Umsatzeinbußen, Reputationsverlust und eine abnehmende Kundenbindung: Das und mehr droht Einzelhändlern ohne resiliente Netzwerke. Wie es Händlern gelingt, ihre Netzwerk-Resilienz zu steigern.
(Bild: Montri - Adobe Stock)
Der stationäre Einzelhandel hat es nicht leicht. Einerseits steigen die Kosten für Mieten, Strom und Personal, andererseits bietet der Online-Handel eine bequeme Alternative für die Kundschaft. Dennoch blieb der Umsatz in den vergangenen Jahren relativ stabil. Damit das so bleibt, müssen Händler nicht nur ein zunehmend digitales Kundenerlebnis vor Ort schaffen: Shopping im stationären Einzelhandel ist heute stark von stabilen Netzwerken abhängig, die für einen reibungslosen Einkaufs- und Bezahlvorgang unabdingbar sind.
Wenn Verbindungen ausfallen und es zu Downtimes der Netzwerk-Infrastruktur kommt, drohen Transaktionsprobleme, Sicherheitsrisiken und logistische Albträume. Was sie demnach dringend benötigen, sind resiliente Netzwerke, die sie von überall aus verwalten können und die ihnen helfen, die Ursache von Problemen zu ermitteln. Die vier Säulen der Resilienz von Netzwerken im Retail-Sektor werden nachfolgend vorgestellt.
1. Monitoring und Management via OOB-Netzwerke
Visibilität ist das A und O, wenn es um resiliente Netzwerke geht. Nur wer zu jeder Zeit weiß, was in seinem Unternehmensnetz vor sich geht, kann erfolgreich Downtimes verhindern. Doch selbst bei stabil laufenden Netzwerken sind ab und an Wartungs- und Managementarbeiten nötig. Um ein lückenloses Monitoring der Netzwerkinfrastruktur zu gewährleisten und zu verhindern, dass ihre Verwaltung den reibungslosen Ablauf vor Ort stört, sollten Einzelhändler ein OOB (Out of Band)-Netzwerk nutzen.
Wie der Name schon sagt, laufen Out-of-Band-Netzwerke parallel zum Produktivnetzwerk, über das zum Beispiel Transaktionen oder Informationsterminals im Laden laufen. Durch die Auslagerung des Netzwerkmanagements auf ein Alternativnetz verhindern Einzelhändler, dass es zu langsamen Verbindungen oder „Schluckauf“ im Realbetrieb kommt, wenn Administratoren etwa große Patches ausrollen oder andere Wartungsarbeiten vornehmen. Fällt das Produktivnetzwerk wider Erwarten aus, können die Network Engineers des Unternehmens über das OOB-Netzwerk zudem nach Fehlern suchen, unabhängig von ihrem eigenen Standort.
2. Ausfallsicherheit via Failover to Cellular
Failover to Cellular ist für eine hohe Resilienz der Netzwerke heutzutage fast unabdingbar: Fällt das kabelgebundene Wide Area Network (WAN) aus, können vor Ort installierte Konsolenserver mit dieser Funktion essenzielle Tätigkeiten im Ladengeschäft über das Mobilfunknetz routen. Gleichzeitig haben Administratoren so beispielsweise über 4G ebenfalls Zugriff auf die Netzwerkkomponenten und können sich trotz abgebrochener Verbindung auf Fehlersuche begeben. Manchmal ist lediglich ein fehlerhafter Patch oder eine ähnliche Kleinigkeit für eine Downtime verantwortlich, die sich auf diese Weise schnell beheben lässt.
3. Höchste Security- und Compliance-Standards
Eine hohe Resilienz ist wichtig, ist aber nicht alles. Gerade Einzelhändler haben mit sensiblen Daten zu tun, weshalb sie auf die Einhaltung von Sicherheitsstandards bedacht sein müssen. Kunden- und Bankdaten dürfen nicht in Gefahr geraten, weshalb Einzelhändler bei der Evaluierung der potenziellen OOB-Lösungen für den Einsatz in ihrem Unternehmensnetzwerk darauf achten müssen, dass die Anbieter entsprechende Standards erfüllen. Eine Verschlüsselung der Datenflüsse nach neuestem Stand der Technik sollte obligatorisch sein.
4. Automatische Provisionierung der Netzwerke
Out-of-Band-Netzwerke haben noch einen weiteren Vorteil, von dem vor allem große Retail-Ketten profitieren. Sie eignen sich hervorragend dafür, neue Standorte automatisiert an das Unternehmensnetzwerk anzubinden. Der besondere Vorteil ist, dass kein Netzwerktechniker vor Ort im Einsatz sein muss, um Router, Switches und Konsolenserver einzurichten: Sie können alle Einstellungen in der Zentrale vornehmen, die Geräte an den Bestimmungsort liefern und das Personal am Zielstandort braucht dann lediglich Strom und LAN-Kabel einzustecken. Was nicht automatisiert ablaufen kann, können Netzwerkexperten aus der Zentrale schließlich konfigurieren, nachdem sie über das OOB-Netzwerk Zugriff auf alle angeschlossenen Geräte haben.
Dirk Schuma ist Sales Manager EMEA North bei Opengear.
(Bild: Opengear)
Instabile Netzwerke haben negative Auswirkungen
Dirk Schuma, Sales Manager EMEA North bei Opengear, kommentiert: „Der stationäre Einzelhandel leidet ebenso wie der Online-Handel darunter, wenn die Netzwerke nicht rund laufen. Können Kunden ihre Bestellung online nicht abschließen oder vor Ort nicht bezahlen, droht in erster Instanz ein Umsatzverlust für Retailer. In zweiter Instanz – und das ist fast noch schlimmer – folgt in der Regel ein Reputationsverlust, der sich in Form negativer Bewertungen auf einschlägigen Webseiten und Portalen sowie in der Mund-zu-Mund-Propaganda niederschlägt. Die Kundenbindung sinkt durch instabile Netze ebenso, was Unternehmen des Einzelhandels langfristig in den Ruin treiben kann. Stabile Netzwerke sind daher das Rückgrat des Einzelhandels und sollten durch Resilienz steigernde Maßnahmen wie Out-of-Band-Netzwerke mit Failover to Cellular gestärkt werden.“
Stand: 16.12.2025
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