Grüne Agenten Green Skills im E-Commerce – So gelangen Mitarbeiter zu mehr Klimakompetenz

Ein Gastbeitrag von Valerie Hutterer 4 min Lesedauer

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Green Skills sind in allen Bereichen gefragt, doch die Berufswelt im ECommerce ist mit einer erheblichen und wachsenden Lücke bei grünen Qualifikationen konfrontiert. Um diese zu schließen, müssen Mitarbeitende mit Klimakompetenzen ausgestattet werden.

(Bild: Rawpixel.com – stock.adobe.com)
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Auch den Arbeitsmärkten im Ecommerce fehlt es an Fachleuten für Nachhaltigkeit und saubere Technologien, um die steigende Nachfrage in zahlreichen Branchen zu decken. Die Notwendigkeit nachhaltiger Maßnahmen in Unternehmen wurde durch die festgelegten Klimaziele der Bundesregierung un­terstrichen. Bis 2045 soll Deutschland CO2-neutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es zunächst Aufklärung und Bewusstsein darüber, welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Unternehmen Wirkung zeigen. Denn schon jetzt ist klar: Unter den Stakeholdern deutscher B2B-Unternehmen sind die Mitarbeitenden mit 43 Prozent einer der Haupttreiber dieser Transformation.

Green Skills: Die eigene Belegschaft als Wegweiser zu mehr Nachhaltigkeit

Die Weiterbildung beginnt damit, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an ihrem aktuellen Kenntnisstand abzuholen und bis zur Begeisterung für die nachhaltige Transformation zu begleiten. So gelingt der innere Wandel. Denn die Mitarbeitenden eines Unternehmens gestalten die internen Prozesse, treffen wichtige Entscheidungen und leben die Unternehmenskultur. Daher ist es unerlässlich, sie mit den notwendigen Klima­kompetenzen auszustatten. Dies umfasst bei ihrer Arbeit, die ­Erkenntnis, nachhaltige Entscheidungen treffen zu können, und die Motivation, sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen. Wichtig ist, die Motivation für dieses Handeln intrinsisch zu veranlagen. Nur wer aus Überzeugung agiert, behält die neu gewonnene Einstellung langfristig und kann so für echte Veränderung sorgen.

Grüne Agenten im Unternehmen: Wie Mitarbeiterschulungen zur Einhaltung der CSRD-Richtlinie beitragen

Der Effekt, die eigenen Angestellten zu grünen Agenten aus­zubilden, ist vielfältig: Zum einen werden die vorgegebenen Pflichten gemäß der CSRD-Richtline eingehalten, zum anderen wünschen sich immer mehr Arbeitnehmende ein Unternehmen als Arbeitgeber, das sich für Klima und Umwelt einsetzt. Was genau hat es mit diesen Vorgaben auf sich? Die Corporate Social Responsibility Directive besagt, dass für alle Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden seit dem 1. Januar 2024 die Berichtspflicht gilt. Eine Belegschaft, die in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit geschult ist und sich fortlaufend weiterbildet, sorgt für klare Verbesserungen der Nachhaltigkeitsmaßnahmen und damit auch für die Einhaltung der Klimaziele.

Mit den Werten vereinbar bleiben

Ein anderes Phänomen ist das sogenannte „Conscious Quitting”: Mitarbeitende, die sich nicht mit den Werten ihres Unternehmens oder der Führungsetage identifizieren, können ihre Arbeit nicht länger mit den eigenen Prinzipien vereinbaren und verlassen das Unternehmen. Doch hier können Betriebe gezielt gegensteuern und ein klares Zeichen für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz setzen. Nachhaltigkeit wird zunehmend ein Entscheidungsfaktor für Berufseinsteigende und Job-Wechselnde. Eine Weiterbildung in diesem Bereich wird nicht nur zunehmend zur Pflicht, sondern stärkt das Alleinstellungsmerkmal des eigenen Unternehmens. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Wie gelangt das Personal zu mehr Klimakompetenz?

Zunächst: Die Entwicklung von Klimakompetenzen der eigenen Mitarbeitenden ist ein Prozess, der Zeit und Engagement erfordert. Individuelle Pläne und digitale Bildungsangebote helfen, diesen Prozess einfach zu gestalten. Bei AXA Climate beginnt das Bildungsangebot beispielsweise damit, das bestehende Wissen der Mitarbeitenden zu ermitteln. Es werden keine Vorkenntnisse im Bereich Nachhaltigkeit und Klimawandel vorausgesetzt.

Ganz im Gegenteil: Jeder Teilnehmende wird in seinem Arbeitsalltag individuell abgeholt, wo er oder sie gerade mit dem individuellen Kenntnisstand anzutreffen ist. Dies kann durch Schulungen, Workshops und Lehrmaterialien erfolgen. Dabei sollten die Schulungen nicht nur theoretisches Wissen vermitteln, sondern auch praktische Fähigkeiten und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. In theoretischen Szenarien müssen die Teilnehmenden die richtigen Entscheidungen treffen, die sich so auf ihr echtes Arbeitsleben übertragen lassen. Besonders komplizierte Schulungsbereiche, wie bestimmte Aspekte des Klimawandels, werden grafisch aufgearbeitet und didaktisch erklärt. So ist jede Weiterbildung individuell auf die jeweiligen Anforderungen der Teilnehmenden angepasst.

Green Skills: Die Motivation als Schlüssel zum Erfolg

Einer der wichtigsten Aspekte der Lernreise zur Klimakom­petenz ist die innere und langfristige Motivation der Mitarbeitenden. Es ist entscheidend, sie für das Thema Nachhaltigkeit zu begeistern und zu motivieren, sich aktiv und auf Dauer einzubringen, um eine Transformation zu erzielen. Dies kann durch gezielte Kommunikation, persönliche Anerkennung und weitere Anreize erreicht werden. Die Mitarbeitenden sollten das Gefühl haben, dass ihr Beitrag zum Klimaschutz geschätzt wird und dass sie wirklich etwas bewegen können. Denn am Ende des Lehrgangs steht ein großes Ziel: Den inneren Wandel bei den Mitarbeitenden herbeizuführen, der sich dann auf das gesamte Unternehmen überträgt. Dieser Wandel bedeutet, dass sie nicht nur nachhaltige Entscheidungen treffen, weil es von ihnen erwartet wird, sondern weil sie davon überzeugt sind, dass es das Richtige ist. Sie sollten das Thema Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil ihrer Arbeit und ihres Lebens verstehen.

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Green Skills: Fazit

Die Entwicklung von Klimakompetenzen bei Mitarbeitenden ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur nachhaltigen Transformation von Unternehmen. Die Lernreise beginnt damit, die Belegschaft an ihrem aktuellen Kenntnisstand abzuholen und sie Schritt für Schritt zu begleiten – mit dem Ziel, eine intrinsische Motivation für die Nachhaltigkeitsmaßnahmen in ihrem Unternehmen zu erwirken und aktiv zum Handeln für das Erreichen der Klimaziele zu bewegen. Der innere Wandel aller Mitarbeitenden führt zu einem starken gemeinsamen Zielbewusstsein des Unternehmens. Das ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg in einer Welt, die stark von Umweltauswirkungen geprägt ist. Unternehmen, die in die Klimakompetenzen ihrer Mitarbeitenden investieren, investieren in eine nachhaltige Zukunft.

Valerie Hutterer
ist Head of DACH & NL bei der AXA Climate School.

Bildquelle: Valerie Hutterer