Pünktliche Lieferungen Amazon zieht die Daumenschrauben weiter an: Neue Lieferregeln setzen Seller unter Druck

Von Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Amazon erhöht den Druck auf seine Seller: strengere Lieferquoten, engere Fristen und klare Sanktionen. Wer die neuen Vorgaben verfehlt, riskiert Sichtbarkeit und Umsatz.

(Bild:  © Torpix/stock.adobe.com)
(Bild: © Torpix/stock.adobe.com)

Amazon verschärft die Vorschriften für seine Marktplatz-Seller immer weiter. Nachdem der Onlineshop-Riese seine Auszahlungsrichtlinie DD+7 für alle Marktplatzhändler nun konsequent anwendet und Verkäufer künftig möglichst genaue Lieferzeiten angeben müssen, gibt es nun neue Regeln für Produkte mit „Versand durch Verkäufer“ (Fulfillment by Merchant, FBM).

„Für ein hervorragendes Kundenerlebnis“ erwartet Amazon, dass Marktplatz-Händler ab dem 15. Juli 2026 eine Rate pünktlicher Lieferungen (On-Time Delivery Rate, OTDR) von 90 Prozent oder höher einhalten. Das bedeutet, dass neun von zehn FBM-Einheiten am oder vor dem versprochenen „Lieferung bis“-Datum zugestellt werden müssen.

Bei Nichteinhaltung drohen schmerzhafte Konsequenzen. Amazon behält sich vor, ab dem 1. September 2026 betroffene Angebote zu deaktivieren oder Händler verlieren die Möglichkeit, neue FBM-Produkte anzubieten.

Geschäftskunden: Amazon erwartet eine Zustellung während der Bürozeiten

Um eine sichere Zustellung und weniger Zustellversuche zu gewährleisten, erwartet Amazon bei Lieferungen an Geschäftskunden, dass Seller ab dem 30. September 2026 eine Zustellquote innerhalb der Geschäftszeit von ebenfalls mindestens 90 Prozent einhalten.

Auch hier die deutliche Drohung: „Ab 30. Oktober können bei Nichterfüllung der in der Richtlinie festgelegten Anforderungen betroffene Angebote für Business-Kunden deaktiviert werden.“

Laut Amazon werden jedoch auf dem deutschen Marktplatz bereits 90 Prozent der FBM-Bestellungen innerhalb eines Tages Bearbeitungszeit versendet. Aus diesem Grund werden ab dem 15. Juli 2026 nur die Optionen „0 Tage“ und „1 Tag“ als Standard-Bearbeitungszeit angezeigt. Wenn eine Bearbeitungszeit derzeit auf zwei Tage eingestellt ist, wird sie automatisch auf einen Tag geändert. Seller können aber nach wie vor eine längere Bearbeitungszeit pro SKU (Stock Keeping Unit) festlegen.

Zudem weist Amazon drauf hin, dass Verkäufer darauf achten sollen, die seit dem 1. Juli geltenden neuen EU-Zollreformvorschriften für Sendungen einzuhalten, die von außerhalb der EU stammen und an eine EU-Adresse gehen. Für Lieferungen unter 150 Euro, die über Import One-Stop Shop (IOSS, vereinfachtes EU-Verfahren für Zahlung der Einfuhrumsatzsteuer für Online-Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern) eingeführt werden, soll eine zugelassener Transportdienstleister gewählt werden, der zur Ausstellung korrekter Zollunterlagen berechtigt ist. Zudem sollen dem Transportdienst die IOSS-Nummer von Amazon sowie die ASIN-Details (Amazon Standard Identification Number) für jedes Produkt übrmittelt werden.

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