Erhöhung des Energiezuschlags Bundesverband Onlinehandel: „DHL kassiert doppelt“

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 1 min Lesedauer

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Der Paketdienstleister DHL kündigte eine Erweiterung des Energiezuschlags an. Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) kritisiert die Zusatzkosten scharf und wirft DHL doppeltes Abkassieren vor.

(Bild:  DHL/Cornelis Gollhardt)
(Bild: DHL/Cornelis Gollhardt)

„Eine faktisch kaum kalkulierbare doppelte Preiserhöhung – zulasten kleiner und mittlerer Onlinehändler – und am Ende auch der Verbraucher“: Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) kritisiert die angekündigte Erweiterung des Energiezuschlags der DHL massiv.

Der Paketdienstleister erhebt bereits heute einen Energiezuschlag in Höhe von 1,25 Prozent. Dieser soll nun auf 3,25 Prozent steigen. Darüber hinaus führt DHL ab Juni 2026 eine weitere kurzfristige Zuschlagskomponente von bis zu weiteren 3 Prozent ein, die alle zehn Tage angepasst werden kann – abhängig vom Ölpreis. 

Der Vorwurf des BVOH: Die Dieselpreise seien durch den Iran-Krieg um circa 35 bis 40 Prozent gestiegen – „die Zuschläge der DHL steigen so neun- bis zehnmal stärker als die Dieselpreise!“

„DHL kassiert doppelt“: Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) kritisiert die steigenden Energiezuschläge bei DHL scharf.(Bild:  Bundesvervand ONlinehandel (BVOH))
„DHL kassiert doppelt“: Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) kritisiert die steigenden Energiezuschläge bei DHL scharf.
(Bild: Bundesvervand ONlinehandel (BVOH))

DHL-Energiezuschlag: Vor allem für kleinere Unternehmen problematisch

Besonders kritisch sieht der Verband die Auswirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen im E-Commerce. Während große Konzerne Preissteigerungen leichter abfedern könnten, seien KMU häufig nicht in der Lage, ihre Preise in derselben Geschwindigkeit anzupassen. Nahezu alle KMU-Händler würden über Plattformen und Marktplätze verkaufen. Wer seine Preise kurzfristig erhöhe, riskiere schlechtere Rankings, Sichtbarkeitsverluste oder Wettbewerbsnachteile. Die Unternehmen würden damit faktisch in der Kostenfalle sitzen.

Der Bundesverband Onlinehandel bezweifelt zudem die sachliche Rechtfertigung der Zuschläge. DHL selbst verweise auf massive Investitionen in Elektromobilität, Bahntransporte und CO2-freie Zustellung innerhalb Deutschlands. „Wenn DHL betont, dass große Teile der Zustellung bereits elektrisch oder per Bahn erfolgen, stellt sich die Frage, warum der Rohölpreis plötzlich als Maßstab für immer neue Zuschläge dienen soll“, so der Verband. Hinzu komme, dass die Bundesregierung wegen der Auswirkungen der Iran-Krise aktuell einen Tankrabatt von rund 17 Cent pro Liter eingeführt hat, um Verbraucher und Wirtschaft zu entlasten. Dennoch würden die gestiegenen Belastungen nun auf Händler und Verbraucher abgewälzt.

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