E-Commerce Serverside Tracking: Welche Methode ist die richtige?

Ein Gastbeitrag von Matthias Postel 2 min Lesedauer

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Die E-Commerce-Welt redet vom Serverside Tracking, spätestens wenn es um Cookieless Tracking geht. Doch niemand fragt, welches Serverside eigentlich gemeint ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Es wird also höchste Zeit, darüber zu sprechen, denn Serverside ist nicht gleich Serverside.

(Bild: DC Studio-freepik)
(Bild: DC Studio-freepik)

Wer sich daher jetzt ins Serverside-Tracking stürzt, ein Tool anschafft und los geht’s, der unterschätzt womöglich die Herausforderung, denn das Thema ist komplex.

Einige Methoden des Serverside Tracking

Im Serverside Tracking stehen verschiedene Methoden zur Auswahl. Manche stammen noch aus den Ursprüngen der zivilen Internetnutzung: So konnten mit der Logfile-Analyse einfache Informationen wie die Anzahl der Besucher einer Webseite erfasst werden. Da komplexere Anfragen hier nicht möglich sind, genügt sie jedoch heutigen Marketingansprüchen meist nicht.

Anders sieht es zum Beispiel beim serverseitigen Tag Management aus: Hier lassen sich mittels eines zwischen Server und Analysetool geschalteten Tag Management Systems Dateneinstellungen vornehmen, bevor die Daten etwa an die Analyselösung weitergegeben werden, ohne dabei in die Programmierung der Webseite eingreifen zu müssen.

Auch ein Proxy kann zu mehr Datenschutz beitragen. Er kann Userdaten wie IP-Adressen verschlüsseln und User-IDs zuweisen. So bleiben Zusammenhänge erhalten, der User aber ist für den Analysetoolanbieter nicht identifizierbar. Die Notwendigkeit zur Nutzung eines Proxys hängt dabei davon ab, wie der Rest des Setups aufgebaut ist. Wenn ein serverseitiges Tag Management System (sTMS) verwendet wird, das solche Verschlüsselungen bereits vornimmt, ist ein Proxy überflüssig.

Serverside Tracking: Die Frage nach dem Toolanbieter

Wenn nun Serverside Tracking eingesetzt werden soll, muss der MarTech-Stack auch hinsichtlich der Kompatibilität geprüft ­werden. Denn nicht jede Tag Management Lösung funktioniert zum Beispiel gut mit Google Analytics zusammen. Doch für manche scheinbar inkompatible Lösung lassen sich auch Umwege finden, die eine Vielzahl von Toolkombinationen von Cloud Lösungen, verschiedenen APIs oder Tag Management Anbietern ermög­lichen. Unternehmensstrategische Fragen sollten eine Rolle spielen: Will man ganz auf Google setzen und damit eventuell die Abhängigkeit von dem US-amerikanischen Anbieter erhöhen? Ist es wichtig, die Daten in Deutschland oder Europa zu speichern? Bewegt man sich ohnehin im Toolstack im geschlossenen Kosmos eines anderen Anbieters wie beispielsweise Adobe und gedenkt, dieses System nicht zu verlassen?

Und nun?

Vielleicht haben wir es uns alle schon zu bequem gemacht. Jahrelang wurden Third Party Daten ohne Consent abgegriffen, ethisch ein fragwürdiges Modell, marketingtechnisch auch. Denn die Datenmenge hat nicht unbedingt zu besseren Daten geführt. Der Begriff „Datenmüll“ beschreibt das Phänomen. Heute sind Daten knapp, aber als First Party Data umso wertvoller.

Deshalb müssen sich Unternehmen, die sich heute mit Serverside Tracking beschäftigen, die Fragen einer jeden guten Datenstrategie stellen: Wo will ich hin? Wie sind die Voraussetzungen in meinem Unternehmen? Und welchen Ansprüchen an den Datenschutz müssen die Daten entsprechen? Als Lohn winken zuverlässige Daten für Marketing und KI, hohe Sicherheitsstandards und damit die Grundvoraussetzung für Vertrauensbildung auch beim Kunden.

Matthias Postel
ist CEO der iCompetence GmbH.

Bildquelle: Matthias Postel

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