KI-Kaufberatung KI im E-Commerce: Otto öffnet sein Sortiment für ChatGPT und testet KI-Ads

Von Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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KI im E-Commerce wird konkreter: Otto öffnet sein Sortiment für ChatGPT und testet neue Werbeformate. Was das Plugin heute schon kann und wie KI-Agenten künftig Preise, Bestände und Bestellungen steuern könnten.

(Bild:  Otto)
(Bild: Otto)

Die Suche nach der passenden Waschmaschine könnte bald mit einem Gespräch beginnen – nicht im Onlineshop, sondern direkt in ChatGPT. Otto macht sein Sortiment für KI-Anwendungen zugänglich und setzt dafür auf das Model Context Protocol (MCP), einen offenen Standard zur Verbindung von KI-Systemen mit digitalen Diensten.

Der erste konkrete Schritt ist ein ChatGPT-Plugin: Kunden können darin nach Otto-Produkten suchen und sich beraten lassen. Wer etwa wissen möchte, welche Waschmaschine für eine vierköpfige Familie geeignet ist oder welche Siebträgermaschine zum eigenen Bedarf passt, kann die Frage an die künstliche Intelligenz richten. Das Plugin greift dafür auf das Sortiment mit mehr als 19 Millionen Produkten zu. Ist ein passendes Angebot gefunden, geht es zum Abschluss auf die Otto-Plattform. Dort können Kunden wie gewohnt bezahlen und zusätzliche Services buchen.

Der Shop zieht in die KI-Umgebung

Neu ist nicht nur, dass Otto-Produkte in ChatGPT auftauchen. Entscheidend ist die technische Verbindung: Der von Otto Group one.O entwickelte API-Endpunkt macht Otto-Schnittstellen mit MCP kompatibel. Der offene Standard soll es erleichtern, KI-Anwendungen mit Onlineshops und anderen digitalen Diensten zu verbinden, ohne jede Integration von Grund auf neu zu entwickeln.

Für OTTO ist das ein Schritt in Richtung Agentic Commerce: Künftig könnten KI-Agenten etwa aktuelle Preise und Lagerbestände abrufen oder Bestellungen auslösen. Auch Anpassungen in angebundenen Unternehmenssystemen, etwa bei Rechnungen im ERP, seien perspektivisch denkbar. Das sind mögliche künftige Anwendungen. Der aktuelle Praxistest soll zunächst Erfahrungen mit der Anbindung dynamischer Schnittstellen liefern.

Beratung auch außerhalb von Otto

Der ChatGPT-Zugang ergänzt einen KI-Assistenten, den Otto bereits auf der eigenen Plattform anbietet. Der sprachgestützte Assistent berät im gesprochenen Dialog. Laut Unternehmen erzielt er dabei bis zu 37 Prozent höhere Bestellwerte als die klassische Suche – bei doppelter Conversion.

Parallel testet Otto Werbung in ChatGPT. Seit September gehört der Händler nach eigenen Angaben zu den ersten Testpartnern in Europa für ChatGPT Ads. Erste Ergebnisse seien vielversprechend gewesen. Nun prüfe das Unternehmen den langfristigen Einsatz.

Dabei pocht Otto auf eine klare Trennung zwischen bezahlter Werbung und organischen Empfehlungen. In einer Einkaufswelt, in der KI zunehmend Produkte vorschlägt, dürfte genau das entscheidend werden: Nutzer müssen erkennen können, ob eine Empfehlung aus der Beratung stammt oder dafür bezahlt wurde.

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