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Licht an, VC aus: Wie Neona Living mit Leuchten skaliert

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Marketingkanäle, Firmenkultur & harte Learnings

Welche Marketingkanäle funktionieren – und was hat euch überrascht?

Lea Wecken: Meta und Google sind unsere Haupttreiber. Pinterest performt okay, skaliert aber schlechter als erwartet. TikTok war vor zwei Jahren zu jung und zu „snackig“ für unser Preissegment; das schauen wir uns derzeit erneut an. Influencer Marketing läuft seit 2023 sehr profitabel – Nischen-Accounts performen besser als große Lifestyle-Profile. Die Herausforderung ist Skalierbarkeit in Deutschland, daher schauen wir auf weitere Länder und Sub-Nischen.

Ihr seid von Anfang an profitabel. Wie balanciert ihr Wachstum und Liquidität?

René Schröder: Wir haben nie Anteile abgegeben, zwei punktuelle Warenfinanzierungen genutzt und wachsen überwiegend aus Cashflow. Beleuchtung bindet Liquidität: lange Produktions- und Lieferzeiten, starker Q4/Q1-Shift. Wir planen Liquidität wöchentlich mit neun Monaten Forecast und steuern Einkauf, Lager und Marketing eng verzahnt. Nicht jedes „läuft gut“ rechtfertigt „noch mehr“ – der Einkauf muss Monate vorher sitzen.

FAQ

Warum setzt Neona Living auf kuratiertes Sortiment statt Masse?

Kuratierung erhöht Markenprofil, Vertrauen und Marge; jedes Produkt erfüllt Design-, Qualitäts- und Preiskriterien.

Welche Kanäle treiben Wachstum?

Meta und Google als Haupttreiber; Influencer Marketing mit Nischen‑Creators; Pinterest begrenzt skalierbar.

Wie steuert Neona Liquidität bei Saisonalität?

Wochenbasierter Cash-Forecast (9 Monate), enge Verzahnung von Einkauf, Lager, Marketing; Q4/Q1‑Vorlauf.

Was sind die nächsten Schritte?

Internationalisierung in Europa, B2B‑Aufbau, weitere Kategorien innerhalb Beleuchtung, perspektivisch Brand Store.

Ihr nutzt eure Firmenkultur als Wachstumshebel: Wie lebt ihr People & Performance?

Lea Wecken: Team ist unser größtes Asset. Formate helfen, Bindung und Austausch hochzuhalten: zum Beispiel die „Lage zum Wochenstart“, ein Slack-Channel mit Wochenend-Highlights, wöchentliche All Hands mit Kamera-on, monatliche Friday-Spa-Events mit Aktivitäten wie Wasseski. Viele Kollegen haben sich intern entwickelt – etwa vom Support ins Influencer Marketing. Wir fordern Feedback aktiv ein, entscheiden argument-basiert, und investieren in Verantwortung statt Hierarchie.

Wie rekrutiert ihr – und was ist euch wichtiger: Skills oder Cultural Fit?

Lea Wecken: Beides – mit Rollenbezug. In Finance/Performance erwarten wir ein solides Skill-Set, aber ohne kulturellen Fit stellen wir nicht ein. Menschen, die für Produkt, Marke und Miteinander brennen, lernen schnell und gehen die Extra-Meile. Auswahlprozesse sind zweistufig, der Teamlead und ich entscheiden. Heute sind wir 28 Personen und wachsen bedacht.

GLOSSAR

D2C (Direct-to-Consumer): Direktvertrieb der Marke an Endkunden, ohne Händler.

B2B: Verkauf an Geschäftskunden (zum Beispiel Architekturbüros, Hotels, Gastronomie).

3PL (Third-Party Logistics): Externer Logistikpartner für Lagerung, Kommissionierung, Versand.

SKU (Stock Keeping Unit): Eindeutige Artikelnummer/Variante im Sortiment.

iOS-14-Änderungen: Apple-Privacy-Update, das das Ad-Tracking erschwert; Attribution wurde ungenauer.

Liquiditätsplanung: Vorausschauende Steuerung der Zahlungsfähigkeit (Eingänge/Ausgänge) – bei langen Lieferketten essenziell.

Welche harten Learnings habt ihr gemacht – und wie seid ihr damit umgegangen?

Lea Wecken: Drei große Stolpersteine: 1) Klarna fror 200.000 Euro ein – die liquiden Mittel waren über Nacht weg, der Support zäh. Wir haben über unser Netzwerk eskaliert, erst nach Monaten kam das Geld. Die Konsequenz: Klarna abgestellt, Conversion stabil gehalten, Gebühren gespart. 2) Unser Frankreich-Launch war zu schnell. Wir hatten schlechte Übersetzungen, falsche Zahlarten und den Start in die Sommerferien gelegt. Das haben wir dann erst mal wir haben gestoppt und die Learnings dokumentiert. 3) Ein technischer Fehler löschte alle Produkte im Shop; das Backup war veraltet. Wir haben nachts alles rekonstruiert, Prozesse, Rechte und Backups gehärtet. Unser Learning: Nicht in Panik verfallen, sondern strukturiert Lösungen bauen.

Wo steht Neona Living in zwei bis drei Jahren – und bleibt ihr bei Beleuchtung?

Lea Wecken: Wir fokussieren weiter auf Beleuchtung – da liegt unsere technische und gestalterische Stärke. Und Internationalisierung ist zentral: Schweiz ist live, Italien im Test, Niederlande und Österreich laufen, weitere europäische Märkte folgen. 

René Schröder: Ein eigener Store ist ein Herzensprojekt – als Markenerlebnis und Trust-Booster, wirtschaftlich kein Muss. Wir wollen die größte Beleuchtungsbrand Europas werden.

Neona Living – Liquiditätsplanung – LiquiditätHeiner Sieger
ist Chefredakteur des e-commerce magazins und des Digital Business Magazins.

Bildquelle: WIN-Verlag

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