EU Consumer Credit Directive

Buy Now Pay Later und CCD2: Warum der Check-out zur Kreditentscheidung wird

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Strengere Risikoprüfungen müssen nicht zulasten der Conversion gehen

Auf den ersten Blick scheint das ein Widerspruch zu sein. Mehr Regulierung könnte schließlich bedeuten, dass mehr Käufe scheitern. Tatsächlich hängt der Erfolg jedoch nicht von strengeren Prüfungen ab, sondern von ihrer Qualität.

Je präziser Risiken bewertet werden, desto besser lassen sich berechtigte Käufe von tatsächlichen Ausfallrisiken unterscheiden. Moderne Prüfsysteme ermöglichen genau diese Differenzierung. Sie reduzieren fehlerhafte Ablehnungen und schaffen gleichzeitig die Grundlage für verantwortungsvolle Kreditentscheidungen.

Was sind False Declines?

False Declines sind legitime Käufe, die fälschlicherweise abgelehnt werden. Der Kunde ist zahlungsfähig, kann die gewünschte Zahlungsart jedoch trotzdem nicht nutzen. Solche Fehlentscheidungen entstehen häufig, wenn Risikomodelle einzelne Transaktionen zu vorsichtig bewerten. Gründe können beispielsweise fehlende Daten, ungewöhnliche Kaufmuster oder ein starkes Abweichen vom bisherigen Zahlungsverhalten sein.

Für Händler entstehen daraus gleich mehrere Herausforderungen.

  • Umsatz geht unmittelbar verloren: Viele Kunden verlassen den Shop nach einer Ablehnung, statt eine andere Zahlungsart auszuwählen.
  • Das Einkaufserlebnis verschlechtert sich: Verbraucher können häufig nicht nachvollziehen, weshalb eine Zahlung abgelehnt wurde. Die negative Erfahrung wird meist dem Händler zugeschrieben.
  • Marketing-Investitionen verlieren an Wirkung: Jeder Kaufabbruch am Ende des Bestellprozesses bedeutet, dass zuvor investierte Marketingbudgets keinen Ertrag erzielen.

Je stärker der Check-out zur Kreditentscheidung wird, desto wichtiger wird es, False Declines auf ein Minimum zu reduzieren. Präzise Risikomodelle entwickeln sich damit zu einem echten Wettbewerbsvorteil.

Von starren Regeln zu individuellen Entscheidungen

Nicht jeder Einkauf bringt das gleiche Risiko mit sich. Ein langjähriger Bestandskunde mit einem niedrigen Warenkorb unterscheidet sich deutlich von einem Erstkäufer mit einer hochpreisigen Bestellung. Trotzdem funktionieren viele Check-outs noch immer nach festen, zu starren Regeln.

Genau das ändert sich, denn künftig werden Zahlungsarten situativ angeboten und auf Basis einer Echtzeitbewertung gesteuert. Dabei spielen insbesondere drei Faktoren eine zentrale Rolle:

  • Kaufhistorie: Das bisherige Zahlungsverhalten liefert wichtige Hinweise darauf, welche Zahlungsarten sinnvoll angeboten werden können.
  • Warenkorbhöhe: Mit steigendem Bestellwert wächst auch das finanzielle Risiko. Moderne Check-outs berücksichtigen diesen Unterschied automatisch.
  • Bonität und Betrugsrisiko: Beide Faktoren werden parallel bewertet, damit regulatorische Anforderungen erfüllt und gleichzeitig möglichst viele berechtigte Käufe erfolgreich abgeschlossen werden können.

Aus einem statischen Bezahlprozess wird damit ein intelligentes Entscheidungssystem-, das sich an jede einzelne Transaktion anpasst.

Buy Now Pay Later: Vertrauen wird zum entscheidenden Faktor im digitalen Handel

Der Check-out wird nicht nur komplexer, sondern auch vertrauensbasierter. Für Händler und Verbraucher wird es bei Zahlungen immer wichtiger zu wissen, ob Entscheidungen nachvollziehbar, sicher und zuverlässig getroffen werden. Diese Entwicklung gewinnt durch den Einsatz von KI gestützten Einkaufsagenten zusätzlich an Relevanz.

Laut dem aktuellen Fintech 2040 Report von Riverty werden solche Systeme künftig stärker im Auftrag von Verbrauchern handeln, Produkte vergleichen und Kaufentscheidungen vorbereiten oder auslösen. Damit verändert sich auch die Rolle von Zahlungsanbietern, denn sie sind nicht mehr nur für die technische Abwicklung einer Zahlung verantwortlich, sondern werden zur Vertrauensinfrastruktur zwischen Kunden, Händlern und KI gestützten Kaufsystemen. Gerade wenn digitale Agenten im Namen von Menschen handeln, müssen Zahlungsprozesse sicher, transparent und nachvollziehbar sein. Intelligente Daten, Echtzeitentscheidungen und verantwortungsvolle Risikobewertungen werden entscheidende Faktoren für Vertrauen und langfristige Kundenbindung.

Buy Now Pay Later (BNPL) – EU-Kreditrichtlinie – CCD2Vanda Astfäller
ist Head of Sales DACH bei Mollie.

Bildquelle: Mollie

Buy Now Pay Later (BNPL) – EU-Kreditrichtlinie – CCD2Alexander Scheibel
ist Product Development Lead bei Riverty.

Bildquelle: Riverty

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