Global Retail Voices Nachhaltigkeit im Handel: Warum Experten jetzt Alarm schlagen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Da sich die Einzelhandelsbranche ständig weiterentwickelt, ist Nachhaltigkeit für Unternehmen zu einem wichtigen Thema geworden. Asendia hat aus diesem Anlass Erkenntnisse von Experten für ESG und Nachhaltigkeit in der Studie „Global Retail Voices“ gesammelt.

(Bild:  Asendia)
(Bild: Asendia)

Die Studie von Asendia, die 50 einflussreiche Persönlichkeiten aus dem Einzelhandels- und E-Commerce-Sektor porträtiert, enthält wertvolle Perspektiven zu nachhaltigen Praktiken von Branchenführern. Diese Experten, die einige der weltweit angesehensten Marken vertreten, teilen ihre Gedanken zu den Herausforderungen und Chancen bei der Umsetzung umweltfreundlicher Strategien im Einzelhandel.

Die Luxusmode-Branche steht bei der Einführung nachhaltiger Praktiken vor großen Herausforderungen, da sie traditionell ressourcenintensiv ist. Mit Studien wie dem Bericht der Boston Consulting Group (BCG) und des Comité Colbert, die zeigen, dass etwa 65  Prozent der Luxuskonsumenten nun die Nachhaltigkeitspraktiken einer Marke vor dem Kauf berücksichtigen, steht die Branche jedoch unter zunehmendem Druck sich zu verändern. 

Nachhaltigkeit ist der Herzschlag der Aktivitäten von Chalhoub Group

Florence Bulte, Chief Sustainability Officer bei der Chalhoub Group, geht dieses Thema direkt an und betont die entscheidende Rolle der Nachhaltigkeit bei der Transformation der Branche. Sie erklärt: „Nachhaltigkeit ist der Herzschlag unserer Aktivitäten. Unser Circularity-Report unterstreicht unser unerschütterliches Engagement für nachhaltige Geschäftsmodelle, mit denen wir bis 2040 Netto-Null erreichen wollen. In der dynamischen Modebranche, die für etwa zehn Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist, ist die Einführung zirkulärer Initiativen nicht optional, sondern essenziell.“ 

„Der GCC-Luxus-Wiederverkaufsmarkt, der 2022 auf 480 bis 500 Millionen US-Dollar geschätzt wurde und jährlich um 15  Prozent wächst, veranschaulicht die Verlagerung zur Zirkularität, die durch bewusstes Konsumentenverhalten und die globale Anpassung von Luxusmarken angetrieben wird. Dieser Trend spiegelt einen bedeutenden Paradigmenwechsel wider, bei dem politische Entscheidungsträger, Regulierungsbehörden, Marken, Einzelhändler und Kunden an einem Strang ziehen müssen, um nachhaltige Praktiken voranzutreiben. Bei der Chalhoub Group nutzen wir diese Erkenntnisse, um unsere Strategie und Aktivitäten zu erneuern und zu stärken, wobei wir sicherstellen, dass Nachhaltigkeit der Kern unseres Geschäftsethos bleibt“, so Bulte.

Nachhaltigkeit erforderte stärkerer Regulatorik

Der Druck zur Nachhaltigkeit in der Modebranche geht über individuelle Unternehmensinitiativen hinaus und führt zu branchenweiten politischen Veränderungen. Während der Einzelhandel mit seinen Umweltauswirkungen ringt, setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass systemischer Wandel mehr als freiwillige Unternehmensaktionen erfordert. Tatsächlich ergab eine kürzlich durchgeführte Studie von IBM in Zusammenarbeit mit Oxford Economics, dass nur 30 Prozent der Modeunternehmen signifikante Fortschritte bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele gemacht haben, was die Notwendigkeit stärkerer regulatorischer Rahmenbedingungen unterstreicht. 

Dana Davis, Modeberaterin und ehemalige Nachhaltigkeitsdirektorin bei Mara Hoffman, betont die Bedeutung von Politik bei der Förderung nachhaltiger Praktiken: „Nachhaltigkeit sollte das Verbraucherverhalten beeinflussen und Branchenpraktiken formen, aber was wir derzeit wirklich brauchen ist Politik. Politische Maßnahmen würden nicht nur Standards und Anreize für nachhaltige Innovation setzen, sondern auch die Verantwortlichkeit sicherstellen und gleichzeitig einen Markt fördern, in dem umweltbewusste Bürger und verantwortungsvolle Unternehmen gemeinsam gedeihen können.“

Der Aufruf von Davis zur politischen Intervention spiegelt einen breiteren Trend in der Branche wider, wo Führungskräfte zunehmend nach regulatorischen Rahmenbedingungen suchen, um Nachhaltigkeitsbemühungen zu beschleunigen. Da die Modeindustrie für schätzungsweise vier bis zehn Prozent der jährlichen globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, ist die Notwendigkeit kooer Maßnahmen nie dringender gewesen. In der Studie sind weitere Branchenführer vertreten, darunter David Hu, Head of E-Commerce Marketplace bei der Electrolux Group. Und Marija Rompani, Direktorin für Nachhaltigkeit & Ethik bei der John Lewis Partnership, um nur einige zu nennen.

Nachhaltigkeit verändert Spielregeln beim Transport

Amy Collins ist Head of CSR Engagement bei Asendia.(Bild:  Asendia)
Amy Collins ist Head of CSR Engagement bei Asendia.
(Bild: Asendia)

Amy Collins, Head of CSR Engagement bei Asendia, betont die Bedeutung der Nachhaltigkeit im Einzelhandelssektor, insbesondere in Bezug auf die Logistik: „Die Welt des Einzelhandels setzt auf Nachhaltigkeit, und das verändert die Spielregeln für alle, die am Transport von Produkten bis zur Haustür beteiligt sind. Es geht nicht nur darum, Pakete schnell zuzustellen – sondern auch darum, zu wissen, wie viel Kohlenstoff jedes einzelne Paket verursacht. Einzelhändler drängen auf detaillierte Informationen über die Umweltauswirkungen ihrer Sendungen, und das hält Logistikunternehmen auf Trab.“

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„Aber hier kommt der spannende Teil: All diese Herausforderungen inspirieren neue Ideen. Wir sehen clevere neue Wege, Emissionen zu messen und zu reduzieren. Das Fazit? Umweltfreundlich zu sein, ist nicht nur gut für den Planeten. Es wird für Unternehmen essenziell, um in unserer vernetzten Welt zu florieren und die Kunden zufrieden zu halten. Konsumenten legen Wert auf diese Dinge, und kluge Unternehmen reagieren darauf“, so Collins.

Die in dem Report „Global Retail Voices“ vorgestellten Nachhaltigkeitsexperten sind Teil einer größeren Gruppe von 50 Branchenführern, die aufgrund ihrer Expertise in verschiedenen Bereichen ausgewählt wurden, darunter Marke, Kundenerfahrung, Produkt, Logistik und Innovation. Der Report zielt darauf ab, jene Personen zu feiern, die positiven Wandel in der Einzelhandelsbranche vorantreiben, und gleichzeitig wertvolle Einblicke für Unternehmen zu liefern, die ihre Nachhaltigkeitsbemühungen verbessern möchten.

Das „Who's Who“ des Einzelhandels versammelt

 Der Auswahlprozess für Global Retail Voices basierte auf einer umfassenden Bewertung der Branchenerfahrung, des Einflusses in den sozialen Medien, der beruflichen Leistungen und des Gesamteinflusses jedes Einzelnen auf den Einzelhandelssektor. Dieser rigorose Ansatz stellt sicher, dass der Report ein wahres „Who's Who“ des globalen Einzelhandels repräsentiert. 

Simon Batt ist Chief Executive Officer von Asendia.(Bild:  Asendia)
Simon Batt ist Chief Executive Officer von Asendia.
(Bild: Asendia)

Simon Batt, Chief Executive Officer von Asendia, erklärt: „Ausgewählt für ihre Beiträge, führen diese Personen die Branche kollektiv an. Von visionären Führungskräften bis hin zu Pionieren in Sachen Nachhaltigkeit und Kundenerfahrung zeigt Global Retail Voices vielfältige Talente und würdigt bemerkenswerte Leistungen. Bei dieser Initiative geht es nicht nur um Anerkennung, sondern auch darum, andere zu inspirieren, indem die außergewöhnliche Arbeit in der Branche hervorgehoben wird.“

Asendia ist Dienstleister im internationalen E-Commerce und Postversand und liefert in weltweit über 200 Zieldestinationen Päckchen, Pakete und Briefe aus. Dank der Erfahrung ihrer Muttergesellschaften, La Poste und Schweizerischer Post, verfügt die Asendia Group über internationales wie lokales Know-how.