Leading Ecommerce Brands Licht an, VC aus: Wie Neona Living mit Leuchten skaliert

Das Gespräch führte Heiner Sieger 6 min Lesedauer

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Vom Gartenschuppen mit 1.500 Euro zum achtstelligen Umsatz: Neona-Living-Gründer Lea Wecken und René Schröder verraten, wie kluge Liquiditätsplanung und starke Kultur Wachstum ohne Fremdkapital treiben.

(Bild:  © Pixel-Shot/stock.adobe.com)
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DARUM GEHT'S

Skalierung mit System: Warum kuratiertes Premiumsortiment, visuelle Inszenierung und schlanke Prozesse Neona Living in einem gesättigten Markt schnell profitabel gemacht haben.

Kultur als Hebel: Wie klare Rollen, Feedback‑Routinen und Rituale wie der Slack-Channel „Lage zum Wochenstart“ Leistung und Bindung stärken.

Wachstum ohne Fremdkapital: Wöchentliche Liquiditätsplanung, saisonale Steuerung und die größten Learnings – von Klarna-Freeze bis Produkt-Restore.

Wie ist die Idee zu Neona Living entstanden – und wie war es, als Paar zu gründen?

Lea Wecken: Interior hat mich schon immer fasziniert. Beim Einrichten meiner ersten Wohnung habe ich gemerkt, wie stark Licht Stimmung, Konzentration und Räume prägt. Im Markt gab es damals die Lücke zwischen günstigem Massenmarkt und teurem High-End-Design – viel Auswahl, aber wenig bezahlbare Qualität mit Designanspruch. Diese Nische wollten wir füllen. Als Paar zu gründen, fühlte sich richtig an: Wir teilen Werte, Tempo und Vision. Wichtig sind klare Hüte: Ich entscheide bei Produktentwicklung und Marke, René bei Finanzen und Einkauf – unser Mitgründer Gabriel ebenso in seinem Bereich. Das schafft Geschwindigkeit und Frieden.

René Schröder: Wir haben pragmatisch entschieden: Mit wem verbringe ich gerne Zeit und kann ich blind vertrauen? Wir sind Freunde und Partner. Wir haben nicht gegründet, um „schnell groß“ zu werden, sondern um Selbstständigkeit zu leben – der Rest folgte: Erst später haben wir die Risiken sauber geregelt, wie Anteile, Gehälter und Prozesse.

Als wir gründeten, gab es im Mittelfeld kaum Marken, die Emotionalität so stark gespielt haben wie wir. Heute ist das Teil unserer Marken-DNA – und schwer kopierbar, weil Technik, Prozesse und Geschmack zusammenspielen.

Lea Wecken, Mitgründerin von Neona Living

Was macht Beleuchtung als E‑Commerce-Kategorie besonders – und worin unterscheidet sich eure Marke?

René Schröder: Wir sind bewusst nicht in SKU-Breite gegangen, sondern kuratieren. Jedes Produkt würden wir selbst zuhause aufhängen. Ein starker Hebel war die Inszenierung: Statt Freisteller zeigen wir Räume, Atmosphäre und Wirkung – oft mit hochwertigen 3D-Visuals. Das transportiert Emotion und Vertrauen.

Lea Wecken: Als wir gründeten, gab es im Mittelfeld kaum Marken, die Emotionalität so stark gespielt haben wie wir. Heute ist das Teil unserer Marken-DNA – und schwer kopierbar, weil Technik, Prozesse und Geschmack zusammenspielen.

Wie habt ihr die ersten Kunden gewonnen – ohne Budget und Reichweite?

Lea Wecken: Mit 1.500 Euro Startkapital und einem Single-Product-Store. Tagesbudget 50 Euro, Shopgebühr 27 Euro, die Domain im Angebot. Unser erstes „Lager“ war der Gartenschuppen von Renés Mutter in Duisburg. Wir haben anfangs über einen Großhändler versendet, um Risiko zu minimieren, und schnell auf direkte Produzentenbeziehungen umgestellt. Ab Tag Eins waren wir profitabel.

René Schröder: American Express hat geholfen: Marketing vorfinanzieren, Umsatz einholen, später zahlen. Wichtig: Zahlen kennen – Cost per Order, Deckungsbeitrag, Cashflow. Vor iOS 14 war Attribution leichter; die Disziplin bleibt aber gleich.

DIE GESRPRÄCHSPARTNER

Lea Wecken ist Mitgründerin von Neona Living. Sie verantwortet Produktentwicklung, Sortiment, Marke und People und studierte BWL in Köln. Interior-Fokus seit der Schulzeit; treibt Category-Building (zum Beispiel Wegeleuchten) und 3D-Inszenierung.

René Schröder ist Mitgründer von Neona Living und zuständig für Finanzen, Einkauf und Liquiditätsplanung. BWL-Background inklusive Erfahrung in Wirtschaftsprüfung. Steuert Forecasting, Saisonalität und Working Capital.

Neona Living – Liquiditätsplanung – Liquidität
(Bild: Neona Living)

Was waren die größten Wachstumshebel in den ersten zwei Jahren?

Lea Wecken: Mehr Vertrauen durch ein echtes Sortiment statt Single-Product – und konsequente Portfolio-Entwicklung. Produkte sind das Herz. Wir haben Kategorien und Stile erweitert, ohne unsere Kurationslogik zu verlieren.

René Schröder: Wir haben schnell gelernt: Lagerfähigkeit steigert Conversion. In Interior akzeptieren Kunden Wartezeiten, aber Verfügbarkeit verkauft mehr. Wir sind früh zu einem flexiblen 3PL gewechselt. Das Timing half zusätzlich: In und nach Corona investierten Menschen zuhause – und unsere emotionale Darstellung griff zusätzlich.

Wie entscheidet ihr, welche Produkte ins Sortiment kommen – und wie läuft eure Entwicklung ab?

Lea Wecken: Mit einem Mix aus Gespür, Trend- und Preislogik sowie Category Building. Ein Beispiel: Wegeleuchten als neue Kategorie, um Zielgruppen zu erweitern. Trends wie Glas oder Travertin greifen wir auf, aber nur, wenn Qualität, Preis und Fertigung sinnvoll zusammenpassen. Der Prozess: Skizze und Anforderungen, 3D-Engineering, Design-Recherche/Patente, 3D-Druck für Proportionen und Lichtbild, dann Muster, Zertifizierungen, Verpackung, Content, Launch.

Testet ihr vor Launches systematisch?

Lea Wecken: Bisher vor allem mit unserem Urteil plus punktuelle Kundenumfragen – die Trefferquote ist hoch, wir haben nur wenige Delistings. Wir bauen jetzt strukturiertere Shadow-Tests und Co-Creation mit der Community auf, um Feedback früher einfließen zu lassen.

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