E-Commerce-Schule: Shopify

Onlineshop mit Shopify: Versand und Fulfillment – Teil 5

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2.  Third-Party Fulfillment: Skalierung und Expansion

Bei dieser Strategie lagerst Du den gesamten Order Fulfillment-Prozess an einen Logistikdienstleister aus. Das eignet sich für wachsende E-Commerce-Unternehmen mit steigendem Bestellvolumen. Dir entstehen zwar zusätzliche Kosten für den Dienstleister und Du hast eventuell keine Möglichkeit, individuelle Verpackungen zu nutzen, aber Du legst das Fulfillment in professionelle und spezialisierte Hände, bei denen die Prozesse zeit- und kosteneffizient erfolgen. So musst Du für diese Aufgaben kein eigenes Personal oder Arbeitszeit einplanen.

Um den passenden Fulfillment-Dienstleister für Dein Business zu finden, solltest Du potenzielle Partner genau prüfen. Wichtig sind nicht nur die Kosten für das gesamte Handling und die zeitlichen Abläufe, sondern auch die Frage, ob der Dienstleister technologisch so aufgestellt ist, dass er mit Deinem Business mitwachsen kann. Ebenso entscheidend ist, ob er bereits Erfahrung mit vergleichbaren Anforderungen hat und über nationale oder internationale Standorte verfügt, welche Dir eine Expansion erleichtern und durch regionale Lager kürzere Lieferwege ermöglichen.

Fulfillment: Ob Merchant Fulfillment oder Third-Party Fulfillment – die richtige Strategie zählt.(Bild:  Shopify)
Fulfillment: Ob Merchant Fulfillment oder Third-Party Fulfillment – die richtige Strategie zählt.
(Bild: Shopify)

Darüber hinaus sollten Verantwortlichkeiten im Vorfeld klar besprochen und vertraglich festgehalten werden, damit auftretende Probleme schnell gelöst werden können. Achte darauf, dass Dein zukünftiger Partner faire Arbeitspraktiken sowie Gesundheits- und Sicherheitsstandards einhält.

Stelle außerdem sicher, dass sich die Systeme Deines Fulfillment-Partners in Deine Shopify-Plattform integrieren lassen. Technisch ermöglicht das etwa die Shopify Fulfillment Orders API. Das ist die Schnittstelle, die es Dir ermöglicht, mit externen Anbietern Auftrags-, Kunden- und Versanddaten zwischen Deinem Shop und ihrer Fulfillment-Software zu synchronisieren.

Internationaler Versand in fünf Schritten

Wenn du überlegst, deine Produkte ins Ausland zu verkaufen, solltest du deinen Check-out und deine Prozesse gezielt anpassen:

1. Shopify Markets als Fundament: Das integrierte Tool Shopify Markets ermöglicht es dir, Sprachen, Währungen und lokale Zahlungsmethoden direkt im Admin festzulegen, um internationalen Kunden ein optimales Einkaufserlebnis zu bieten.

2. Zölle und Steuern im Check-out ausweisen: Unerwartete Gebühren an der Haustür sind einer der häufigsten Gründe für verweigerte Annahmen. Shopify berechnet diese Kosten auf Wunsch direkt im Checkout-Prozess und weist sie transparent aus.

3. Incoterms in den AGB festlegen: Definiere in deinen AGB klar, welche Versandklausel (Incoterm®) gilt. Die gängigsten im E-Commerce sind DDP (Delivered Duty Paid), wo du die Zölle und Steuern vorab übernimmst und DAP (Delivered at Place, wo die Kunden bei der Zustellung zahlen).

4. Rechtliche Vorgaben beachten: Halte internationale Pflichten frühzeitig im Blick. Dazu gehören die Umsatzsteuerabwicklung in der EU (One-Stop-Shop / OSS), die EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR) sowie länderspezifische Verpackungslizenzen.

5. Verpackung und Retouren optimieren: Wähle robustere Verpackungen für lange Transportwege und plane einen klaren, gesetzeskonformen Retourenprozess ein, der die jeweiligen Verbraucherrechte der Zielmärkte berücksichtigt.

3. Wachstumsstufe: Multi-Location und Distributionszentren

Dies ist keine eigenständige Versand-Strategie, sondern eine Skalierungsstufe, die sowohl Eigenversand- als auch 3PL-Setups (Third-Party Logistics) ergänzt. Mit steigendem Bestellvolumen und wachsender Sortimentsbreite wird es meist ineffizient, den gesamten Bestand an einem einzigen Ort vorzuhalten.

Internationaler Versand: Erfordert ein wenig Vorbereitung.(Bild:  Shopify)
Internationaler Versand: Erfordert ein wenig Vorbereitung.
(Bild: Shopify)

Voraussetzung für eine skalierte Logistik mit mehreren Lagerstandorten ist eine zentrale Bestandsverwaltung. Shopify bietet Dir dafür Multi-Location Inventory. Du kannst mehrere Standorte – ob eigenes Lager, stationäres Geschäft, Pop-up-Store oder den Standort eines 3PL-Partners – direkt in Deinem Adminbereich anlegen und den physischen Bestand pro Standort in Echtzeit tracken. Bei eingehenden Bestellungen kann Shopify automatisch den Standort priorisieren, der die Lieferung am effizientesten abwickelt, etwa weil er geografisch am nächsten an der Lieferadresse liegt oder den passenden Artikel vorrätig hat. So lassen sich kürzere Lieferwege und niedrigere Versandkosten realisieren, ohne dass man jeden Standort separat und isoliert managen muss.

Ab einer bestimmten Größenordnung kommen zudem Distributionszentren ins Spiel. Diese dienen dazu, größere Warenmengen zu lagern, zu sortieren und effizient an weitere Lager- oder Versandstandorte weiterzuleiten. Das ist vor allem dann relevant, wenn Du mehrere Märkte bedienst oder regionale Lagerstrukturen aufbaust. Im Unterschied dazu ist ein Fulfillment-Center direkt auf die Abwicklung einzelner Kundenbestellungen ausgerichtet. Dort werden Produkte kommissioniert, verpackt, versendet und bei Bedarf auch retourniert. Für wachsende Händler ist diese Unterscheidung wichtig: Während Distributionszentren vor allem die Warenströme im Hintergrund optimieren, sorgen Fulfillment-Center für den reibungslosen Versand bis an die Haustür.

Ergebnisse prüfen und Wachstumspotenzial erkennen

Unabhängig davon, für welche Strategie Du Dich entscheidest, solltest Du in jedem Fall Deine Fulfillment-Prozesse regelmäßig überprüfen, um ineffiziente Strukturen und Optimierungspotenzial zu erkennen. Lege dafür messbare Leistungskennzahlen KPI (Key Performance Indicator) fest, wie Auftragsgenauigkeit, Kosten und Kundenzufriedenheit, die deine Fortschritte und Erfolge quantifizieren. Damit kannst Du Anpassungen an Deinen Arbeitsprozessen und Automatisierungskonfigurationen gezielt datenbasiert vornehmen. Mehr hilfreiche KPIs und wie Du diese messen kannst, findest Du auch hier

e-commerce magazin – E-Commerce-Schule – ShopifyPia Schratzenstaller
ist Head of Communication Germany bei Shopify.

Bildquelle: Shopify

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