Präzise Lieferangaben werden Pflicht  Der Versand erfolgt zu schnell? Dann kassiert Amazon Seller-Rechte...

Von Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Amazon dreht weiter an den Stellschrauben für seinen Marktplatz: Neue Regeln zu Versandzeiten setzen Händler unter Druck. Wer zu konservativ plant, riskiert Eingriffe – und verliert im Zweifel die Kontrolle über seine Listings.

(Bild:  © PixieMe/stock.adobe.com)
(Bild: © PixieMe/stock.adobe.com)

Amazon schraubt weiter an den Seller-Richtlinien für seinen Marktplatz: Nachdem der Onlineshop-Riese seine Auszahlungsrichtlinie DD+7 für alle Marktplatzhändler nun konsequent anwendet, geht es in der neusten Anpassung um die Versandzeiten. Die Folge: Wer seine Kunden zu früh beliefert, verliert die Kontrolle über seine Bearbeitungszeiten.

Nach Angaben von Amazon bearbeiten 87 Prozent der Verkäufer in den USA Bestellungen innerhalb eines Tages. Dennoch würden aber viele Verkäufer längere SKU-spezifische (Stock Keeping Unit) Bearbeitungszeiten als nötig angeben, was zu zu großzügig geschätzten Lieferzusagen führt. Das möchte der Marktplatz nun ändern: Bereits eine Verkürzung der zugesagten Lieferzeit um einen Tag führe im Durchschnitt zu einer Umsatzsteigerung von 5 Prozent. Daher möchte der Online-Marktplatz, dass seine Seller künftig möglichst genaue Lieferzusagen machen. 

Konkret bedeutet das: Ab dem 29. Juni 2026 müssen Händler auf Amazon sicherstellen, dass ihre hinterlegten Bearbeitungszeiten auch mit der tatsächlichen Versanddauer ihrer Artikel übereinstimmen. Ansonsten kann es passieren, dass Amazon die Kontrolle über die Angabe übernimmt.

Angaben der Lieferzeit: Das ist zu beachten

Amazon-Seller haben zwei Möglichkeiten, ihre Bearbeitungszeiten für einzelne Produkte festzulegen:

  • Automatische Bearbeitungszeit aktivieren (Automated Handling Time, AHT):  Sie legt die Bearbeitungszeit der SKUs basierend auf der Versandhistorie fest. Die AHT lässt sich in den Versandeinstellungen aktivieren.
  •  SKU-spezifische Bearbeitungszeit manuell pflegen: Alternativ lassen sich die Bearbeitungszeiten manuell auf SKU-Ebene festlegen.

Wer die Bearbeitungszeiten manuell pflegt, sollte beachten, dass Amazon die jeweiligen SKUs über einen Zeitraum von 30 Tagen überwacht, „um sicherzustellen, dass die angegebene Bearbeitungszeit der tatsächlichen Versandgeschwindigkeit entspricht“. Wenn ein Produkt dauerhaft mindestens einen Tag schneller versendet wird als angegeben, dann wird sie markiert und der Seller hat 30 Tage Zeit zur Anpassung der Bearbeitungszeit. Wenn innerhalb dieses Zeitraums keine korrekte Lieferzeit angegeben wird, dann übernimmt Amazon die Verwaltung der betroffenen SKUs und gewähren für 180 Tage einen LSR-Schutz (Late Shipment Rate).

Diese Änderung gilt zunächst nur für den US-Markt. Ob und wann auch Händler in Deutschland betroffen sind, ist unklar. Es ist aber durchaus davon auszugehen, dass die Änderung früher oder später auch hierzulande gilt.

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