Das Hamburger Start-up Wildplastic plant eine Kooperation mit dem deutschen Onlinehändler Otto und unterstützt diesen bei der Mission, den Versandhandel nachhaltiger zu gestalten. Geplant ist, die Versandtüten von Otto auf alternative Materialien wie sogenanntes wildes Plastik umzustellen.
(Quelle: New Africa/Shutterstock)
Durch die Umstellung sollen sukzessive die aktuell bei Otto im Einsatz befindlichen Versandtüten aus recyceltem Kunststoff durch eine nachhaltige Versandverpackung ersetzt werden. Jede Versandtüte leistet dabei einen direkten Beitrag zur Befreiung der Umwelt von Plastikmüll und reduziert gleichzeitig die Abhängigkeit einer CO2-intensiven fossilen Herstellung. Der Begriff „wildes Plastik“ bezeichnet Kunststoffmüll, der weder recycelt noch innerhalb eines funktionierenden Abfallsystems korrekt entsorgt wird, sondern achtlos in der Umwelt endet. Mehr als fünf Milliarden Tonnen Kunststoff sind inzwischen außerhalb der Recycling-Systeme als wildes Plastik in der Umwelt gelandet – mit großen Schäden für das globale Ökosystem.
Christian Sigmund, CEO von Wildplastic, erklärt: „Unsere Mission ist es, die Welt von wildem Plastikmüll zu befreien und überall – wo möglich – Post Consumer-Materialien einzusetzen. Leider wird bisher kaum etwas vom wildem Plastik recycelt, obwohl es als schon bestehende und damit umweltschonende Ressource die Produktion von Neuplastik deutlich reduzieren könnte. Wildplastic fokussiert sich daher von Beginn an auf Produkte mit tatsächlichem Impact, mit denen wir schnell große Massen umsetzen können. Wir glauben, dass wir in starken Partnerschaften schneller und besser werden, um das Problem zu lösen. Denn um wirklich Wandel zu bewirken, braucht es viele, eigentlich alle von uns. Ein Grund, warum wir eine Kooperation mit einem der größten Versandhändler Europas planen. Bei dem Versandvolumen von Otto könnten wir mit mehreren Millionen Versandtüten pro Jahr hunderte Tonnen gerettetes Plastik als Wertstoff zurück in den Recyclingkreislauf führen.“
Otto entwickelt nachhaltige Versandverpackung in Kooperation mit Start-up
Auch für Otto ist dies eine spannende, wenn auch natürlich konsequente Weiterentwicklung im Bereich des nachhaltigen Handelns. „Otto setzt sich schon lange für ökologisch verträgliche Lösungen im Onlinehandel ein. Das umfasst den wachsenden Verkauf nachhaltiger Produkte ebenso wie die konsequente Reduzierung etwa von Emissionen und Verpackungsmüll. Insofern ist die geplante Kooperation mit Wildplastic für uns nur konsequent und ein weiterer Schritt dahin, den Einkauf im Netz noch umweltverträglicher zu gestalten. Dass Versandtüten aus wildem Plastik auch bei unseren Kund*innen gut ankommen, hat unser erfolgreicher Pilottest im vergangenen Sommer gezeigt“, freut sich Ingo Bertram, Pressesprecher bei Otto und Co-Founder von MORE*, dem LGBTIQ*-Netzwerk der Otto Group.
Christian Sigmund, CEO und Co-Founder von WILDPLASTIC und Benjamin Köhler, Projektmanager Corporate Responsibility Otto Group
Mit der Zusammenarbeit setzt Otto auf ein junges Unternehmen mit Expertenwissen im Bereich Post Consumer Plastik: Wildplastic ist Deutschlands einziger Anbieter von Produkten, die aus wildem Plastik bestehen, und hat 2020 die Wildbag als erste Mülltüte aus gesammeltem wildem Plastik entwickelt. Allein durch die Produktion der Wildbags wurde bisher so viel falsch entsorgter Kunststoff aufgeräumt und wiederverwertet, dass man damit insgesamt 60-mal die Elbphilharmonie einwickeln könnte. Mit dem Einstieg in den Versandhandel geht das Unternehmen im Verantwortungseigentum jetzt einen Schritt weiter.
Ein vorangegangenes Pilotprojekt mit Otto konnte bereits aufzeigen, dass die nachhaltige Versandverpackung der Wildplastic-Variante weniger CO2-Emissionen ausstößt als vergleichbare Versandtüten des Versandhändlers, die bereits aus 80 Prozent Recyclinganteil bestehen. Denn: Das Material für die neuartigen Versandtüten wird außerhalb der Recycling- und Abfallkreisläufe gesammelt und diesen wieder hinzugefügt, dadurch erhöht sich das Angebot an Rezyklat, welches wiederum anstelle von Neuplastik eingesetzt wird. Die reduzierten Treibhausgasemissionen machen dabei aber nur einen Teil der Umweltauswirkung aus.
Systemischer Wandel nötig, um globales Müllproblem zu lösen
Wildplastic arbeitet mit zertifizierten Organisationen wie Plastics for Change, Plastic Bank und Empower zusammen, um wildes Plastik in Ländern ohne eigene Recyclingstrukturen wie zum Beispiel Haiti, Indien oder Nigeria einzusammeln und als Wertstoff zurück in den Produktionskreislauf zu holen. Von dort wird es nach Portugal transportiert, wo es gesäubert und zu einem Granulat verarbeitet wird. Aus diesem werden anschließend Produkte wie die Otto/Wildplastic-Versandtüten hergestellt. Gleichzeitig werden durch die Zusammenarbeit Sammler*innen vor Ort dabei unterstützt, ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern und der Aufbau einer funktionierenden Abfallwirtschaft vorangetrieben, um somit zu verhindern, dass Plastik weiterhin in der Umwelt landet.
„Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, zusammen mit Otto noch mehr Menschen zu erreichen, noch mehr Müll aus der Umwelt aufzuräumen und so unserem übergeordneten Ziel, die Welt langfristig von wildem Plastik zu befreien, ein Stück näher zu kommen. Mit der geplanten Zusammenarbeit geht für uns die Reise jetzt erst richtig los: Mit gezielten Partnerschaften möchten wir Branchen wie den Versandhandel nachhaltig verändern. Denn einen systemischen Wandel voranzutreiben, der möglichst viele Menschen erreicht und mit sich zieht, ist die wahrscheinlichste, wenn nicht gar einzige Lösung, für das globale Müllproblem“, ergänzt Sigmund.
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