Kommentar

Fast-Fashion-Falle: Shein und Temu gefährden Nachhaltigkeit und lokale Märkte

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Fast Fashion ist nicht nachhaltig 

Die Modeherstellung erfolgt in langen und komplexen Lieferketten. Vom Anbau oder der Gewinnung von Fasern über das Weben oder Stricken von Textilien bis hin zum Färben, Veredeln, Zuschneiden und Nähen von Kleidungsstücken. Das Geschäftsmodell der Fast Fashion basiert auf der häufigen Veröffentlichung neuer Kollektionen zu niedrigen Preisen.

Da der Schwerpunkt auf der Senkung der Produktionskosten und der schnellen Markteinführung liegt, stehen die Zulieferer unter erheblichem Druck, innerhalb enger Fristen und mit geringen Gewinnspannen zu produzieren. Das führt unweigerlich dazu, dass an allen Ecken und Enden gespart wird und die Ziele der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes über Bord geworfen werden. Im Jahr 2022 kündigte Shein den Start seines Wiederverkaufsprogramms an, einer Online-Peer-to-Peer-Plattform für US-Verbraucher, auf der sie gebrauchte Produkte kaufen und verkaufen können. Diese sah sich jedoch prompt mit dem Vorwurf des Greenwashing konfrontiert. 

Qualitativ minderwertige Produkte landen, wie wir alle wissen, einige Wochen oder Monate später als ausrangierte Textilberge auf Mülldeponien. Oder – noch schlimmer – in unseren Vorstädten oder an afrikanischen Stränden, Tausende von Kilometern von Europa und sogar noch weiter von ihrem Herkunftsort in China entfernt. Das Etikett „Greenwashing“ ist daher durchaus gerechtfertigt.

Natürlich muss man auch die Treibhausgasemissionen der beiden chinesischen Giganten erwähnen. Um ihre Kunden schnell beliefern zu können, setzen sie in hohem Maße auf Luftfracht, die 20- bis 30-mal mehr Schadstoffe verursacht als Seefracht. Laut einer Studie, die im vergangenen Jahr von Cargo Facts Consulting durchgeführt wurde, befördern Temu und Shein zusammen täglich rund 9.000 Tonnen an Gütern in die ganze Welt. Das entspricht der Kapazität von fast 90 Frachtflugzeugen des Typs Boeing 777. Um dies zu verdeutlichen: Würden diese 9.000 Tonnen nach Großbritannien transportiert, entspräche dies mehr als 32.000 Tonnen CO2 pro Tag. 

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