ECommerce Masterminds Podcast

Handel 2027: Wenn KI-Chatbots den Umsatz pushen

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Innovationen, Unterschiede zwischen USA und Europa, Gründer von morgen

Welche Voraussetzungen muss der Handel für diese Entwicklung schaffen?

Stephan Schambach: Das A und O ist die präzise, filialgenaue und kanalübergreifende Verfügbarkeit aller Waren in Echtzeit. Händler müssen die Möglichkeit bieten, dass KI-Systeme, Apps und Verkäufer automatisiert auf Lager, Angebote und Services zugreifen können. Systeme wie Newstore machen das möglich: Wir synchronisieren und steuern Warenbestände, ermöglichen Versand und Service aus Filialen und bieten APIs für Drittsysteme – etwa für KI-Chatbots.

Viele Händler haben Schwierigkeiten mit der Integration von Online- und Offlinekanälen. Wie gehen Sie diese Herausforderung an?

Stephan Schambach: Unsere Plattform ist von Grund auf mobile-first und cloudbasiert. Verkäufer nutzen intuitive iOS-Apps – eine technische Schulung ist meist unnötig. Händler können in wenigen Monaten mit hunderten Filialen live gehen, ohne den Ablauf zu stören. Alle Funktionen – von Order Management bis Kundenservice – laufen zentral, schnell und fehlerarm. Das senkt den Aufwand für Integration und Pflege und sorgt für ein durchgängig positives Kundenerlebnis, unabhängig vom Kanal.

Blicken wir auf Innovationen: Ist KI tatsächlich die nächste große Disruption im Handel?

Stephan Schambach:  Ja, künstliche Intelligenz wird das Einkaufen massiv und radikal verändern. Noch steckt die Technologie am Anfang, aber ich rechne damit, dass schon in zwei Jahren ein erheblicher Teil des E-Commerce-Umsatzes über KI-Chatbots und smarte Assistenten abgewickelt wird. Die großen Anbieter dieser Systeme werden aus eigenem Interesse heraus diese Entwicklung beschleunigen – wegen der wirtschaftlichen Potenziale und der Provisionen, die mit jedem Sale verbunden sind.

GLOSSAR

Omnichannel as a Service: Ein Modell, das verschiedene Verkaufskanäle (online, stationär, mobile) in einer einheitlichen, cloudbasierten Plattform integriert und als Service bereitstellt.

SKU: Stock Keeping Unit, eine eindeutige Artikelnummer für Produkte.

Order Management System (OMS): Software für die Verwaltung und Abwicklung von Bestellungen aus verschiedenen Kanälen.

API: Programmierschnittstelle, die verschiedenen IT-Systemen den Datenaustausch ermöglicht.

KI-Chatbot: Künstlich intelligente Software, die mit Kunden kommunizieren und Prozesse (zum Beispiel Bestellungen) automatisieren kann.

Model Context Protocol (MCP): Neuer technischer Standard, um Unternehmensdaten für KI-Anwendungen nutzbar zu machen. 

Wie können sich Händler konkret auf diese Entwicklung vorbereiten?

Stephan Schambach: Sie müssen ihre Bestände und Services digital, in Echtzeit und über offene Schnittstellen (APIs) verfügbar machen – möglichst nicht nur für das Zentrallager, sondern auch für jede Filiale. Händler, die frühzeitig auf neue Schnittstellenstandards wie das Model Context Protocol (MCP) setzen, sind deutlich besser vorbereitet, wenn KI-basierte Vertriebskanäle durchstarten. Je flexibler ein Händler seine Daten und Services bereitstellt, desto erfolgreicher kann er auf die Bedürfnisse der Kunden und neuen Technologien reagieren.

Gibt es Unterschiede im Innovationsverhalten zwischen Europa und den USA?

Stephan Schambach: In den USA ist die Bereitschaft, in neue Technologien und besseren Kundenservice zu investieren, stark ausgeprägt. Innovative Konzepte wie kassenlose Stores oder die umfassende Ausstattung des Verkaufspersonals mit mobilen Geräten werden dort schnell umgesetzt. In Europa begegnet man solchen Veränderungen oft mit Zurückhaltung und Skepsis – vor allem, wenn es um grundsätzliche Veränderungen gewohnter Prozesse geht. Doch zunehmend rollt sich Innovation auch hier global aus, weil internationale Marken überall einheitliche Einkaufserlebnisse bieten wollen.

Ihr Rat an junge Gründerinnen und Gründer, die heute in den digitalen Handel einsteigen wollen?

Stephan Schambach: Der klassische Onlinehandel ist kein Neuland mehr; reine Handelsmodelle haben es inzwischen schwer. Die größten Chancen liegen heute in der intelligenten Verbindung von Technik und Service – vor allem im Bereich KI und Digitalisierung. Wer es schafft, klassische Probleme elegant und kundenfokussiert zu lösen und dabei neue Technologien sinnvoll einzubinden, kann auch heute noch Standards setzen. Es braucht Mut, Experimentierfreude und die Bereitschaft, stets neue Wege zu suchen und weiter zu lernen.

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