Aufträge bearbeiten und Materialflüsse steuern: Backend-Prozesse sind für Onlinehändler mühsam und verursachen viel Zeitaufwand. Aber das deutsche Start-up xentral verspricht Abhilfe mit seiner ERP-Lösung für KMU. Die Technologie zieht auch eine Reihe namhafter Investoren an.
(Quelle: Rawpixel.com/shutterstock)
Die pandemiebedingte Digitalisierung beschert dem E-Commerce rasantes Wachstum – und bringt kleinere wie auch stark wachsende Onlinehändler an ihre Grenzen. Denn sie arbeiten Aufträge, Warenwirtschaft, Materialfluss oder Lagerbeständen oft noch mühsam und zeitaufwändig mit Hilfe von Word- oder Excel ab. „Wir standen 2008 mit unserem ursprünglichen Onlineshop genau vor diesem Problem. Also haben wir angefangen, eine eigene Software zu entwickeln“, erinnert sich Benedikt Sauter, Gründer und Geschäftsführer von xentral.
Xentral: Eine Art SAP-Lösung für kleinere und mittlere Unternehmen
So entstand eine schlanke, benutzerfreundliche und kostengünstige ERP-Lösung, mit der Start-ups und KMUs sämtliche Geschäftsprozesse digitalisieren und automatisieren können. Dazu gehören die Bereiche E-Commerce, Beschaffung, Auftrags- und Lagerverwaltung, Produktion, Verpackung, Fulfillment und Buchhaltung digitalisieren und automatisieren können. Darüber hinaus bündelt die schlanke Cloud-Software, die über 1.000 Module sowie Schnittstellen zu allen gängigen Services verfügt, die Geschäftsprozesse an einem Ort.
Die Lösung hat eingeschlagen, denn sie füllt in der Welt der komplexen, unflexiblen und teuren Legacy-Systeme genau die Lücke, die kleinen und mittleren Händlern und Herstellern schwer zu schaffen machte. „SAP versorgt Konzerne. Unsere Lösung eignet sich für kleinere Unternehmen“, erklärt Sauter. „Wir nehmen uns ihrer komplexen Probleme an und entwickeln eine einfache und flexible Lösung. Diese ist bei der Einführung sehr schlank. Ein Unternehmer, der sich am Freitag dafür entscheidet, dass er ein flexibles ERP benötigt, soll xentral am Wochenende implementieren und konfigurieren und am Montag an sein Team übergeben können.“ So können KMUs, unabhängig von ihrer Branche, auch in Phasen des Wachstums ihren Verwaltungsaufwand schnell minimieren und die Prozesseffizienz maximieren.
(Claudia und Benedikt Sauter sind Gründer und Geschäftsführer von xentral. (Bild: xentral))
IT-Venture Capitalists investieren in xentral
Es ist genau diese konsequente Prozess-Automatisierung und die begeisterte Kundenbasis, die die Venture Capitalists Tiger Global und Meritech veranlasste, in der Series-B-Finanzierungsrunde 75 Millionen US-Dollar in das Augsburger Unternehmen zu investieren und sich in die bestehende Runde mit Sequoia Capital, Visionaries Club und Freigeist einzureihen. Laut Sauter werden die Mittel in die weitere Produktentwicklung und den Ausbau des Teams fließen: „Produktseitig sollen die Benutzerfreundlichkeit weiter verbessert, der Appstore ausgebaut, das bestehende Ökosystem gestärkt und neue Partner gewonnen werden.“ Zu den jüngsten Produktverbesserungen gehören neue E-Commerce-Integrationen, ein intuitiveres Self-Onboarding, der Ausbau der englischen Produktversion sowie Fortschritte in Kundensupport und -erfahrung.
Die Investitionen schaffen die Voraussetzungen für die weitere Expansion in einem vielversprechenden Markt. Bereits Hunderttausende von kleineren Firmen nutzen Amazon, eBay, Shopify oder andere Plattformen, um online zu verkaufen. Der E-Commerce-Sektor wächst weiter stark an und wird im Jahr 2021 allein in Europa voraussichtlich 800 Milliarden Dollar übersteigen. Global wird der Cloud-basierte ERP-Markt bis 2023 voraussichtlich auf 32 Milliarden US-Dollar anwachsen.
Rückenwind durch ein starkes Team
Seit 2020 verzeichnete xentral eine Verdreifachung der Kundenanzahl, der E-Commerce-Boom der Pandemie trägt dazu erheblich bei. Um sich für die nächste Wachstumsphase gut aufzustellen, hat xentral sein Team von 50 auf mehr als 120 Mitarbeiter erweitert. Zudem wurden Niederlassungen in ganz Europa, darunter auch in Amsterdam, eröffnet und weitere Führungskräfte an Bord geholt. Um mit der stetig wachsenden Kundennachfrage Schritt halten zu können, will das Start-up nun auch das internationale Team vergrößern. So kann auch die bevorstehende Produkteinführung in Großbritannien eingeleitet werden. John Curtius, Partner beim Investor Tiger Global ist sich sicher: „xentral wächst mit seinem innovativen Produkt und wird künftig nicht nur Kunden in Europa, sondern weltweit bedienen.“
xentral ist eine ERP-Cloud-Software, die für Start-ups und KMUs Geschäftsprozesse an einem Ort bündelt – von E-Commerce über Lager und Produktion bis hin zu Fulfillment und Buchhaltung. Mit mehr als 1.000 Funktionen und Schnittstellen zu allen gängigen Tech-Tools unterstützt xentral ERP dabei, die Prozesse zu automatisieren. xentral nimmt dem Anwender die Hürde der sich täglich wiederholenden Aufgaben ab. Damit schafft die Lösung die Voraussetzung dafür, dass Unternehmen sicher und nachhaltig wachsen können. (sg)
Stand: 16.12.2025
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