EU Consumer Credit Directive Buy Now Pay Later und CCD2: Warum der Check-out zur Kreditentscheidung wird

Ein Gastbeitrag von Vanda Astfäller und Alexander Scheibel 5 min Lesedauer

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Buy Now Pay Later (BNPL) verändert sich radikal: Aus der bequemen Zahlart wird mit der neuen EU-Kreditrichtlinie CCD2 ein reguliertes Kreditprodukt. Wer Kreditprüfung und Kaufabschluss nicht klug verzahnt, verliert Umsatz.

(Bild:  © Agus/stock.adobe.com)
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DARUM GEHT'S

Buy Now Pay Later (BNPL): Entwickelt sich vom Conversion-Treiber zum regulierten Kreditprodukt. Dadurch verändert sich die Rolle des Check-outs grundlegend.

Intelligente Risikobewertungen und situativ ausgespielte Zahlungsarten: Sie helfen dabei, Kaufabbrüche zu reduzieren und gleichzeitig regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

KI-gestützten Einkaufsagenten: Mit ihnen wird Vertrauen zur wichtigsten Währung im digitalen Handel. Zahlungsanbieter werden zur Infrastruktur hinter jeder Transaktion.

Lange schien Buy Now Pay Later die perfekte Antwort auf die Anforderungen des Onlinehandels zu sein. Für Verbraucher bedeutete das Modell mehr finanzielle Flexibilität. Händler profitierten von höheren Warenkörben und steigenden Conversion Rates. Studien vom IFH Köln zeigen, dass sich der durchschnittliche Bestellwert um rund zehn Prozent erhöhen kann, während die Kaufwahrscheinlichkeit von 17 auf 26 Prozent steigt.

Der Check-out wird nicht nur komplexer, sondern auch vertrauensbasierter. Für Händler und Verbraucher wird es bei Zahlungen immer wichtiger zu wissen, ob Entscheidungen nachvollziehbar, sicher und zuverlässig getroffen werden.

Vanda Astfäller, Head of Sales DACH beim Payment-Dienstleister Mollie, und Alexander Schneibel, Product Development Lead bei Riverty

Doch dieser Check-out-Variante steht mit der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie  (EU Consumer Credit Directive, CCD2) aktuell grundlegende Veränderungen bevor. Aus einer komfortablen Zahlungsoption entwickelt sich nun ein reguliertes Kreditprodukt. Mit den neuen gesetzlichen Vorgaben steigen die Anforderungen an Kreditwürdigkeitsprüfungen deutlich. Der Check-out wird dadurch zum sensibelsten Punkt im gesamten Einkaufserlebnis.

Händler müssen sich auf die neuen regulatorischen Anforderungen einstellen und verstehen, welche Auswirkungen diese auf Check-out, Risikoprüfung und Kundenerlebnis haben. Nur wer die neuen Rahmenbedingungen berücksichtigt, kann weiterhin reibungslose Kaufprozesse schaffen und die Erwartungen seiner Kunden erfüllen.

Buy Now Pay Later wird erwachsen

Die größte Veränderung betrifft nicht die Zahlungsart selbst, sondern ihre rechtliche Einordnung. Buy Now Pay Later wird zunehmend wie ein Kreditprodukt behandelt. Ziel der neuen Vorgaben ist ein besserer Schutz der Verbraucher. 

Die Auswirkungen betreffen nicht nur die Zahlung selbst, sondern auch Conversion, Kundenerlebnis, Prozesse und Händlerstrategie. Kreditwürdigkeitsprüfungen müssen zuverlässiger werden, Risiken präziser bewertet und Entscheidungen nachvollziehbar dokumentiert werden. All das geschieht in einem Moment, in dem Kunden vor allem eines erwarten: einen schnellen und reibungslosen Kaufabschluss.

Dadurch entsteht ein Spannungsfeld, denn Geschwindigkeit allein reicht künftig nicht mehr aus. Wichtig wird die Fähigkeit, Risiken zuverlässig einzuschätzen, ohne das Einkaufserlebnis zu beeinträchtigen.

BUY NOW PAY LATER (BNPL)

Buy Now Pay Later, häufig mit BNPL abgekürzt, ermöglicht es Verbrauchern, Waren sofort zu erhalten und den Rechnungsbetrag erst zu einem späteren Zeitpunkt zu bezahlen. Viele dieser Angebote unterliegen künftig strengeren Vorschriften für Verbraucherkredite.

Was bedeutet eine Kreditwürdigkeitsprüfung im Check-out?

Eine Kreditwürdigkeitsprüfung bewertet, ob ein Kunde die gewählte Zahlungsart voraussichtlich zuverlässig zurückzahlen kann. Auch bei Buy Now Pay Later Angeboten wurden bereits grundlegende Prüfungen durchgeführt, etwa zur Bewertung von Zahlungsausfällen und Betrugsrisiken. Neu ist, dass viele BNPL-Modelle künftig wie klassische Verbraucherkredite behandelt werden. Damit steigen die Anforderungen an die Kreditwürdigkeitsprüfung: Anbieter müssen die Kreditfähigkeit vor Vertragsabschluss umfassender bewerten und dabei auch kleinere Beträge sowie kurzfristige Finanzierungen berücksichtigen.

Für Verbraucher bleibt dieser Prozess unsichtbar, denn im Hintergrund analysieren intelligente Systeme die Informationen und treffen innerhalb kurzer Zeit eine Entscheidung. Neben der Bonität können dabei auch das bisherige Zahlungsverhalten oder Hinweise auf Betrugsrisiken einbezogen werden.

Für Händler bedeutet diese Entwicklung, dass sie ihre Check-out-Prozesse gemeinsam mit Zahlungsanbietern an die neuen Anforderungen anpassen müssen. Die Herausforderung besteht darin, Verbraucherschutz und Risikomanagement umzusetzen, ohne zusätzliche Hürden für Kunden und damit Kaufabbrüche zu erzeugen.

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