Kaufverhalten Bio-Siegel: Nachhaltigkeit ist vor allem für die junge Generation kaufentscheidend

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Die Bedeutung von nachhaltigen Produkten nimmt weiter zu. So stieg der Absatz von Bio-Lebensmitteln im ersten Halbjahr 2024 um zehn Prozent. Vor allem für junge Käufer spielen bei der Kaufentscheidung Bio-Siegel eine größere Rolle als Markenlogos.

(Bild:   monticellllo / Adobe Stock)
(Bild: monticellllo / Adobe Stock)

Wie wir essen und trinken, was wir anziehen oder wie wir in den Urlaub fahren – das Thema Nachhaltigkeit gewinnt bei vielen Konsumenten in Deutschland an Bedeutung. Auch wenn der Index für nachhaltige größere Anschaffungen der Marktforscher der GfK im Juli bei nur 100 Punkten liegt, dem Durchschnittswert von vor zwei Jahren, so achten die Käufer vor allem bei Lebensmitteln und Drogerieprodukten auf Bio-Siegel.  

GfK-Nachhaltigkeitsindex: Auch wenn dieser leicht zurückgeht, bleibt nachhaltiges Einkaufen bei den Konsumenten ein Thema.(Bild:  GfK GmbH)
GfK-Nachhaltigkeitsindex: Auch wenn dieser leicht zurückgeht, bleibt nachhaltiges Einkaufen bei den Konsumenten ein Thema.
(Bild: GfK GmbH)

Im Bereich FMCG (Fast Moving Consumer Goods), also Waren , die sich besonders gut verkaufen, stieg der Anteil derjenigen, die in den letzten Monaten häufig nachhaltige Lebensmittel und Drogerieprodukte gekauft haben, im Juli um 4 Prozentpunkte auf 27 Prozent. Der Anteil der Konsumenten, die planen, im nächsten Monat nachhaltige FMCG-Produkte zu kaufen, liegt bei 63 Prozent – das sind zwei Prozentpunkte weniger als im April. Bei Lebensmitteln und Drogerieprodukten zeigen sich 69 Prozent der Befragten bereit, für Nachhaltigkeit höhere Preise zu zahlen.

Die Ergebnisse spiegeln sich auch in den steigenden Umsatz- und Absatzzahlen für Bio-Lebensmittel wider: Laut NIQ-Handelspanel wuchs deren Absatz im ersten Halbjahr 2024 um 10 Prozent und der Umsatz um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum; Nicht-Bio-Lebensmittel verzeichneten ein Umsatzplus von 2 Prozent. Insgesamt stieg der Anteil von Bioprodukten am FMCG-Gesamtumsatz auf knapp 5 Prozent. 

Bio-Siegel: Vor allem für junge Käufer wichtig

Eine aktuelle Befragung von GfK zeigt, dass nachhaltige Produkte bei den Käufern gegenüber sogenannten Markenprodukten immer stärker an Relevanz gewinnen. „47 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass sie Bio-Produkte mit hochwertiger Qualität verbinden – ein Merkmal, das bisher vor allem bei Markenprodukten kaufentscheidend war“, erklärt Petra Süptitz, Nachhaltigkeitsexpertin bei NIQ/GfK. Auch Kriterien wie Frische, Tierwohl oder gesunde Inhaltsstoffe würden eher Bio-Produkten als Markenartikeln zugeschrieben.

Unverpackt- & Nachfüllstationen: 66 Prozent der Deutschen kennen sie und knapp ein Drittel nutzt sie bereits.(Bild:  GfK GmbH)
Unverpackt- & Nachfüllstationen: 66 Prozent der Deutschen kennen sie und knapp ein Drittel nutzt sie bereits.
(Bild: GfK GmbH)

 Für die 18- bis 29-jährigen Käufer stehen Produkte mit Bio-Siegel sogar stärker für Qualität und Vertrauen als Markenprodukte und für fast die Hälfte dieser Altersgruppe spielt das Bio-Siegel eine größere Rolle bei der Kaufentscheidung als das Markenlogo. Die aktuelle Marktentwicklung zeigt zudem, dass derzeit vor allem Handelsmarken, die das Thema Bio stark besetzen, bei der jungen Generation punkten können. 

Beliebt: Unverpackt- und Nachfüllstationen

Zu nachhaltigem Konsum gehören für viele Deutsche auch recycelte Verpackungsmaterialien. 69 Prozent wünschen sich sogar, dass Produkte ohne Verpackung verkauft werden. Entsprechend erfreuen sich Unverpackt- und Nachfüllstationen im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten zunehmender Beliebtheit: 66 Prozent geben an, solche Stationen zu kennen und 29 Prozent haben sie bereits genutzt. 

Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt der Bekanntheitsgrad sogar bei 83 Prozent und auch der Anteil der Nutzer ist in dieser Altersgruppe überdurchschnittlich hoch. „Auch wenn fast ein Drittel der Konsumenten in Deutschland schon Erfahrungen mit Unverpackt-Stationen gemacht hat, gibt es noch Barrieren für ihre Nutzung. Dazu gehört beispielsweise die Annahme, dass unverpackte Produkte teurer sind als verpackte Produkte oder auch Themen wie Hygiene und Convenience. Finden Händler für diese Bedenken gute Lösungen, bieten die Stationen Potential – denn nur 6 Prozent der Deutschen lehnen sie generell ab“, so Petra Süptitz.

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