Ocean Shipping Index (OSI) Seefracht: Anhaltende Störungen verlängern die Transportzeiten

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Die durchschnittliche Transportzeit für Container von der Buchung bis zum Empfang ist auf mehreren Schifffahrtsrouten im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Seefracht ist bis zu acht Tage länger unterwegs.

(Bild:  DailyStock / Adobe Stock)
(Bild: DailyStock / Adobe Stock)

Die weltweite durchschnittliche Transitzeit von Seefracht ist im vergangenen Quartal um zwei Tage auf 66 Tage gestiegen – das sind acht Tage mehr als im zweiten Quartal 2023. Der Hauptgrund für den Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist die tatsächliche Transitzeit, die um fünf Tage stieg. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle vierteljährliche Ocean Shipping Index (OSI) von E2open, einem Anbieter einer Supply-Chain-SaaS-Plattform.

Der Ocean Shipping Index ist eine datengestützte Referenz für viele Frachtunternehmen. Er hilft zu verstehen, wie lange es dauert, Waren international zu transportieren und welche Faktoren zu den beobachteten Verzögerungen beitragen. Der Bericht basiert auf Daten von über 480.000 Unternehmen, die  jährlich 70 Millionen Container verfolgen.

Beeinträchtigungen durch Wetter und Konflikte

„Der erwartete Anstieg der durchschnittlichen globalen Transportzeit spiegelt die anhaltenden Störungen wider, die die Seeschifffahrt weiterhin beeinträchtigen“, erklärt Pawan Joshi, EVP Products and Strategy bei E2open. Der aktuelle OSI zeige, wie Wetter, geopolitische Konflikte, Hafenüberlastungen und -schließungen sowie Routen-Umleitungen aufgrund von Unruhen im Roten Meer und Dürreproblemen im Panamakanal die wichtigste Transportform im Welthandel beeinträchtigen: die Seeschifffahrt.

Weitere wichtige Erkenntnisse des aktuellen Ocean Shipping Index (OSI):

  • Exporte von Südamerika nach Asien dauerten durchschnittlich 87 Tage, sechs Tage länger als im Vorquartal und 15 Tage länger als im zweiten Quartal 2023. Die durchschnittliche Transitzeit von Asien nach Südamerika betrug 78 Tage, drei Tage länger als im Vorquartal und zehn Tage länger als im zweiten Quartal 2023.

  • Seefracht von Asien nach Europa dauerte durchschnittlich 75 Tage, zwei Tage länger als im Vorquartal und 14 Tage länger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die durchschnittliche Transportdauer von Europa nach Asien lag mit 84 Tagen auf dem Niveau des Vorquartals, aber 11 Tage über der des zweiten Quartals 2023.

  • Die Exporte von Asien nach Nordamerika und von Nordamerika nach Asien dauerten durchschnittlich 63 beziehungsweise 84 Tage, was einem Anstieg von sieben respektive drei Tagen gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

  • Europa nach Nordamerika war die einzige wichtige Route von Seefracht, die mit 51 Tagen die gleiche Containerlaufzeit aufwies wie im Vorjahreszeitraum.

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