Digital Services Act (DSA) EU brummt AliExpress wegen mangelnder Produktsicherheit 550-Millionen-Strafe auf

Von Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Die EU-Kommission verhängt eine Strafe von 550 Millionen Euro gegen AliExpress – wegen mangelhaftem Schutz der Nutzer vor illegalen und gefälschten Produkten auf der Plattform.

(Bild:  © Rafael Henrique/stock.adobe.com)
(Bild: © Rafael Henrique/stock.adobe.com)

Die Europäische Kommission hat gegen die E-Commerce-Plattform AliExpress eine Geldbuße von 550 Millionen Euro verhängt. Grund ist ein Verstoß gegen das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA): AliExpress habe die Risiken durch illegale, unsichere oder gefälschte Produkte nicht sorgfältig genug bewertet und nicht wirksam gemindert.

Das sind die Vorwürfe der Europäischen Kommission im Detail:

  • Unzureichende Personalausstattung zur Prüfung potenziell illegaler Produkte. Die Wirksamkeit des eigenen Erkennungs-Systems wurde überschätzt.
  • Die Empfehlungs- und Werbesysteme der Plattformverstärkten die Verbreitung illegaler Produkte, bevor diese entfernt wurden.
  • Fehlende aussagekräftige quantitative Kennzahlen zur Risikomessung.
  • Gefälschte Produkte, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika blieben teils wochenlang online.
  • Sanktionen gegen Händler wurden nicht konsequent durchgesetzt.
  • Produktkategorien konnten leicht manipuliert werden, um Kontrollen zu umgehen.
  • Das obligatorische „Markenzulassungssystem“ von AliExpress gegen Fälschungen erwies sich als unwirksam und unterbesetzt.

Die EU stuft die Verstöße als schwerwiegend ein, berücksichtigte bei der Bußgeldhöhe aber mildernd, dass das Gesetz über den DSA noch relativ neu ist.

AliExpress muss nun bis zum 20. Oktober 2026 einen Aktionsplan vorlegen. Danach hat das Europäische Gremium für digitale Dienste einen Monat Zeit für eine Stellungnahme, die Kommission einen weiteren Monat für die endgültige Entscheidung samt Umsetzungsfrist. Bei Nichteinhaltung drohen Zwangsgelder.

AliExpress und der Digital Serviced Act: Hintergrund

Bereits im März 2024 leitete die Europäische Kommission ein förmliches Verfahren gegen die chinesische Plattform ein, um zu bewerten, ob diese gegen den Digital Services Act verstößt. Im Juni 2025 war AliExpress zu einer Reihe von Zugeständnissen bereit. So bot die Plattform an, unter anderem Systeme zur Überwachung und Erkennung illegaler Produkte sowie ein Beschwerdemanagement-System einzuführen.

Der heute erlassene Beschluss über die Nichteinhaltung samt 550-Millionen-Euro-Strafe stützt sich unter anderem auf die Risikobewertungsberichte 2023 und 2024 von AliExpress, zusätzliche von der Plattform und von Dritten bereitgestellte Daten sowie Ermittlungsmaßnahmen der Kommission.

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