Ob Consumer-to-Consumer-Plattform oder Google-Rezension: Die Meinung von Verbrauchern wird immer wichtiger. So stellt sich die Frage, wie Unternehmen darauf reagieren können. Besonderes Potenzial bergen moderne Visualisierungstools mittels VR und AR – sie erlauben Kunden ein neues Shopping-Erlebnis.
(Quelle: ipopba - Adobe Stock)
Es ist kein Geheimnis: Kunden überlegen in diesen Zeiten zweimal, wie und wo sie Geld ausgeben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass E-Commerce-Händler umso stärker in die Customer Experience investieren, um ein noch breiteres Publikum zu erreichen und die Kundenbindung zu fördern. In dieser dynamischen Welt sind E-Commerce-Unternehmen ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Innovative Ansätze bietet gerade der Bereich Visual Search: Im Online-Marketing haben insbesondere die Visualisierungstools und Technologien Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. So wird allein für 2023 mit über 110 Millionen Nutzern gerechnet.
Visualisierungstools VR und AR: Ungewohnt, aber vielversprechend
Virtual Reality bietet eine immersive Shopping-Erfahrung in einer künstlichen Welt – Stichwort Metaverse. Mit AR sehen die Nutzer eine digitale Erweiterung ihrer physischen Realität, wie es etwa bei „Pokémon Go“ der Fall war. Doch obwohl diese Technologien eine neue Ebene der Kundeninteraktion ermöglichen, ist ihre Akzeptanz im Vergleich zu gewissen Zahlungstechnologien, KI-gestützten Chatbots und der Sprachsuche noch eher gering. Woran das liegt? Vor allem an der Bequemlichkeit, der Vertrautheit und dem Vertrauen – entscheidende Faktoren für die erfolgreiche Einführung von Technologien in jeder Branche.
Denn mittels Fintech und digitaler Geldbörsen können Kunden ihre Budgets einfach verwalten und vertrauensvoll einkaufen, ohne bei jedem Online-Einkauf Zahlungsinformationen eingeben zu müssen. Chatbots und Sprachsuche liefern Antworten in Echtzeit, die speziell auf die Bedürfnisse und unmittelbaren Probleme des Einzelnen zugeschnitten sind.
Die Nutzung von Visualisierungstools wie VR und AR erfordert jedoch oft neue Hardware, den Download unbekannter Apps und das Einrichten neuer Konten vor der Nutzung – Schritte, die vielen Käufern noch nicht vertraut sind. Dennoch bieten VR- und AR-Technologien spannende Möglichkeiten für E-Commerce-Händler, die mehr Customer Centricity anstreben, um so auf überfüllten Online-Marktplätzen dauerhaft wettbewerbsfähig zu sein.
Wettbewerbsvorteil virtuelles Shoppen mit Visualisierungstools
Die Vorteile liegen auf der Hand: Diese Technologien bieten immersive Einkaufserlebnisse und geben Kunden so die Möglichkeit, Produkte vorab virtuell auszuprobieren und fundiertere Kaufentscheidungen zu treffen. Einzelhändler können hierfür interaktive Produktdisplays oder virtuelle Ausstellungsräume einrichten, in welchen Produkte noch vor der finalen Kaufentscheidung aus jedem Blickwinkel betrachtet werden können.
Diese Entscheidung beruht auf einem Dialog. Denn so wie Chatbots und Sprachsuche sind auch VR- und AR-Erlebnisse unmittelbar. Sie geben Käufern die Möglichkeit, mit Marken und Produkten zu einem Zeitpunkt und an einem Ort zu interagieren, der zu ihrer Buyer Journey passt – genau in dem Moment, in dem sie am ehesten einen Kauf tätigen. Ein Beispiel: Mit der App „Place“ von Ikea lässt sich mittels AR nachvollziehen, wie die Möbel in der eigenen Wohnung aussehen würden. Die Möglichkeit, Produkte vor dem Kauf auszuprobieren, verringert die Hemmschwelle der Käufer, respektive die Angst vor dem Unbekannten.
AR und VR als Teil der SEO-Strategie
Mit der zunehmenden Verbreitung von AR und VR ist es wahrscheinlich, dass sich das Verhalten der Verbraucher und deren Suchverhalten dahingehend ändern, dass sie aktiv nach Unternehmen suchen, die diese Technologien nutzen. Unternehmen, die ihre Inhalte und Websites entsprechend optimieren, können sich klug positionieren, indem sie die Vorzüge dieser Technologien auch für SEO-relevante Funktionen verwenden. Die dreidimensionalen Erlebnisse von VR und AR werden durch riesige Datenmengen unterstützt, einschließlich Produktbeschreibungen und Nutzerbewertungen. Das können Unternehmen sich zunutze machen, um die Platzierung in den Suchmaschinentreffern zu verbessern. Ebenso können VR- und AR-Funktionen das Nutzererlebnis verbessern, indem sie die Verweildauer maximieren, die Bounce Rate minimieren und die Kundenzufriedenheit verbessern.
Tipps für den idealen Einsatz von AR und VR
AR eignet sich besonders für mobile Nutzer, da die Hürden für die Nutzung geringer sind als bei VR, welches spezielles Equipment erfordert. Das bedeutet, dass Unternehmen mit einem Mobile-First-Ansatz im E-Commerce sowie bei Apps und Webseiten, die schnell laden und bereits für Mobilgeräte optimiert sind, leichter von AR-Erlebnissen profitieren.
Neue Dimension der Kundenbindung durch Visualisierungstools
Je besser die VR- oder AR-Angebote eines Unternehmens zu den jeweiligen Zielgruppen passen, desto eher werden Google und andere Suchmaschinen die Suche fördern. Indem sie mit den transformativen Entwicklungen im Online-Marketing Schritt halten und mit neuen Technologien wie Visualisierungstools experimentieren, können E-Commerce-Unternehmen leichter wertvolle Einblicke in Shopping-Vorlieben gewinnen. Datenanalysetools und prädiktive Algorithmen sind hierbei ebenfalls enorm wertvoll. Die in der Summe gezogenen Erkenntnisse helfen Marken, ihre digitalen Angebote zu optimieren, den Service zu verbessern und letztlich auch die Kundenbindung zu fördern.
Stand: 16.12.2025
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So gelingt der Einstieg in Visual Search
Drei wichtige Schritte für E-Commerce-Händler:
1. Die Zielgruppe kennen
Eine möglichst genaue Vorstellung der Buyer Persona ist essenziell. Dieses Wissen hilft, passende Erlebnisse und Inhalte zu erstellen und die jeweils besten Marketingkanäle und SEO-Taktiken zu identifizieren.
2. Ansprechende Erlebnisse schaffen
Hier punkten interaktive Elemente. Dabei handelt es sich um Funktionen mit Mehrwert, beispielsweise Produktdemos oder Anleitungen zur Fehlerbehebung. Ebenfalls geeignet sind visuelle und akustische Effekte, die auf die Zielgruppe und das Produkt abgestimmt sind.
3. Kontinuierliches Monitoring
Händler sollten fortwährend das Customer Engagement überwachen und analysieren. Nur so wird der Erfolg mess- und im Laufe der Zeit entsprechend anpassbar. Das hilft, bei künftigen Kampagnen einen höheren ROI zu gewährleisten.
(Bild: Searchmetrics)
Der Autor Matthew Colebourne ist CEO bei Searchmetrics.