Smarte Logistik

Modehändler LPP setzt auf KI in der Logistik und steigert Effizienz um 20 Prozent

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Digitaler Zwilling ermöglicht Echtzeittests

LPP erhielt als erster Kunde die Möglichkeit, PSIwms AI in der Praxis zu nutzen. „Im Bestreben, rasche Vorteile durch die Nutzung intelligenter und skalierbarer Lösungen zu generieren, lag der Einsatz von KI für uns auf der Hand“, erklärt CEO Sołtys. PSIwms AI ermöglicht es LPP, Logistikprozesse zu prüfen und abzustimmen, ohne dass es dabei zu Auswirkungen auf den realen Betrieb kommt. 

Dazu stützt sich das System auf einen digitalen Zwilling des jeweiligen Lagers. Da dieser über eine Schnittstelle direkt an das Warehouse Management System PSIwms angebunden ist, werden Änderungen im physischen Lager automatisch und in Echtzeit in den digitalen Zwilling übertragen und fließen in die Analyse ein. Auch Änderungen am WMS-Prozess oder eine Neukonfiguration des Systems werden sofort berücksichtigt. Dank dieser Analysen können Nutzer wie LPP im Vorhinein die Auswirkungen spezifischer Änderungen auf die wichtigsten KPIs im Lager beurteilen. So lässt sich beispielsweise prüfen, inwieweit der Kauf neuer Automatisierungsgeräte die Effizienz beeinflussen würde, oder ob das Lagerpersonal in der Lage ist, eine anstehende Verkaufsspitze zu bewältigen. 

Unter Verwendung von Produktionsdaten ist es auch möglich, Änderungen in der Lagertopologie zu simulieren. Darüber hinaus hilft die KI-Lösung gezielt dabei, bestimmte Prozesse zu optimieren. Zum Beispiel lassen sich Vorschläge für die Laufwege der Lagermitarbeiter generieren, sodass mehr Produkte in kürzerer Zeit kommissioniert werden können. Damit diese Impulse leicht verstanden und interpretiert werden können, werden die KI-Modelle und Lagerprozesse, unter anderem mittels einer 3D-Ansicht und Heatmaps, detailliert visualisiert.

Pick mal anders – Effizienzschub im Pilotprojekt

In einem Pilotprojekt kam die Lösung erstmals 2022 zur Anwendung. Als erstes Warehouse setzte das LPP-Fulfillment-Center in Pruszcz Gdański (Polen) PSIwms in der Praxis ein. Hier bestand die Hauptaufgabe des Systems darin, das sogenannte Travelling-Salesman-Problem (TSP) effizient zu lösen. Dabei geht es darum, die kürzest mögliche Route zu finden, die eine Reihe von Orten im Lager verbindet und die Kommissionierung dadurch so effizient wie möglich zu gestalten. Diese Aufgabe hat PSIwms AI mit Bravour gelöst.

Durch die KI-generierten Routen wurden die Kommissionierwege im 64.000 Quadratmeter großen Logistikzentrum um rund 31 Prozent verkürzt und die Effizienz des gesamten Kommissionierprozesses um zirka 20 Prozent gesteigert. Auch die Mitarbeiter im Lager profitieren von der Lösung, denn die KI erleichtert ihre Arbeit spürbar. Anstatt sich wiederholende, zeitraubende Tätigkeiten auszuführen, können sie sich auf wertschöpfendere Aufgaben konzentrieren. Durch die Automatisierung von Routineprozessen und die Verbesserung des Aufgabenmanagements wird darüber hinaus die körperliche Belastung verringert. „Insgesamt konnten wir unsere Prozesse erheblich optimieren. PSIwms AI leistet einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen unserer dynamisch wachsenden Logistik“,  resümiert LPP-CEO Sebastian Sołtys. „Dieses Projekt hat bewiesen, dass die Plattform die relevanten Prozesse eines sehr großen Lagers mit über 750.000 Lagerplätzen und mehr als 700 Mitarbeitern umfassend analysieren kann“, fügt Jerzy Danisz hinzu.

Weiter wachsen – mithilfe der KI

Inzwischen ist PSIwms AI in allen sechs Fulfillment-Centern von LPP in Polen, Rumänien und der Slowakei im Einsatz. Dadurch kann das Modeunternehmen einen großen Teil seiner Intralogistik intelligenter gestalten. Die Verbesserung zahlreicher Abläufe ermöglichte es LPP beispielsweise, auf die Einstellung von schätzungsweise 250 zusätzlichen Beschäftigten zu verzichten, die aufgrund des gestiegenen Bestellvolumens notwendig gewesen wäre. Angesichts der in Polen enorm gestiegenen Personalkosten ist das ein erheblicher wirtschaftlicher Vorteil. 

 Gleichzeitig loten PSI und LPP weiterhin die Grenzen der KI-Lösung aus und planen die Plattform für zukünftige logistische Entwicklungen ein. So wird LPP sein Distributionszentrum im polnischen Brześć Kujawski in den kommenden Monaten von 75.000 auf 160.000 Quadratmeter erweitern. Außerdem möchte das Unternehmen den Automationsgrad seiner Lagertechnik weiter sukzessive erhöhen.

Künstliche Intelligenz – LogistikSascha Tepuric
ist Executive Vice President BU Logistics bei PSI Software.

Bildquelle: PSI Software

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung