KI im E-Commerce Agentic Commerce: Handel setzt auf KI-Agenten – doch noch fehlen Daten und Budget

Von Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Vom simplen Chatbot zum autonomen Einkäufer: KI-Agenten haben in kürzester Zeit einen rasanten Wandel durchlaufen. Eine EHI-Studie zeigt, wie der Handel mit dieser Entwicklung umgeht – und wie groß beim Agentic Commerce die Kluft zwischen Erwartung und Realität ist.

(Bild:  © ultramcu/stock.adobe.com)
(Bild: © ultramcu/stock.adobe.com)

Rund sechs von zehn Handelsunternehmen beschäftigen sich bereits mit dem Einsatz von KI-Systemen, die Kauf- oder Handelsprozesse weitgehend autonom ausführen oder steuern. Konkrete Anwendungen nutzen davon aber erst gut 11 Prozent. Und vier von zehn Unternehmen sehen laut dem EHI Retail Institute aktuell noch keinen Anwendungsfall für Agentic Commerce im eigenen Betrieb. 

Aktueller Einsatz von Agentic-Commerce-Anwendungen.(Bild:  EHI Retail Institute)
Aktueller Einsatz von Agentic-Commerce-Anwendungen.
(Bild: EHI Retail Institute)

Und warum setzt der Handel überhaupt KI-Agenten ein? Die befragten Handelsunternehmen verfolgen damit vor allem zwei Ziele: Die Steigerung von Conversion und eine stärkere Personalisierung. Beide Aspekte wurden von jeweils knapp 70 Prozent der Befragten genannt. Für mehr als die Hälfte ist zudem die Verbesserung des Kundenservices und die Kundenloyalität wichtig.

Strategien und Investitionen für Agentic Commerce

Bei der strategischen Ausrichtung befindet sich der Handel noch in einer Orientierungsphase. Für 44,9 Prozent der befragten Unternehmen ist noch nicht entschieden, ob sie eigene Agenten entwickeln oder auf bestehende Systeme setzen. 23,6 Prozent arbeiten bereits mit einem Dienstleister zusammen, weitere 32,4 Prozent planen eine solche Kooperation. Viele Händler betrachten jedoch einen eigenen Agenten als relevantes Zukunftsfeld.

Strategie beim Einsatz von Agentic-Commerce-Anwendungen.(Bild:  EHI Retail Institute)
Strategie beim Einsatz von Agentic-Commerce-Anwendungen.
(Bild: EHI Retail Institute)

Doch die Voraussetzungen für den Einsatz von KI-Agenten – Daten, Expertise und Investitionen – sind noch längst nicht überall gegeben. Nur 39,2 Prozent der Befragten bewerten ihre Datenbasis als eher gut bis sehr gut, während 37,4 Prozent sie eher kritisch einschätzen. Personell fühlt sich nur gut ein Fünftel der Unternehmen ausreichend aufgestellt. Aktuell halten lediglich 26,6 Prozent Investitionen in diesem Bereich für wahrscheinlich. In fünf Jahren erwarten das bereits knapp zwei Drittel, in zehn Jahren fast drei Viertel der Befragten.

Trotz der aktuell noch verhaltenen Umsetzung ist die langfristige Erwartungshaltung eindeutig: Mehr als 90 Prozent der Studienteilnehmenden rechnen damit, dass Agentic Commerce den Handel insgesamt in zehn Jahren nachhaltig prägen wird. Heute sehen jedoch erst 10 Prozent eine große Bedeutung. Ähnlich fällt die Einschätzung für den stationären Handel aus: Aktuell erwarten nur 6,2 Prozent einen starken Veränderungseffekt, in fünf Jahren rechnen aber bereits 48,3 Prozent damit, in zehn Jahren fast zwei Drittel.

Im Onlinehandel ist die Erwartung noch deutlicher: Sieht heute erst ein Fünftel der Befragten einen starken Einfluss, werden es laut Prognose in fünf Jahren bereits 85,8 Prozent sein.

Das EHI-Whitepaper „Agentic Commerce“ wurde vom Unternehmen Softserve in Auftrag gegeben. Befragt wurden im Juli und August 2026 knapp 220 Personen des deutschsprachigen Handels aus 12 Branchen. Rund ein Viertel davon ist in der Geschäftsführung oder auf Vorstandsebene tätig.

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