UCP, MCP und ACP Agentic Commerce: Diese Protokolle sind das neue Betriebssystem des Handels

Von Konstantin Pfliegl 4 min Lesedauer

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Drei Protokolle entscheiden gerade darüber, welche Onlinehändler im Agentic Commerce sichtbar bleiben – und welche unsichtbar werden. Wer sie nicht kennt, baut seinen Shop an den Vertriebskanälen der Zukunft vorbei.

(Bild:  © Jay Koppelman/stock.adobe.com)
(Bild: © Jay Koppelman/stock.adobe.com)

DARUM GEHT'S

Stille Infrastruktur-Revolution: In wenigen Monaten etablierte sich mit drei Protokollen ein neues Betriebssystem für Agentic Commerce. Sie regeln, wie KI-Agenten Produkte finden, Warenkörbe füllen und Transaktionen abschließen.

Drei Protokolle, ein Stack: UCP, MCP und ACP sind keine Konkurrenten, sondern Schichten eines gemeinsamen Systems: MCP liefert die Daten, UCP oder ACP wickeln die Transaktion ab.

Billionenmarkt Agentic Commerce: Die heute gesetzten Protokoll-Standards entscheiden darüber, welche Händler morgen ein Stück vom Kuchen abbekommen – und welche unsichtbar werden.

Handlungsfenster für Europa: Noch sind viele Programme auf den US-Markt begrenzt, doch die internationale Ausweitung kommt. Für europäische Händler heißt das: jetzt Datenfundament, API-Fähigkeit und Payment-Stack vorbereiten.

Es ist eine stille Revolution hinter den Kulissen. Während die Branche noch über KI-Chatbots und Personalisierung diskutiert, haben Google, OpenAI, Anthropic, Shopify und Walmart in wenigen Monaten eine komplett neue Infrastrukturschicht für den E-Commerce geschaffen. Drei Protokolle – UCP, MCP und ACP – bilden zusammen so etwas wie ein Betriebssystem für den maschinell gesteuerten Handel. Sie regeln, wie KI-Agenten Produkte finden, Daten abrufen, Warenkörbe bestücken und Transaktionen abschließen. Ohne dass ein Mensch je eine Produktseite aufruft.

Klingt abstrakt? Ist es nicht. Laut der Analysten von McKinsey könnte allein der agentengesteuerte Handel bis 2030 weltweit ein Volumen von bis zu fünf Billionen Dollar erreichen. Die Protokolle von heute bestimmen, wer von diesem Kuchen morgen etwas abbekommt.

Noch steckt das gesamte Ökosystem in der Frühphase. Aber die Fenster schließen sich schnell: KI-Agenten bevorzugen Quellen, die sie einmal als verlässlich gelernt haben.

Konstantin Pfliegl, leitender Redakteur e-commerce magazin und DIGITAL BUSINESS MAGAZIN

MCP – der USB-C-Stecker des Handels

Das offene Model Context Protocol (MCP) wurde bereits Ende 2024 von Anthropic veröffentlicht und ist bereits der De-facto-Standard für die Anbindung von KI-Modellen an externe Datenquellen.

MCP funktioniert nach einem Client-Server-Prinzip: Ein KI-Agent verbindet sich mit dem MCP-Server eines Händlers und erhält strukturierten Zugriff auf Produktkataloge, Preise, Lagerbestände, Warenkörbe und Kundendaten. Man kann sich MCP also als universellen Datenadapter vorstellen: Egal ob Claude, ChatGPT oder Gemini – ein einziger MCP-Server macht den Shop für alle KI-Plattformen maschinenlesbar.

MCP wickelt keine Transaktionen ab. Es sorgt dafür, dass KI-Agenten die richtigen Daten bekommen, um überhaupt handeln zu können. Ohne das Model Context Protocol ist ein Shop für Agenten blind.

UCP – die Transaktionsschicht

Im Januar 2026 stellte Google gemeinsam mit Partnern wie Shopify und Walmart das Universal Commerce Protocol vor. UCP deckt den gesamten Kaufprozess ab – von der Produktentdeckung über den Warenkorb und Check-out bis hin zu Retouren und Kundenservice.

UCP ist dezentral. Händler hosten ihre eigenen Endpunkte und behalten die volle Kontrolle über Daten, Preise und Kundenbeziehungen. KI-Agenten kommunizieren über standardisierte APIs direkt mit dem Backend des Händlers.

US-Händler können über das Google Merchant Center bereits UCP-Endpunkte einrichten und in einer Sandbox testen. Die internationale Expansion ist angekündigt. UCP unterstützt dabei bewusst mehrere Transportprotokolle. Das macht es zum interoperabelsten der drei Standards.

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