Emotionen als Effizienz-Booster

Contextual Targeting 2.0: Wenn KI Emotionen erkennt und Werbung wirkt

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Praxis-Beispiele & Kampagnenplanung für Contextual Targeting

Beispiel aus dem E-Commerce-Alltag

Inhalte transportieren nicht nur Informationen, sondern sie erzeugen neue oder verstärken bestehende Emotionen – eine Annahme, die nicht neu ist, sondern nur bisher nicht verlässlich messbar war. KI-gestützte Analysen begreifen die Interpretationsmöglichkeiten von Inhalten auf menschenähnliche Weise und erfassen tiefere Signale von Interesse, Emotion und Intent in Echtzeit. Ohne personenbezogene Daten und vollständig unter Berücksichtigung der Datenschutzvorgaben.

Ein Beispiel: Eine Person liest in einem Fachmedium für Fahrräder und Fahrradzubehör einen Testbericht über ein Premium-E-Mountainbike. Klassisches kontextuelles Targeting würde möglicherweise eine Anzeige für einen Fahrradhelm ausspielen, weil dieser thematisch zum Fahrrad passt. 

Neuro-Contextual hingegen geht über diesen offensichtlichen Zusammenhang hinaus. Es versteht, dass jemand, der sich intensiv mit einem hochwertigen E-Mountainbike beschäftigt, vermutlich nicht nur am Radfahren an sich interessiert ist. Vielleicht träumt diese Person von neuen Abenteuern oder sucht nach Möglichkeiten, mehr Zeit in der Natur zu verbringen. Statt eines weiteren Fahrradprodukts könnte daher eine Anzeige für einen Bergurlaub, eine Premium-Smartwatch oder einen Elektro-SUV mit Fahrradträger ausgespielt werden. Der Unterschied: Klassisches Contextual Advertising sieht das Fahrrad, Neuro-Contextual versteht den Menschen hinter dem Interesse.

Was bedeutet das für die Kampagnenplanung?

Marketer müssen die Logik des klassischen kontextuellen Targetings erweitern: Von reinem Keyword-basierten Targeting hin zu einem Targeting, das Emotionen einbezieht. Sie sollten im ersten Schritt Kampagnen nicht länger nur nach Themenumfeldern, sondern auch nach emotionaler Tonalität und Kaufabsicht planen. 

Im zweiten Schritt sollten Creative und Umfeld aufeinander abgestimmt werden. Identische Assets, die überall gleich ausgespielt werden, können die Zielgruppe stören und dazu führen, dass sich ein Großteil überhaupt nicht angesprochen fühlt. Im dritten Schritt muss das Measurement und eine potenzielle In-Flight-Optimierung erfolgen. 

Contextual Targeting: Vorteile für alle Seiten des Tech Stacks

Neuro-Contextual Targeting, das Emotionen berücksichtigt, hat in einer Zeit, in der Signalverlust zu einer der größten Herausforderungen der Marketing-Branche wird, enormes Potenzial: Werbetreibende erhalten die Möglichkeit, eine tiefere Verbindung zu ihren Kunden aufzubauen und dadurch die Kampagnen-Performance zu erhöhen. Von CTV bis Open Web können sie Bild- und Videomaterial, Tonalität und Botschaften so anpassen, dass sie mit der emotionalen Verfassung der Konsumenten matchen. Auf der anderen Seite werden Publisher durch Neuro-Contextual befähigt, ihr Inventar zu optimieren. Die kontextuelle Interpretation von Emotionen kann so zu einem echten Effizienz-Booster werden.

Contextual TargetingJohannes Paysen
ist Managing Director für die DACH-Region bei Seedtag. 

Bildquelle: Seedtag

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