EU Consumer Credit Directive EU-Verbraucherkreditrichtlinie CCD2: Wenn die Bonitätsprüfung die Conversion abwürgt

Ein Gastbeitrag von Christoph Krauss 5 min Lesedauer

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Ab November 2026 gilt die EU-Verbraucherkreditrichtlinie CCD2 verbindlich – und trifft den Onlinehandel mitten im Check-out. Die neue Prüfpflicht für Buy Now, Pay Later droht zum Conversion-Killer zu werden. Wer jetzt handelt, ist klar im Vorteil.

(Bild:  © Hammad/stock.adobe.com)
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DARUM GEHT'S

EU-Verbraucherkreditrichtlinie CCD2: Ab November 2026 gilt die deutsche Umsetzung verbindlich. Sie schließt eine Lücke, von der Buy Now, Pay Later jahrelang profitiert hat: Kurzfristige, zinsfreie oder kleine Zahlungsaufschübe waren bislang vom strengen Verbraucherdarlehensrecht ausgenommen.

Neue Prüfpflichten bei BNPL: Wird eine BNPL-Option angeboten, greift künftig unabhängig vom Betrag die volle Prüfpflicht. Auch Werbung wird strenger und braucht die Pflichtangaben.

Baustellen im Onlinehandel: Erstens der Check-out: keine vorausgewählten Zusatzleistungen mehr. Zweitens eine Fallback-Logik, die abgelehnte Kunden automatisch zu Vorkasse, Karte oder PayPal leitet. Drittens die Werbemittel: alle „0-Prozent“- und Raten-Banner gehören auf den Prüfstand.

Ab dem 20. November 2026 gilt sie verbindlich: die deutsche Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie CCD2  (EU Consumer Credit Directive II).  Was nach trockenem Bankenrecht klingt, trifft den deutschen Onlinehandel mitten ins Herzstück – den Check-out. Der Grund: Die Richtlinie schließt eine Lücke, von der Buy Now, Pay Later (BNPL) jahrelang profitiert hat. Kurzfristige, zinsfreie oder kleine Zahlungsaufschübe waren bislang vom strengen Verbraucherdarlehensrecht ausgenommen. Doch damit ist bald Schluss.

Wer hier im Herbst nicht in Zeitnot geraten will, sollte CCD2 nicht als reines IT-Thema abtun. Wichtig ist vor allem, vertraglich mit den Payment-Partnern zu klären, wer welche Daten liefert und wer im Streitfall haftet. 

Christoph Krauss, Associate Partner bei der Unternehmensberatung Prof. Roll & Pastuch 

Das ändert sich

Wird eine Buy Now, Pay Later Option angeboten, was häufig durch externe Zahlungsdienstleister wie Klarna oder PayPal abgebildet wird, greift künftig die volle Prüfpflicht – und das unabhängig von der Höhe des Betrages. Die Bonität des Kreditnehmers muss geprüft werden. Zudem ist ein standardisiertes Informationsblatt mit effektivem Jahreszins und Verzugskosten zur Verfügung zu stellen und ein eigenständiges 14-tägiges Widerrufsrecht für den Kreditvertrag wird eingeführt, zusätzlich zum gewohnten Widerrufsrecht beim Kauf. 

Auch Werbung wird strenger: „Bequem in drei Raten zahlen“ reicht als Slogan nicht mehr, wenn die Pflichtangaben fehlen. 

Immerhin eine gute Nachricht für Händler, die selbst auf Rechnung verkaufen, ohne einen Finanzierungspartner einzubinden: Dieser klassische Rechnungskauf bleibt in vielen Fällen außerhalb des engen Kreditbegriffs. Nur ist das im modernen E-Commerce längst die Ausnahme. Wer heute BNPL anbietet, hat in aller Regel einen Drittanbieter zwischengeschaltet – und genau dort setzt die Richtlinie an.

Was ist das Ziel?

Hinter dem ganzen Pflichtenkatalog steckt eine recht simple Idee: Wer bei drei, vier oder fünf Händlern BNPL nutzt, merkt oft gar nicht mehr, wie sich die einzelnen Raten zu einer ernsthaften Belastung summieren. Eine 50-Euro-Rate für sich genommen wirkt unproblematisch. Zehn davon – verteilt auf verschiedene Anbieter, die sich gegenseitig nicht kennen – schon weniger. 

Genau das soll die verpflichtende Bonitätsprüfung verhindern – eine stille Überschuldung über viele kleine, scheinbar harmlose Finanzierungen hinweg. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das mehr Schutz, aber eben auch mehr Reibung an der Kasse: häufigere Ablehnungen, zusätzliche Klicks, Angaben zum Bonitätscheck, längere Check-outs. 

Für Unternehmen liegt die formale Pflicht zwar beim Kreditgeber. Die operative Verantwortung, dass diese Prozesse im eigenen Shop sauber funktionieren und abgelehnte Kundinnen und Kunden nicht im Check-out stranden, bleibt trotzdem beim Händler hängen.

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