Interview Entirely.ai: Profitmotor statt Kostenfaktor – das neue Marketing mit KI‑Agenten

Von Heiner Sieger 8 min Lesedauer

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Vom KPI Nebelhorn zum klaren Steuerkurs: Tobias Ackermann und Dr. Bastian Gerhard von Entirely.ai erklären, wie agentische Orchestrierung, Landscape-Zwilling und eingebettete Governance das Marketing in Zukunft steuerbar und profitabel machen.

(Bild:  © tu/stock.adobe.com)
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DARUM GEHT's

Problem und Hebel: Zersplitterte MarTech Stacks, statische Automationen und KPI Brüche bremsen Wirkung. Agentische Orchestrierung bündelt Ziele, Kanäle, Tools und Daten – mit Human in the Loop, Guardrails und Kill Switch für kontrollierte Automatisierung.

So funktioniert’s: Der Landscape Zwilling macht Tools, Daten und Workflows transparent; offene Schnittstellen orchestrieren Best of Breed ohne Re Plattforming. Eingebettete Governance protokolliert Entscheidungen (DSGVO, Audit Logs, Freigaben) und schafft Vertrauen.

Der Effekt: Von ROAS zu POAS, weniger Waste, schnellere Budget  und Maßnahmen Shifts, eventgetriebene Personalisierung. Marketing wird zum strategischen Profittreiber – skaliert durch offenes Ökosystem und Agent Marketplace.

Sie haben vor wenigen Tagen in Lissabon Ihre neue Marketing-Plattform Entirely.ai vorgestellt. Sie versprechen damit adaptive Orchestrierungsmodelle, die CMO in die Lage versetzen, von Marketing als Kostenfaktor zu gewinnbringendem Performance-Marketing überzugehen. Das wäre ein kompletter Paradigmenwechsel im Marketing. Wie genau gelingt das – und was ändert sich grundlegend?

Tobias Ackermann: Das ist in der Tat ein Paradigmenwechel. Wir verlagern den Schwerpunkt vom „Wie bediene ich Tools?“ hin zu „Was zahlt nachweislich auf Gewinn und Marke ein?“. Das gelingt über drei Bausteine: Erstens unser „Landscape“-Modus als digitaler Zwilling des gesamten Marketing-Stacks – er schafft Transparenz über Tools, Datenflüsse, Workflows und Budgets. Zweitens eine Compliance-Schicht als eingebetteter Wächter – jede Entscheidung eines Agenten ist protokolliert, regelkonform und bei Bedarf manuell freizuzeichnen. Drittens adaptive Orchestrierung durch KI-Agenten mit Human-in-the-Loop: Teams definieren Ziele, Agenten wählen Kanäle und Tools, setzen Experimente auf, überwachen Ergebnisse und empfehlen Budget- und Maßnahmen-Shifts. So sinken operative Reibungsverluste, die Effektivität steigt, und Marketing wird messbar zum Gewinnbeitrag.

Tobias Ackermann: CEO von Entirely und verantwortet Strategie und Wachstum des Unternehmens. Zuvor war er unter anderem CEO von Censhare. Er verfügt über langjährige Erfahrung in MarTech, Enterprise-Software und datengetriebener Transformation.(Bild:  Entirely.ai)
Tobias Ackermann: CEO von Entirely und verantwortet Strategie und Wachstum des Unternehmens. Zuvor war er unter anderem CEO von Censhare. Er verfügt über langjährige Erfahrung in MarTech, Enterprise-Software und datengetriebener Transformation.
(Bild: Entirely.ai)

Wie funktionieren diese adaptiven Orchestrierungsmodelle im Alltag, wenn ein Team beispielsweise ein neues Produkt in Frankreich launchen will?

Bastian Gerhard: Das Team steckt Ziel, Budget, KPI und Constraints ab. Agenten kartieren die vorhandenen Systeme, ziehen relevante Produkt- und Contentdaten, schlagen Maßnahmen und Varianten vor, erstellen erste Entwürfe und setzen Workflows auf – immer mit menschlicher Kontrolle. Während der Laufzeit überwachen sie die Performance, erkennen Drifts früh und schlagen konkret begründete Umverteilungen vor – inklusive Evidenz und Audit-Log. Jeder Schritt ist nachvollziehbar, Guardrails sichern Budget- und Markenleitplanken ab.

Wie integrieren Sie bestehende MarTech-Landschaften, ohne getätigte Investitionen zu entwerten?

Tobias Ackermann: Nicht durch ein neues Monolith-Gebäude. Wir verfolgen einen AI-first-Ansatz: Funktionen vorhandener Systeme werden über offene Protokolle und APIs adressierbar. Agenten können dann die Landschaft orchestrieren – ohne dass Unternehmen ihre Best-of-Breed-Tools aufgeben. Das reduziert Integrationsrisiken, erhöht die Interoperabilität und beschleunigt die Wertrealisierung.

Welche Rolle spielen Partner wie epoq im Entirely Open Ecosystem?

Bastian Gerhard: Partner bringen spezialisierte Fähigkeiten ein, etwa Onsite-Suche, Recommendations oder Conversational Search. Diese werden „agentenfähig“ gemacht und in Use Cases eingebunden – vom personalisierten Produkterlebnis bis zur dynamischen Segmentansprache. Kunden profitieren doppelt: Sie nutzen vorhandene Stärken weiter und bekommen obenauf eine Intelligenzschicht, die Silos überbrückt.

Wir verfolgen einen AI-first-Ansatz: Funktionen vorhandener Systeme werden über offene Protokolle und APIs adressierbar. Agenten können dann die Landschaft orchestrieren – ohne dass Unternehmen ihre Best-of-Breed-Tools aufgeben. Das reduziert Integrationsrisiken, erhöht die Interoperabilität und beschleunigt die Wertrealisierung.

Tobias Ackermann, CEO von Entirely.ai

Datenschutz-Compliance ist ein Dauerbrenner. Was bedeutet der „eingebettete Wächter“ konkret – und wie stellen Sie Testierfähigkeit sicher?

Tobias Ackermann: Jede Agentenentscheidung erzeugt ein detailliertes Protokoll: Kontext, Regelbasis, Entscheidung, Wirkung. Diese Logs prüfen wir automatisiert gegen DSGVO und weitere Normen. Wo nötig, greifen Freigabeprozesse – bis hin zu externen Expert-Reviews aus unserem Ökosystem. Ziel ist Near-Real-Time-Compliance: so automatisiert wie möglich, so manuell wie nötig. Das gibt Governance Sicherheit und schafft Vertrauen bei Kundinnen und Kunden.

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