KI-Ära Agenturen in der B2B-Kommunikation: Vom Zulieferer zur strategischen Steuerzentrale

Ein Gastbeitrag von Jacqueline Althaller 5 min Lesedauer

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Im Zeitalter der KI transformieren sich Agenturen von reinen Zulieferern zu strategischen Steuerzentralen in der B2B-Kommunikation. Das erfordert ein Umdenken in der Kommunikation und Governance.

(Bild:  © ImageFlow/stock.adobe.com)
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DARUM GEHT'S

Rolle von Agenturen: Sie entwickeln sich von Zulieferern zu strategischen Steuerzentralen in der KI-Ära. Mit der zunehmenden Nutzung von KI in der B2B-Kommunikation müssen sie ihre Aufgaben neu definieren, um als unverzichtbare Partner wahrgenommen zu werden, die Governance und strategische Steuerung übernehmen.

Enablement durch Systeme: Anstelle von ständigem Content-Output konzentrieren sich Agenturen auf die Schaffung tragfähiger Strukturen. Sie unterstützen Unternehmen beim Aufbau klarer Workflows und der Entwicklung von Serien-Formaten, die eine nachhaltige und selbstständige Social-Media-Arbeit ermöglichen.

Governance in der KI-Nutzung: Agenturen müssen verbindliche Regeln für den Einsatz von KI festlegen, um Qualität, Verantwortung und Compliance sicherzustellen. Dies umfasst die Definition von Aufgaben, die KI übernehmen kann, sowie die Kontrolle über Inhalt und Markenidentität.

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitsteilung in der Kommunikation grundlegend. Textentwürfe, Bild-Ideen, Content-Planungen – vieles, was früher zeitaufwendig war, lässt sich heute mit wenigen Klicks erzeugen. Unsere B2B-Social-Media-Studie 2025/26 zeigt: 93,5 Prozent der befragten Unternehmen setzen bereits mindestens eine KI-Funktion im Umfeld ihrer Social-Media-Aktivitäten ein, 77,6 Prozent nutzen KI zur Textunterstützung, 37,9 Prozent für Grafiken, 28,5 Prozent für Planung. Die Flaschehälse verlagern sich: weg von der reinen Produktion, hin zu den Bereichen, in denen menschliche Einordnung unverzichtbar bleibt.

Genau dort entscheidet sich die Zukunft der Agenturen. Wer weiterhin vor allem Output liefert – Posts, Grafiken, Kampagnen – gerät in die Austauschbarkeit. Wer dagegen Reifegrad schafft, Regeln setzt und Risiko-Resilienz aufbaut, wird zum unverzichtbaren Partner für Management, Marke und Budget.

Studienblick: Wo Agenturen wirklich stehen

Die Daten der aktuellen B2B-Social-Media-Studie von Althaller Communication zeichnen ein klares Bild: Agenturen sind im System – aber ihre Rolle ist oft unscharf:

  • 48,1 Prozent der Unternehmen nutzen Agenturen nur in Teilgebieten, etwa für Kampagnen, Content-Produktionen oder Spezialthemen,
  • 28,7 Prozent sehen eine starke oder sehr starke Rolle der Agenturen,
  • nur 6,5 Prozent lassen Social Media strategisch von Agenturen steuern (im Vorjahr waren es noch 1,0 Prozent),
  • in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiter attestieren 55,9 Prozent den Agenturen eine hohe oder sehr hohe Bedeutung.

Das bedeutet: Agenturen sind präsent, aber das Steuerungsmandat bleibt die Ausnahme. Wo es vergeben wird, entsteht ein hohes Vertrauensmandat – und ein ebenso hoher Anspruch an Transparenz, Governance und Wirksamkeit.

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