Diese Bestandteile benötigt eine E-Commerce-Software heute unbedingt: Wie KMU einen eigenen Onlineshop erstellen oder ausbauen können und welche Kernfunktionen die Lösung abdecken sollte.
(Quelle: yRawpixel.com - Adobe Stock)
Der Umsatz im E-Commerce ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent gestiegen, 2021 um weitere 19 Prozent. Die Pandemie hat das Wachstum beschleunigt und fast jeder fünfte Euro, der im Einzelhandel ausgegeben wird, wird heutzutage von Onlineshops eingenommen. Um diesem Trend Schritt zu halten, bieten immer mehr Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen auch online an. Natürlich gibt es heute E-Commerce-Software, die als All-in-One-Lösungen bereits viele Kernbereiche abdecken.
Die Schwerpunkte der Lösungen sind jedoch unterschiedlich. Daher lohnt es sich, die Tools miteinander zu vergleichen und gegebenenfalls mit zusätzlicher E-Commerce-Software zu ergänzen. Oft ist die Software nach dem Baukastenprinzip konzipiert, Branchen-neutral oder lässt sich durch Module und Add-ons an die jeweilige Branche anpassen. Wir stellen hier einige wichtige Kernbereiche, die eine E-Commerce-Software abdecken sollte:
E-Commerce-Software: Online-Zahlungsoptionen
Der Zahlungsprozess eines Onlineshops sollte reibungslos verlaufen, um die Absprungrate im Check-out Prozess gering zu halten. Daher sind Zahlungsanbieter, die möglichst viele Zahlungsweisen abdecken, unerlässlich. Es empfiehlt sich ein Zahlungsdienstleister, der einen Schutz vor Zahlungsausfällen bietet, um bei Zahlungsausfällen nicht selbst das Risiko zu tragen. Käuferschutz als Service für die Kunden anzubieren ist ebenso sinnvoll.
Gewährleistung der Datensicherheit
Die Zahl der Cyberangriffe erreichte 2021 einen neuen Höchststand. Onlineshops sind dabei ein profitables Angriffsziel: Auch kleinere Unternehmen geraten häufig in den Fokus von Angreifern und können die finanziellen Folgen oder die Reputationsschädigung, die durch einen Ransomware-Angriff oder Datendiebstahl entstehen, schlecht abfedern. Daher werden Schutzmaßnahmen und entsprechende IT-Sicherheitssoftware wie Firewall oder Schutz vor DDoS-Angriffen immer wichtiger.
Häufig sind Sicherheitsfunktionen bereits einer E-Commerce-Software integriert. Es ist allerdings sinnvoll, diese beispielsweise durch Software zum Schutz der eigenen IT-Umgebung zu ergänzen. Dabei sollte geprüft werden, wo die eigenen Daten und die der Kunden gespeichert sind und wie sie verarbeitet werden. Um Betrugsfälle wie Identitätsdiebstahl oder Zahlung mit nicht gedeckten Konten zu vermeiden, werden Funktionen wie Bonitäts- und Plausibilitätsprüfungen, Doppelbuchungssperren und Adressverifikationen benötigt
E-Commerce-Software: Kundenmanagement
Neue Kundschaft zu gewinnen ist deutlich schwieriger und kostspieliger als die vorhandene Kundschaft zu binden. Der Kundenlebenszyklus beginnt mit dem ersten Kontakt, beispielsweise über die Suchanfrage, Soziale Medien oder eine Werbeanzeige. Vom ersten Augenblick an sollten sich potenzielle Kunden gut aufgehoben und individuell angesprochen fühlen. Personalisierte Newsletter, schneller Support oder Bonussysteme wie Treuepunkte sind effektive Maßnahmen der Kundenbindung. Ein Customer-Relationship-Management-System beziehungsweise Kundenbeziehungsmanagement helfen dabei, den Überblick zu behalten. So können Kundenkonten und -daten zentral verwaltet und Kundeninteraktionen über verschiedene Kanäle erfasst werden. Durch Analysen und Vertriebsprognosen werden nützliche Erkenntnisse gewonnen werden, sodass Kunden proaktiv unterstützt werden können.
E-Mail-Marketing und Kundensupport
Newsletter bleiben ein wichtiges Werkzeug für die Kundenbindung. E-Mail-Marketing-Tools bieten dabei vielfältige Funktionen, beispielsweise die Segmentierung der Kundenliste nach Interessen, bisherigen Käufen oder demografischen Merkmalen, um unterschiedliche Newsletter an verschiedene Zielgruppen zu versenden. A/B-Tests und andere Analysefunktionen unterstützen dabei, herauszufinden, welche Strategie am erfolgreichsten ist. Bilder oder Produktbeschreibungen des Onlineshops lassen sich oft automatisch in einen Newsletter einbinden.
Wenn es um Kundenanfragen und Support geht, bieten Live-Chat-Tools einen direkten Draht zum Unternehmen. Ein im Onlineshop eingebundenes Chatfenster kann Website-Besucher direkt begrüßen und Fragen zum Produkt oder Kundenservice zeitnah beantworten. Chatbots können die Anfragen erfassen, ans Team weiterleiten oder auf eine Wissensdatenbank oder Self-Service-Hilfeseiten verweisen.
(Mit einem Live-Chat-Tools können Kunden direkt mit dem Anbieter kommunizieren. (Bild: Capterra))
E-Commerce-Software: Bestandsverwaltung
Die Grundlage für die Bestandsverwaltung bietet ein Warenwirtschaftssystem oder ein ERP-System, das Warenbestände verwaltet und alle Daten zu Einkauf, Verkauf und Lager an einem Ort zusammenfasst. Es verwaltet Angebote, Aufträge, Warenein- und -ausgänge sowie Rechnungen und automatisiert die Auftragsabwicklung. Das System zeigt Verfügbarkeiten in Echtzeit an. Über Schnittstellen zu Versanddienstleistern können Versandetiketten und Lieferscheine generiert werden. In einigen ERP-Systemen sind Onlineshop-Funktionen bereits integriert. So wird kein eigenes Shopsystem benötigt, um Bestands- und Artikelinformationen abzugleichen. Andere Systeme bieten Schnittstellen zu Plattformen wie Amazon oder Onlineshops. Kundendaten können oft auch direkt im ERP-System verwaltet werden.
Stand: 16.12.2025
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Onlineshop richtig gestalten
Gute Kundenkommunikation und Produktverwaltung sind wichtig für einen erfolgreichen Onlineshop, sowie auch die Qualität der Produktbilder oder das Newsletter-Design. Onlineshop- oder Newsletter-Tools bieten häufig integrierte Designfunktionen. Für ein einheitliches, plattformübergreifendes Design, wie auch für Werbematerialien, Social-Media-Beiträge, Broschüren oder Flyer bieten Grafikdesign-Tools Designvorlagen und oft auch Zugriff auf Stockfotos und andere Grafiken.
(Einige ERP-Systeme enthalten bereits Onlineshop-Funktionen. (Bild: Capterra))
Tipps für die Auswahl einer E-Commerce-Software
Bei der Auswahl einer E-Commerce-Software sollten auf folgende wichtige Funktionen geachtet werden:
Die Software muss datenschutzkonform sein
Sichere Zahlungs-Gateways
Verarbeitung unbegrenzter Anzahl an Produkten, Seitenbesuchen, Verkäufen und Kunden
Berichts- und Analysefunktionen
Integrierter Kundensupport
Integrierte Option, Rabatte, Gutscheine oder Geschenkgutscheine anzubieten
Funktionen zur Suchmaschinen-Optimierung
Integrierte Funktionen für künstliche Intelligenz, um Kunden relevante Produkte zu empfehlen oder passende Sonderangebote vorzuschlagen
Einbindung sozialer Netzwerke
Verknüpfung mit Plattformen wie Amazon, Etsy oder eBay, damit sich mehrere Onlineshops gleichzeitig verwalten lassen.
Darüber hinaus spielen die Preise für die E-Commerce-Software und eventuelle Kosten für Upgrades eine wichtige Rolle. Insbesondere dann, wenn das Unternehmen wächst und mehr Nutzer Zugang benötigen. Sie sollten auch die Preise für Updates im Budget berücksichtigen. Nutzerbewertungen auf unabhängigen Bewertungsplattformen geben wichtige Einblicke in die Vor- und Nachteile der Tools. Doch es lohnt sich auch eine kostenlose Testversion anzufordern, um die Benutzerfreundlichkeit der Tools der engeren Auswahl zu testen. Und schließlich sollten die Verantwortlichen die Integrationsfähigkeit der verschiedenen Tools überprüfen. Ein Tech-Stack ist eine Sammlung an Cloud-basierten Anwendungen, die zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Geschäftsziel zu erreichen. Diese Tools können direkt miteinander integriert sein oder über Drittanbieter wie Zapier oder IFTTT integriert werden.
(Ines Bahr ist Senior Content Analyst bei Capterra. (Bild: Capterra))
Über die Autorin: Ines Bahr ist Senior Content Analyst bei Capterra, einer unabhängigen Such- und Vergleichsplattform für Unternehmenssoftware. Ihre Schwerpunkte liegen auf Cloud-Technologien und digitale Transformation. Capterra bietet verifizierte Nutzerbewertungen und unabhängige Testberichte in über 800 Softwarekategorien und hilft jeden Monat mehr als fünf Millionen Nutzern, die passende Software zu finden. (sg)