Was kostet Liquidität? Liquiditätsmanagement: Balanceakt zwischen Sicherheit und Datensouveränität

Ein Gastbeitrag von Patrice Pedram Yahyapour 2 min Lesedauer

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Sind die Einnahmen größer als die Ausgaben, ist Zahlungsfähigkeit sichergestellt: eine einfache Gleichung, die in der Praxis oft zur komplexen Rechenaufgabe wird. Denn was tun, wenn Kunden nicht bezahlen und Einnahmen ausbleiben? Sicherheit und Datensouveränität werden dann zu Faktoren im Liquiditätsmanagement.

(Bild:  vectorjuice-freepik)
(Bild: vectorjuice-freepik)

Erst keine Frühlingsgefühle und nun keine Sommerfrische: So beschreibt der bevh E-Commerce Verband die aktuelle Stimmung. Laut Branchenbarometer blieben deutsche Onlinehändler im ersten Quartal 2024 durchschnittlich 2,4 Prozent hinter Plan. Im zweiten Quartal lag der realisierte Umsatz im Mittel sogar 5,3 Prozent unter dem Planwert.

Liquiditätsmanagement: Die Aussicht

durchwachsen. Flexibili­tät ist gefragt – vorausgesetzt die Liqui­dität reicht aus, um fällige Verbindlichkeiten zu decken. Wesentliche Hebel dafür sind eine Erhöhung der Konver­sionsrate und die Optimierung der Zahlungsströme. Denn je mehr Interes­senten einen Kauf abschließen und je schneller ihr Geld auf dem Konto eingeht, desto besser. In Deutschland leichter gesagt als getan, gehört der Kauf auf Rechnung doch zu den be­liebtesten Bezahloptionen. Er ist ein Muss für die meisten Händler, ungeachtet hoher Aufwände im Handling, verzögerter Zahlungseingänge und dem damit verbundenen Ausfallrisiko.

Factoring als Liquiditätsgarant

Eine Absicherung und Beschleunigung der Prozesse ist möglich. Onlinehändler können ihre Forderungen an sogenannte Factoring-Unternehmen verkaufen. Diese übernehmen das Risiko eines Zahlungsausfalls, überweisen dem Händler direkt den Nominalbetrag abzüglich einer vereinbarten Gebühr und kümmern sich in der Folge um die Zahlungsabwicklung mit dem Kunden. Ein Modell, das Schule macht: Händler können heute aus einer ganzen Reihe von Rechnungskauf-Anbietern wählen.

Liquiditätsmanagement: Der Nachteil

Diese Factoring-Anbieter tragen nicht nur die Forderung, sondern übernehmen in der Regel auch die Kundenschnittstelle und Kommu­nikation ab Kaufabschluss – und die ­damit verbundenen Daten. Dabei beeinflussen Abrechnung und Zahlungsaufforderung, Mahnung und Rück­abwicklung nicht nur die Kundener­fahrung, sondern sind essenzielle Steuerungselemente. Wie Reklamationsprozesse vereinfachen, wenn das dafür nötige Feedback fehlt? Wie die Kundenansprache optimieren und Marketingbudgets austarieren, wenn nicht klar ist, welche Kunden gut und verlässlich zahlen? Sicherheit und schnelle Einnahmen auf Kosten von Datensouveränität kann so zum Verlustgeschäft werden.

Daten als Wachstumsgrundlage

Tatsächlich bezahlen im Schnitt 85 Prozent der Onlinekunden innerhalb der gestellten Zahlungsfristen. Etwa zehn Prozent benötigen eine Erinnerung und nur fünf Prozent der Käufer fallen in die Ka­tegorie der notorischen Nichtzahler.

Liquiditätsmanagement: Die entscheidende Frage

Was ist mehr wert – ein schneller und vollständiger Eingang aller Zahlungen oder die eigene Datensouveränität? Letzteres? Dann gibt es spezi­alisierte Anbieter, die wie eine Ausfall­versicherung einspringen, bis dahin Kundenkommunikation und Daten aber beim Händler belassen.

Beispiel B2C-Rechnungskauf von VR Payment und axytos. Bei diesem Modell stellt der Händler selbst seine Rechnung und erhält Überweisungen seiner Kunden direkt aufs eigene Konto.

Er übernimmt automatisiert das Beschwerde- und Retourenmanagement sowie ‚Zahlungserinnerungen und Mahnwesen – und steuert damit die Kundenerfahrung nach seinem Ermessen und Qualitätsstandard. Erst im Falle eines Inkassoverfahrens springt der Drittanbieter ein – und ist für den Händler damit kostengünstiger als herkömmliche Lösungen. Eine Gleichung, die aufgeht.

Patrice Pedram Yahyapour
ist Produktmanager bei VR Payment

Bildquelle: Patrice Pedram Yahyapour

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