Cross Innovation KI im Handel: Vom Elfenbeinturm zur Innovation

Ein Gastbeitrag von Anika Vooes 5 min Lesedauer

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Innovation im Handel verlässt den Elfenbeinturm: KI beschleunigt Ideen, Cross Innovation öffnet Unternehmen nach außen. Wer bestehen will, muss näher am Kunden denken – und schneller handeln.

(Bild:  © jamesteoh.art/stock.adobe.com)
(Bild: © jamesteoh.art/stock.adobe.com)

DARUM GEHT'S

Innovation wirkt nur, wenn sie nah an Kunden und operativen Prozessen stattfindet: Crossfunktionale Teams verlagern Entscheidungen dorthin, wo Probleme entstehen und erhöhen so Relevanz, Tempo und Umsetzbarkeit.

Cross Innovation mit Start-ups, Tech-Partnern und Forschung bringt frische Perspektiven und Geschwindigkeit: Früh eingebunden, sorgen externe Impulse dafür, dass Ideen von Beginn an echten Kundennutzen liefern.

KI beschleunigt Innovationszyklen massiv: Unternehmen müssen kontinuierlich testen, lernen und anpassen. Erfolgreich ist, wer Innovation als organisationale Fähigkeit verankert, nicht als isoliertes Projekt.

Innovation im Handel hat sich grundlegend verändert. Was früher im sprichwörtlichen „Elfenbeinturm“ stattfand, in spezialisierten Teams, oft losgelöst vom Tagesgeschäft und damit auch von Kunden, entwickelt sich heute zu einer Fähigkeit, die ein gesamtes Unternehmen beherrschen sollte. 

Unsere Erfahrung in der Rewe Group zeigt: Die Realität im Handel hat sich verschoben. Die Erwartungen der Kunden steigen kontinuierlich, Innovationszyklen werden kürzer, Technologien komplexer. In diesem Umfeld reicht es nicht mehr, punktuell Projekte aufzusetzen. Innovation muss dorthin, wo sie Wirkung entfaltet – nah genug am Kunden, um spürbar zu sein, und zugleich tief genug in der Organisation verankert, um nachhaltig zu wirken. 

Sobald Innovation nicht mehr isoliert gedacht wird, sondern als vernetztes Zusammenspiel, verändert sich etwas Grundlegendes. Crossfunktionale Teams aus Research & Innovation, IT, Fachbereichen und externen Partnern arbeiten gemeinsam an Lösungen – mit einem klaren Fokus auf reale Kundenprobleme. Bei Rewe digital bedeutet das zum Beispiel: Entscheidungen entstehen dort, wo sie gebraucht werden: Nah am operativen Geschäft und nah an Kunden. Oft direkt im Markt. Wir testen Ideen früh, passen sie an und verwerfen Sie zur Not auch wieder. Genau diese Nähe ist entscheidend, damit Innovation nicht nur schnell entsteht, sondern auch tatsächlich Wirkung entfaltet. 

Unternehmen müssen schneller verstehen, was Kunden brauchen und schneller darauf reagieren. Wer hier mithalten will, kann sich nicht auf einzelne Vorzeigeprojekte verlassen. Es braucht eine Organisation, die kontinuierlich lernt, testet und sich anpasst. Innovation wird damit endgültig zur Fähigkeit.

Anika Vooes, Chief Corporate Venturing Managerin bei Rewe digital

Cross Innovation als Beschleuniger

In dem Prozess ist Cross Innovation ein entscheidender Baustein, also eine bewusste Öffnung des Unternehmens nach außen, wie in Form einer engen Zusammenarbeit mit Start-ups, Technologiepartnern und Forschungseinrichtungen.

Warum das so wichtig ist? Weil externe Partner oft einen anderen Blick auf Kunden haben. Sie hinterfragen Gewohntes, denken stärker lösungsorientiert und bringen Geschwindigkeit in Themen, die intern schnell komplex werden. Gute Innovation entsteht heute selten allein. Sie entsteht im Zusammenspiel aus der Erfahrung eines Unternehmens und den neuen Perspektiven, die von außen kommen. 

Der Zeitpunkt der Einbindung macht den Unterschied. Wenn Partner zu spät dazukommen, wird Innovation schnell zum Selbstzweck. Werden sie früh eingebunden, geht es von Anfang an um Relevanz und damit auch um die Frage, ob eine Lösung wirklich einen Mehrwert für den Kunden schafft.

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