Die Wahl des Systems entscheidet B2B-Commerce außer Kontrolle: Wenn der eigene Shop zur Kostenfalle wird

Ein Gastbeitrag von Martin Rommel 4 min Lesedauer

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Im B2B-Commerce wird der eigene Shop schnell zur Kostenfalle: Wartung, Updates und individuelle Anpassungen treiben die Ausgaben unbemerkt in die Höhe. Oft liegt der Grund tief im System selbst.

(Bild:  © Farhana's Art/stock.adobe.com)
(Bild: © Farhana's Art/stock.adobe.com)

DARUM GEHT'S

Kostenfalle B2B-Commerce: Viele B2B-Shops verursachen nach einigen Jahren Betrieb steigende Wartungs- und Update-Kosten. Ursache sind meist gewachsene, individuell angepasste Systemstrukturen.

Falsche Systemwahl: Oft kommen ursprünglich für B2C entwickelte Shop-Systeme zum Einsatz, die nachträglich um B2B-Funktionen wie Preislogik, Freigabestrukturen oder ERP-Integration ergänzt werden. Die Folge: Ein steigender Betriebsaufwand.

Individuelle statt native Lösungen: Wenn B2B-Funktionen und Schnittstellen individuell programmiert statt im Systemstandard konfiguriert werden, dann wächst die Komplexität bei jeder Anpassung.

In vielen B2B-Unternehmen zeigt sich nach einigen Jahren ein ähnliches Bild: Der Shop ist etabliert, doch der laufende Betrieb wird zunehmend aufwendig. Updates dauern länger als geplant, Anpassungen werden komplexer und neue Anforderungen lassen sich nur mit erheblichem Aufwand umsetzen. Gleichzeitig steigen die Wartungs- und Betriebskosten spürbar. So schnellen Kosten für Updates in den Bereich zwischen 20.000 und 40.000 Euro. Diese Entwicklung ist kein Einzelfall. Sie lässt sich in vielen Projekten beobachten.

Die Gründe für steigende laufende Kosten sind in der Praxis oft ähnlich:

  • B2B-Funktionen werden hinzugefügt und individuell entwickelt,
  • Schnittstellen werden programmiert statt konfiguriert,
  • ERP-Prozesse werden im Shop doppelt realisiert,
  • Änderungen greifen tief in technische Strukturen ein.

Mit jeder zusätzlichen Anforderung wächst die Komplexität. Anpassungen werden aufwendiger, Abstimmungen intensiver und Tests umfangreicher.

Die Rolle der Systemwahl

In vielen Projekten kommen Shop-Systeme zum Einsatz, die ursprünglich für den B2C entwickelt wurden und später um B2B-Funktionalitäten ergänzt werden.

Solche Systeme sind in der Regel auf standardisierte Kaufprozesse ausgelegt. Komplexe Anforderungen im B2B müssen deshalb zusätzlich umgesetzt werden, etwa

  • individuelle Preis- und Konditionslogik,
  • Rollen- und Freigabestrukturen,
  • Integration in ERP-Prozesse,
  • und Service- und After-Sales-Funktionen.

Diese Erweiterungen sind grundsätzlich möglich, erhöhen jedoch den Aufwand im Betrieb.

Total Cost of Ownership im B2B-COMMERCE

Der Total Cost of Ownership (TCO) umfasst alle Kosten eines Systems über seinen gesamten Lebenszyklus.

Im B2B-Commerce entstehen viele dieser Kosten im laufenden Betrieb, insbesondere durch Anpassungen, Integration und Updates.

Typische Auswirkungen im Alltag

Mit wachsender Komplexität zeigen sich häufig ähnliche Effekte:

  • Updates werden aufwendiger und risikoreicher,
  • Systemreaktionen werden langsamer,
  • die Benutzerführung wird unübersichtlicher,
  • und die Akzeptanz bei Anwendern sinkt.

Der Shop erfüllt zwar seine Aufgabe, verursacht jedoch zunehmend Aufwand im Betrieb.

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