Intralogistik Mehr Bestellungen, mehr Probleme: So wird Fulfillment im E-Commerce profitabel

Ein Gastbeitrag von Kai Falke 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Onlinehandel wächst weiter – doch mehr Bestellungen bedeuten nicht automatisch mehr Gewinn. Warum Fulfillment nur profitabel wird, wenn Robotik, Daten und Retouren als System zusammenspielen.

(Bild:  © AlignedArt/stock.adobe.com)
(Bild: © AlignedArt/stock.adobe.com)

DARUM GEHT'S

Profitables Wachstum im Onlinehandel: Mehr Volumen bedeutet nicht automatisch mehr Ertrag. Profitables Fulfillment entsteht erst, wenn Robotik, Datenintegration, Zusatzleistungen und Retourenmanagement als zusammenhängendes System zusammenspielen.

Robotik als Systembaustein: Multi-Order-Picking steigert den Durchsatz bei Mengenschwankungen, etwa in Sale-Phasen oder saisonalen Peaks. Entscheidend ist jedoch die Einbettung der Technik in ein durchgängiges Fulfillment-System, das auch bei wachsenden Auftragsmengen zuverlässig trägt.

Durchgängige Datenintegration: Direkte Schnittstellen zu Shops und Marktplätzen übertragen Bestellungen, Bestände und Statusmeldungen ohne Medienbruch. Ein intelligentes Multi-Carrier-System wählt je nach Ziel, Produkt, Laufzeit und Kapazität den passenden Paketdienst.

Laut dem E-Commerce-Verband BEVH ist der deutsche Onlinehandel im ersten Halbjahr 2026 um 4,3 Prozent gewachsen. Doch mehr Volumen bedeutet nicht automatisch mehr Ertrag: Kleine Warenkörbe, enge Fristen und steigende Retouren-Quoten erhöhen den Aufwand pro Auftrag – und genau das entscheidet am Ende über die Marge. Wer unter diesen Vorzeichen profitabel wachsen will, braucht einen zuverlässigen Partner im Fulfillment, der mehr Aufträge bewältigt, ohne dass daraus neue Engpässe entstehen. Robotik, Datenintegration, Value-Added-Services und Retourenmanagement müssen dabei als zusammenhängendes System arbeiten.

Entscheidend ist deshalb nicht, wie viel Technik ein Lager einsetzt, sondern wie klug jeder Schritt mit dem nächsten verbunden ist.

Kai Falke, Head of Group Sales bei der Pfenning-Gruppe

Automatisierung als Systembaustein

Der erste Hebel liegt naheliegend in der Kommissionierung. Multi-Order-Picking erhöht den Durchsatz gerade bei schwankenden Mengen erheblich – ein Vorteil, der sich in Spitzenzeiten wie Sale-Phasen oder saisonalen Peaks besonders auszahlt. Entscheidend ist dabei aber die Einbettung der Technik: Wer Robotik von Anfang an als Teil eines durchgängigen Fulfillment-Systems plant, schafft die Grundlage für Abläufe, die auch bei steigenden Auftragsmengen zuverlässig tragen.

Tempo braucht verlässliche Daten

Mehr Geschwindigkeit im Lager nützt jedoch wenig, wenn sie an der Systemgrenze wieder verloren geht. Direkte Schnittstellen zu Shops und Marktplätzen übertragen deshalb Bestellungen, Bestände, Versandarten und Statusmeldungen ohne Medienbruch. Große Onlinehändler fordern mindestens 90 Prozent pünktliche Lieferungen, 99 Prozent gültige Sendungsverfolgung und höchstens 0,5 Prozent Stornierungen vor dem Versand. Hierfür müssen Lager, Shop und Paketdienst mit denselben Daten arbeiten. Ein intelligentes Multi-Carrier-System wählt dafür nach Ziel, Produkt, Laufzeit und Kapazität den passenden Paketdienst und schafft so Spielraum bei Spitzen, Störungen und grenzüberschreitenden Sendungen. Wer B2B-, B2C- und D2C-Aufträge europaweit versendet, muss zudem Zollvorgaben und Rücksendewege souverän beherrschen.

Wert entsteht erst nach dem Pick

Verkaufsfähig wird ein Auftrag jedoch oft erst am Pack- oder Prüfplatz. Dort entstehen Sets, Sonderlabel und Zolldokumente, dort werden Verpackungen an Markenregeln und Produktmaße angepasst. Noch deutlicher zeigt sich der Wertbeitrag bei Retouren: Je nach Produktgruppe braucht es Funktionstests, Software-Updates, Prüfungen oder weitere Schritte, damit daraus wieder verkaufsfähige Ware entsteht. Bei empfindlichen Produkten wie Elektronik oder Textilien sichern feste Abläufe und der Einsatz von Handschuhen eine einwandfreie Qualität. Eine digitale Dokumentation hält Zustand, Arbeitsschritte und Ergebnis lückenlos fest.

Fulfillment: Das Gesamtsystem entscheidet, nicht einzelne Funktionen

Die Erfahrung der Pfenning-Gruppe zeigt: Robotik entfaltet ihren Nutzen erst im Zusammenspiel mit Onlineshop-Anbindung, Zusatzleistungen, Retouren-Steuerung und Versand. Sind Aufträge, Ware und Daten durchgängig verzahnt, entstehen stabile Abläufe. Entscheidend ist deshalb nicht, wie viel Technik ein Lager einsetzt, sondern wie klug jeder Schritt mit dem nächsten verbunden ist. Entscheidend ist, dass der Logistikdienstleister Automatisierung als Systemaufgabe für ein Fulfillment versteht, das flexibel skaliert und profitables Wachstum nachhaltig trägt.

E-Commerce – FulfillmentKai Falke
ist Head of Group Sales bei der Pfenning-Gruppe.

Bildquelle: Pfenning-Group

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung