Onlinehandel in Deutschland Der E-Commerce trotzt der Krise – doch Temu und Shein erobern den Markt

Von Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Trotz diverser Krisen wächst der E-Commerce in Deutschland auch 2026 weiter. Doch asiatische Plattformen drängen immer tiefer in den Markt: Jeder 20. Euro landet bei Temu, Shein und Co.

(Bild:  © Sabrina/stock.adobe.com)
(Bild: © Sabrina/stock.adobe.com)

Der E-Commerce in Deutschland war vergangenes Jahr auf Wachstumskurs und auch 2026 geht es trotz diverser Krisen weiter aufwärts. Das geht aus einer Analyse des ersten Halbjahres seitens des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) hervor.

Wenn man sich das zweite Quartale 2026 ansieht, dann waren die stärksten Wachstumstreiber Anbieter von Waren des täglichen Bedarfs (plus 10,1 Prozent), vor allem Drogeriehändler ( plus 11,7 Prozent) sowie saisonal laufende Warengruppen wie DIY & Blumen (plus 10,9 Prozent), Hobby- & Freizeitartikel (plus 7,5 Prozent) und Auto- & Motorradzubehör (plus 7,6 Prozent). Versandapotheken verbuchten das kräftigste Umsatzwachstum mit Medikamenten seit Einführung des E-Rezepts verbuchen (plus 13,9 Prozent).

Von der positiven Kauflaune konnten erneut die Online-Marktplätze (plus 6,4 Prozent) profitieren, die zur Jahresmitte 11,5 Milliarden Euro umsetzen konnten, und Herstellerversender (plus 6,3 Prozent). Klassische Onlineshops (plus 3,8 Prozent) und Multichannel-Händler mit Ursprung im stationären Handel (plus 2,5 Prozent) konnten zwar weiter zulegen, laufen den Entwicklungen im Markt jedoch weiter hinterher.

„E-Commerce ist zur wichtigsten Stütze des deutschen Handels in diesem äußerst schwachen Konsumumfeld geworden“, so Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BEVH. „Ob reine Onlinehändler, Multichannel-Anbieter oder Händler auf Marktplätzen: Alle konnten im zweiten Quartal an diesem Wachstum teilhaben.“ Im Detail zeige sich aber, dass Plattformen und insbesondere Anbieter aus dem asiatischen Raum immer mehr Marktanteile auf sich vereinen.

Neue Höchstwerte für Temu, Shein & Co.

Der Anteil der größten asiatischen Plattformen an den Umsätzen im gesamten E-Commerce wächst weiter und liegt laut dem BEVH zur Jahresmitte bei 5,3 Prozent. Damit entfällt bereits jeder 20. Euro im Onlinehandel auf Temu, Shein, AliExpress oder weitere Anbieter aus Asien.

Vom neuen 3-Euro-Pauschalzoll, der seit dem 1. Juli für Sendungen unter 150 Euro erhoben wird, die aus Drittstaaten an Endverbraucher in der EU versandt werden, erwartet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland unterdessen wenig Wirkung. „Billigimporten aus Asien wird die Abgabe wenig anhaben. Die Anbieter haben bereits begonnen, eigene Logistikstrukturen innerhalb Europas aufzubauen. Das bedeutet, dass Waren nicht mehr ungeordnet in kaum zu kontrollierenden Einzelpaketen zu uns gelangen, sondern als Container, und dann innereuropäisch versendet werden“, konstatiert Alien Mulyk, seit 1. Juli neue Hauptgeschäftsführerin des BEVH.

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