DPP: Pflichtprogramm mit Mehrwert für den Onlinehandel

Ein Gastbeitrag von Kimberly Karambis 6 min Lesedauer

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Der Digitale Produktpass gilt im digitalen Handel oft nur als lästige Pflicht. Doch richtig genutzt, kann der DPP neue Umsatzpotenziale schaffen  und die Kundenbeziehungen stärken.

(Bild:  MdShuhidul/AdobeStock)
(Bild: MdShuhidul/AdobeStock)

Darum geht’s

Neue Möglichkeiten: Der Digitale Produktpass kann den digitalen Handel grundlegend verändern – wirtschaftlich wie technologisch.

Strategischer Ansatz: Markenhersteller im Direct-to-Consumer-Geschäft (D2C), die den DPP als integralen Bestandteil einer zukunftsorientierten Commerce-Architektur verstehen, schaffen neue Umsatzpotenziale und nachhaltige Kundenbeziehungen.

Relevanz im Agentic Commerce: Der DPP erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass KI-Systeme das Produkt korrekt einordnen und passgenau empfehlen – und wird so zum strategischen Faktor.

Wachsende Beliebtheit der KI: Bei der Recherche nach Produkten und Produktinformationen setzen immer mehr Konsumenten direkt auf ChatGPT & Co. (Bild:  ECC Köln)
Wachsende Beliebtheit der KI: Bei der Recherche nach Produkten und Produktinformationen setzen immer mehr Konsumenten direkt auf ChatGPT & Co.
(Bild: ECC Köln)

Suchen, vergleichen, entscheiden: Immer häufiger übernehmen KI-Systeme diese Schritte für Kunden bei der Produktrecherche. Für Unternehmen stellt sich damit eine entscheidende Frage: Wie werden Produkte in solchen Auswahlprozessen überhaupt berücksichtigt? Die Antwort liegt in der Qualität und Struktur der zugrunde liegenden Daten. Je besser diese aufbereitet und kontextualisiert sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass KI-gestützte Systeme ein Angebot im Digital Commerce auch finden, auswählen und vorschlagen.

Genau hier setzt der Digitale Produktpass an: Als digitaler Zwilling eines Produkts stellt er relevante Informationen innerhalb der gesamten Customer Journey bereit und erhöht so deren Sichtbarkeit in digitalen Vertriebskanälen, auf Marktplätzen sowie zunehmend auch in KI-gestützten Such- und Empfehlungssystemen. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass regulatorische Anforderungen erfüllt werden.

Was ist der Digitale Produktpass?

Der Digitale Produktpass ist ein standardisierter, digitaler Datensatz, der alle relevanten Informationen zu einem Produkt über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg bündelt. Dazu gehören unter anderem Angaben zu Materialien, Herkunft, Produktion, Nutzung, Reparaturmöglichkeiten und Entsorgung. Die Informationen sind strukturiert und maschinenlesbar, sodass sie sich von verschiedenen Systemen – etwa innerhalb der Lieferkette, im Handel oder in digitalen Anwendungen – automatisiert verarbeiten lassen. Der Zugriff auf den Digitalen Produktpass erfolgt in der Regel direkt am Produkt über einen dort angebrachten Informationsträger, beispielsweise einen QR-Code, der die Daten für verschiedene Akteure leicht zugänglich macht.

Damit ist der DPP weit mehr als ein Instrument zur Dokumentation innerhalb der Lieferkette oder zur Unterstützung kundenseitiger Kaufentscheidungen: Er kann zur Grundlage datenbasierter Einkaufserlebnisse werden. Wichtig ist jedoch, dass er konsequent an realen Kundenbedürfnissen und verändertem Kaufverhalten ausgerichtet ist.

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