Interview

Entirely.ai: Profitmotor statt Kostenfaktor – das neue Marketing mit KI‑Agenten

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ERP-Anbindung, Marketer-Skills und Authentizität

Wie binden Sie ERP und Vertrieb an – und was bedeutet das für die Rolle des Marketings?

Bastian Gerhard: Budgets und Businessziele übernehmen wir z. B. aus SAP, brechen sie bis auf Kampagnen und Kanäle herunter, und führen Resultate zurück ins Marketing-Cockpit. Vertrieb profitiert, weil Marketing entlang echter Ergebnisgrößen steuert. Marketing wird zum strategischen Business-Partner: weniger Tool-Bedienung, mehr Steuerung auf Profit, Marke und Kundenerlebnis – in enger Verzahnung mit Sales.

Welche Skills werden Marketer in den nächsten Jahren brauchen?

Tobias Ackermann: In erster Linie strategisches Denken, Daten- und Effektverständnis, Brand-Kompetenz – plus die Fähigkeit, mit Agenten zu arbeiten: Ziele formulieren, Leitplanken setzen, Qualität sichern. Technische Tiefe bleibt hilfreich, aber wichtiger ist das Orchestrieren der richtigen Fragen und das Übersetzen von Businesszielen in messbare Kampagnenlogik.

Laut Studien werden bis zum Jahr 2030 etwa 20 Prozent der geschäftlichen Transaktionen im E-Commerce von Agent zu Agent erfolgen. Darauf müssen sich Unternehmen einstellen und Produktmetadaten, Policies und Verfügbarkeiten agentenlesbar machen. Wer dort nicht sichtbar ist, findet im Relevant Set der Agenten nicht statt.

Tobias Ackermann, CEO von Entirely.ai

Wie verhindern Sie, dass KI-Kommunikation austauschbar wirkt – und sichern Authentizität?

Bastian Gerhard: Durch klare Brand-Guidelines in Agenten, erklärbare Entscheidungen, transparente Datenverarbeitung und menschliche Qualitätssicherung. Präferenzen wie „keine KI-generierten Inhalte“ respektieren wir technisch. Vertrauen wird zur Währung – deshalb sind Compliance by Design, Auditierbarkeit und Human-in-the-Loop unsere Grundprinzipien.

Es heißt oft, „KI glättet alles“, Marketing werde austauschbar. Wie stellen Sie sicher, dass für Marken genügend Differenzierung erhalten bleibt?

Tobias Ackermann: Indem wir KI als Verstärker, nicht als Gleichmacher einsetzen. Gute, markentreue Inhalte, klare Tonalität und starke Konzepte werden skaliert, nicht nivelliert. Übersetzungen oder Varianten lassen sich automatisieren, der Kern bleibt menschlich kuratiert. So entsteht Geschwindigkeit ohne Einbußen bei Profil und Qualität.

Das Veränderungstempo im Bereich agentische KI ist atemberaubend. Können Sie trotzdem skizzieren, wie Ihre Vision für die nächsten zwei bis drei Jahre aussieht?

Bastian Gerhard: Dazu kann ich eine Zahl nennen, die erläutert, vor welchem Hintergrund wir Entirely.ai entwickelt haben: Studien, etwa von Gartner und Forrester zeigen auf, dass 75 Prozent der operativen Tätigkeiten im Marketing durch AI eigentlich automatisiert werden können. Wir bauen das Betriebssystem dafür gerade mit ersten aktiven Co-Creation-Partnern – offen, skalierbar und regelkonform. 

Tobias Ackermann: Wir sehen Marketing auch in den kommenden Jahren als lebendiges Ökosystem, in dem KI unterstützt, aber menschliche Kreativität die Regie behält – messbar, auditierbar und profitabel.

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