Angriffe auf die Supply Chain Cyberrisiko auf Rekordhoch: Die Logistik-Branche ist besonders alarmiert

Von Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Cyberkriminalität ist für die Logistikbranche so bedrohlich wie nie: Alle Befragten sehen sie als Top-Risiko. Zugleich gewinnen Marktveränderungen für einzelne Unternehmen deutlich an Bedeutung.

(Bild:  © Tanakrit/stock:adobe.com)
(Bild: © Tanakrit/stock:adobe.com)

Kein anderes Risiko beschäftigt die Logistik-Branche derzeit so stark wie Cyberkriminalität. In der aktuellen Trend Survey der Logistics Hall of Fame (LHOF) und der Schunk Group nannten ganze 100 Prozent der Befragten Cyberkriminalität und Cybervorfälle als eine der drei größten Gefahren für die weltweite Logistik. Im April lag der Anteil noch bei 75,9 Prozent, im Mai 2025 bei 75 Prozent. 

Mit deutlichem Abstand folgen politische Risiken: Sie wurden von 48,1 Prozent genannt. Der Fachkräftemangel liegt mit 40,7 Prozent auf Platz drei. Beide Risiken haben gegenüber der vorherigen Befragung an Gewicht verloren. Besonders stark ist der Rückgang beim Fachkräftemangel: Im Mai 2025 hatten noch 75 Prozent der Befragten ihn zu den größten Gefahren gezählt.

Auch Lieferkettenunterbrechungen werden aktuell seltener als Top-Risiko eingestuft. Ihr Anteil sank von 34,5 Prozent im April auf 14,8 Prozent. Marktveränderungen und rechtliche Veränderungen legten dagegen gegenüber 2025 zu: auf 29,6 beziehungsweise 22,2 Prozent.

WAS IST DIE Logistics Hall of Fame?

Die LHOF würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die  Weiterentwicklung und öffentliche Wahrnehmung der Logistik verdient gemacht haben.

Ziel ist es, als weltweite Plattform die Meilensteine der Logistik zu dokumentieren und ihre Macher auszuzeichnen, um so die Bedeutung der Logistik für Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstreichen. Schirmherr der LHOF ist Bundesverkehrsminister Steffen Bilger.

Die LHOF verleiht zudem die Auszeichnung „Logistics Leader of the Year“ an aktuelle Taktgeber der Logistik. Außerdem zeichnet die Logistics Hall of Fame innovative Logistikprojekte von humanitären Organisationen mit der „Lynn C. Fritz Medal for Excellence in Humanitarian Logistics“ aus. Stifter ist das Fritz Institute. Die Non-Profit-Initiative wird unterstützt von Politik, Verbänden, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft.

Über die Nominierungen entschied das Logistics Hall of Fame Council 2026, dem auch Heiner Sieger, Chefredakteur des e-commerce magazins und des Digital Business Magazins, angehört.

Marktveränderungen holen im eigenen Unternehmen auf

Wenn es um die Gefahren für das eigene Unternehmen geht, nennen 70,4 Prozent Cyberkriminalität – nahezu unverändert gegenüber 2025. Es folgen der Fachkräftemangel mit 48,1 Prozent und Marktveränderungen mit 44,4 Prozent. Letztere haben sich gegenüber Mai 2025 fast verdoppelt. Politische Risiken erreichen 40,7 Prozent.

Die allgemeine Risikolage der Logistik-Branche bewerten die Teilnehmenden im Schnitt mit 5,85 von zehn Punkten. Knapp die Hälfte vergab sieben oder mehr Punkte; die Höchstnote erhielt niemand.

IT-Sicherheit und Personal als wichtigste Hebel

Bei den Gegenmaßnahmen stehen Investitionen in IT- und Cybersicherheit sowie Schulungen und die Sensibilisierung der Beschäftigten im Vordergrund. Ebenfalls mehrfach genannt wurden Maßnahmen zur Personalgewinnung und -bindung, etwa Ausbildung, Recruiting aus Drittstaaten und Mitarbeiterpflege. Weitere Vorschläge umfassen Backup-Strukturen, standardisierte Risikobewertungen von Lieferanten, Objektschutz, Versicherungen und eine Stärkung des Eigenkapitals.

Die nicht repräsentative Umfrage wird mehrmals jährlich durchgeführt. Sie bildet die Einschätzungen eines ausgewählten C-Level-Panels aus ihrem Netzwerk ab. Befragt wurden Führungskräfte aus Speditionen sowie Transport- und Kontraktlogistikunternehmen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung