nicht jede Abteilung ihre eigene Excelliste nutzt, wird die Fehlerquote im Bestellprozess deutlich minimiert und zahlt so ebenfalls auf die Kundenzufriedenheit ein. Dabei muss es sich nicht unbedingt um die Ausführlichkeit der Produktdaten drehen, sondern es kann auch zu Frustration führen, wenn etwa in unterschiedlichen Kanälen/Medien unterschiedliche Infos veröffentlicht werden. Woher soll der Kunde wissen was denn nun die richtige Info ist?
Implementierung einer PIM-Lösung – Möglichkeiten und Kriterien
Wann brauchen Online-Händler ein PIM (Product Information Management)?
Um Produktdaten strukturiert zu pflegen, eignet sich in vielen Fällen die Implementierung eines PIM-Systems. Doch natürlich gibt es ein paar Kriterien, um herauszufinden, ob sich der Einsatz für den eigenen Onlineshop lohnt. Die Unternehmensgröße ist nur eines der möglichen Kriterien. Weitere Punkte sind unter anderem die Anzahl der verkaufsfähigen Produkte, die Vielfalt der Produktvarianten wie Größen, Farben, Marken etc., Internationalisierung, gegliedert nach Ländern, Regionen, Sprachen oder wie viele Ausgabekanäle es gibt. Das umfasst Printerzeugnisse, Shop, App, Vertrieb, Point of Sales im Ladengeschäft, Marktplätze etc..
Und dann muss natürlich auch alles mobil verfügbar sein?
Mobile First ist ja eigentlich nichts Neues, muss aber dennoch immer wieder betont werden. Es wird mehr und mehr über Smartphones bestellt, so dass responsive Designs besonders wichtig sind. Wer war beim Onlineshopping nicht schon genervt von Seiten, die eben nicht für die mobile Ansicht optimiert waren und hat dann nach einer Weile frustriert aufgegeben? Hier ist es außerdem ratsam darüber nachzudenken, ob sich für den Online-Händler gegebenenfalls eine eigene Mobile Shopping App eignet, die den Kunden einen Mehrwert bietet und somit die Konkurrenz in den Schatten stellt. Die Bandbreite an Möglichkeiten ist hier sehr hoch und sie sollten im Vorfeld erörtern, welche Services von ihren Kunden gewünscht werden wie etwa Push Benachrichtigungen, besondere Rabatte/Aktionen, bestimmte Bezahlmethoden etc..
Conversational und Social Commerce für ein erfolgreiches Kundenerlebnis
Stichwort Push-Benachrichtigung – wie lässt sich Conversational Commerce erfolgbringend nutzen?
Schnell mal über einen Messenger Freunde oder Familie kontaktieren gehört mittlerweile zum Standard und das bei einer großen Altersspanne. Warum sich dies also nicht auch als Unternehmen zu Nutze machen? Viele Kunden haben keine Zeit oder keine Lust zu telefonieren und dann schlimmstenfalls in Warteschleifen festzuhängen. Rückfragen zu einem Produkt, das man vielleicht kaufen möchte? Reklamationen? Servicefragen? Durch Text-/Sprachnachrichten, Bilder und Videos lässt sich die Kommunikation mit dem Kunden über WhatsApp perfekt abbilden und schnell auf Rückfragen reagieren.
Lohnt sich dann nicht gleich auf Social Commerce zu setzen?
Klar, das gehört natürlich ebenfalls zu einem erfolgreichen Kundenerlebnis dazu. Nutzer verbringen weltweit durchschnittlich fast 150 Minuten am Tag auf diversen Social-Media-Kanälen. Deshalb ist es auch enorm wichtig, als Händler hier vertreten zu sein. Social Media ist längst kein Phänomen jüngerer Generationen mehr, auch immer mehr ältere Menschen sind aktiv in sozialen Netzwerken unterwegs und reagieren auf Markeninhalte. Durch Nachrichten, Reaktionen und Kommentare können potenzielle Kunden direkt mit Online-Händlern interagieren. Je mehr Informationen die Nutzer erhalten und je häufiger sie auf verschiedenen Wegen mit den Produkten in Berührung kommen, desto wahrscheinlich ist es, dass sie am Ende auch die Produkte kaufen. Wichtig dabei ist, dass die Händler den Kunden relevante Inhalte bieten.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
„Es gibt für jede Lösung die passenden Umsetzungsmöglichkeiten"
Und wie lässt sich das alles einfach umsetzen?
Die Nutzung von Social Media sowie Ads und ein mobiloptimierter Shop sollten natürlich Standard in jedem Unternehmen sein. Was aber die Implementierung eines PIM-Systems, die Entwicklung einer unternehmenseigenen Mobile Shopping App oder die Einrichtung von WhatsApp Commerce angeht, kommt es sehr darauf an, wie umfangreich das Projekt ist. Reichen Standardlösungen oder ist es besser gleich diverse Funktionen zu integrieren? Hier sei nur gesagt, dass man es mit den Gimmicks nicht zu sehr übertreiben sollte. Natürlich möchten sich die Online-Händler von ihren Wettbewerbern abheben, aber wenn dies zulasten von Geschwindigkeit oder Übersichtlichkeit geschieht, kann das natürlich nicht der Sinn der Sache sein.
Es gibt für jede Lösung die passenden Schnittstellen und Umsetzungsmöglichkeiten. Wichtig ist, dass alle Bereiche/Abteilungen auf die gleichen Daten zugreifen können müssen, um den Kunden ein bestmögliches Einkaufserlebnis und optimalen Service zu bieten.