Interview

Entirely.ai: Profitmotor statt Kostenfaktor – das neue Marketing mit KI‑Agenten

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Marketing-Automation und Agent Marketplace

Viele Marketing-Automationen sind statisch. Wie kommen wir zu echten, eventgetriebenen Erlebnissen?

Tobias Ackermann: Wir lösen uns von starren Workflows. Agenten reagieren auf Ereignisse im Kunden- und Systemkontext: „Wenn X geschieht, antworte mit Y – unter Berücksichtigung von Präferenzen, Historie und Compliance.“ Beispiel: Nach einer Servicebeschwerde priorisiert der Agent Problemlösung vor Cross-Sell. So entstehen relevante, situationsbezogene Erfahrungen statt generischer Ketten.

Gibt es Fallstudien, die die Wirksamkeit belegen?

Tobias Ackermann: Auf jeden Fall: Bei einer Airline führte eine markenübergreifende Mediaplanung zu weniger gegenseitigem Hochbieten und bis zu 30 Prozent Effizienzgewinn. In der Content-Produktion sehen wir 30 bis 50 Prozent geringere Kosten. Personalisierung mit Recommendation- und Search-Technologien hebt Umsätze um bis zu 40 Prozent. Entscheidend ist: Orchestrierung plus Compliance by Design macht diese Effekte wiederholbar.

Wir verknüpfen Budget, Planung, Kampagnen und Resultate in einem Cockpit und beziehen Businessziele explizit ein. Dadurch optimieren Teams nicht nur auf Mediametriken, sondern auf Gewinn – global, regional, kanal- und produktbezogen bis auf Händlerebene. So wird Effizienz mit Effektivität verbunden.

Tobias Ackermann, CEO von Entirely.ai

Wie fördert Entirely schnelle, KI-gestützte Reaktionen im E‑Commerce, wenn sich Marktbedingungen plötzlich ändern?

Bastian Gerhard: Über zwei Hebel. Erstens Transparenz: Landscape und Cockpit zeichnen eine konsistentes Bild von Plan, Ist-Zustand, Budget und Zielerreichung – bis hinunter auf Produkt- oder Händler-Ebene. Zweitens Reaktionsfähigkeit: Agenten erkennen Opportunities und Risiken früh und schlagen Maßnahmen samt zu erwartenden Resultaten vor. So wird aus „Wir müssten mal“ ein umsetzbarer „Next Best Action“-Plan.

Wie planen Sie den Agent Marketplace und tiefere ISV-Integrationen?

Bastian Gerhard: Entirely ist als offenes Ökosystem gedacht. Kunden und Partner können spezialisierte Agenten einbringen, etwa für Bidding, Creative-Variation, Pricing, CRM-Selektion oder Compliance. Wir liefern das „Betriebssystem“, auf dem Agenten sicher, auditierbar und regelkonform zusammenspielen. Das steigert Innovationsdynamik und Interoperabilität – und vermeidet Lock-in.

Wohin entwickelt sich die Suche – und was bedeutet das für Marken?

Tobias Ackermann: Interaktionen verlagern sich von Keywords zu dialogischen, agentischen Journeys. Persönliche Konsumenten-Agenten verhandeln direkt mit Marken-Systemen – vom Kühlschrankkauf bis zur Probefahrt. Laut Studien werden bis zum Jahr 2030 etwa 20 Prozent der geschäftlichen Transaktionen im Ecommerce von Agent zu Agent erfolgen. Darauf müssen sich Unternehmen einstellen und Produktmetadaten, Policies und Verfügbarkeiten agentenlesbar machen. Wer dort nicht sichtbar ist, findet im Relevant Set der Agenten nicht statt.

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