Interview

Joybuy: Das plant der chinesische Onlineshop in Deutschland

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Influencer-Marketing, Logistik & Pläne für Joybuy in Deutschland

Noch ist Joybuy eher unbekannt in Deutschland. Wie machen Sie Joybuy in Deutschland bekannt: Werbung, Partnerschaften, Influencer, Preisvergleichsseiten?

Julia Hager: Joybuy folgt den gleichen Grundprinzipien wie unser Mutterunternehmen. Wir gewinnen unsere Kunden durch Weiterempfehlungen, erstklassigen Service, faire Preise und hochwertige Produkte. Dabei investieren wir gezielt in unsere Kunden, anstatt unsere Marketingbudgets ausschließlich in Technologie-Plattformen und soziale Netzwerke zu lenken.

Wir arbeiten mit einer Vielzahl lokaler Content Creator und Influencer zusammen, um die Joybuy-Story in den jeweiligen Märkten zu erzählen. Darüber hinaus setzen wir auf lokale „Above-the-Line“-Marketing-Maßnahmen und Promotion.

Wir investieren gezielt in unsere Kunden, anstatt unsere Marketingbudgets ausschließlich in Technologie-Plattformen und soziale Netzwerke zu lenken.

Julia Hager, Director of Marketing bei Joybuy Deutschland

Können Sie das genauer beschreiben?

Julia Hager: Unsere Kampagne kombiniert verschiedene Kanäle, darunter Online-Werbung, Out-of-Home (OOH) und Digital Out-of-Home (DOOH) sowie TV, um eine breite Sichtbarkeit und Reichweite zu erzielen. Zusätzlich kooperieren wir mit verschiedenen Medien in ganz Deutschland, um die Marke Joybuy bei lokalen Konsumenten bekannt zu machen.

Sämtliche Media- und Kreativleistungen werden inhouse gesteuert, was uns ermöglicht, schnell zu agieren und die volle Kontrolle über unsere Markenbotschaften zu behalten.

Über Deutschland hinaus expandiert Joybuy auch in weitere europäische Märkte, ebenfalls mit einem integrierten 360-Grad-Ansatz, der jeweils auf die lokalen Zielgruppen zugeschnitten ist.

Sie haben bereits Ihre schnelle Lieferung angesprochen. Arbeiten Sie primär direkt mit Marken/Herstellern (Authorised Distribution) oder über Distributoren?

Julia Hager: Joybuy arbeitet mit hochwertigen internationalen und lokalen Marken sowie Lieferanten zusammen und bietet Kunden ein kuratiertes Einkaufserlebnis mit den Marken, die sie kennen und schätzen. Dies hilft uns, Qualität, Geschwindigkeit und ein hervorragendes Kundenerlebnis zu gewährleisten.

Gleichzeitig ist Joybuy eng in das lokale Ökosystem integriert und bezieht einen signifikanten Teil seines Sortiments von lokalen Partnern.

Was sind JD.COM und JoyBUY?

JD.com ist der umsatzstärkste Einzelhändler in China. In Deutschland wurde das Unternehmen bekannt, da es vergangenes Jahr die MediaMarktSaturn-Mutter Ceconomy übernommen hat.

Im Jahr 2025 erwirtschaftete JD.com einen Umsatz von 187 Milliarden US-Dollar und belegt damit Platz 44 der Fortune Global 500.

Joybuy, das mit dem Slogan „Don’t just buy, Joybuy“ wirbt, ist die europäische Online-Handelsblattform von JD.com. In Europa ist Joybuy in aktuell in Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich verfügbar.

Wie stellen Sie Verfügbarkeiten und kurzfristige Lieferung sicher? Wie sieht Ihre Logistikstruktur für Deutschland derzeit aus? Und wie sind die Pläne für die Zukunft?

Julia Hager: Unsere Logistikstruktur in Deutschland und Europa ist darauf ausgelegt, in ausgewählten Städten eine Lieferung am gleichen und nächsten Tag zu ermöglichen. Insgesamt verfügen wir über mehr als 60 Logistik- und Lagerstandorte in Europa.

In Deutschland bildet ein unternehmenseigenes Logistikzentrum in Oberhausen mit über 90.000 Quadratmetern Fläche das Rückgrat unserer Infrastruktur. Zusätzlich arbeiten wir mit ausgewählten Partnern wie DHL Express zusammen, um schnelle Lieferungen bundesweit sicherzustellen. Mit dem Joybuy Pickup-Service bieten wir zudem über 20.000 Abholstationen in Deutschland, darunter mehr als 100 Paketstationen.

Zukünftig werden wir unser Logistiknetzwerk weiter ausbauen, lokale Bestände erhöhen und die Last-Mile-Zustellung weiter optimieren. JD.com investiert zudem langfristig in Automatisierung innerhalb des europäischen Logistiknetzwerks.

Sie verkaufen über Joybuy.de die Produkte selbst. Haben Sie Marktplatz-Pläne für Deutschland? Wird sich Joybuy in Deutschland für Fremdhändler öffnen?

Julia Hager: Derzeit konzentrieren wir uns darauf, eine starke Basis als Direktanbieter aufzubauen und ein konsistentes, hochwertiges Kundenerlebnis sicherzustellen. Perspektivisch schließen wir eine Öffnung hin zu einem Marktplatzmodell jedoch nicht aus.

Welche Ziele haben Sie im ersten Jahr in Deutschland? Wo sehen Sie Joybuy.de in fünf Jahren?

Julia Hager: Wir konzentrieren uns darauf, eine starke Markenbekanntheit aufzubauen, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen und unsere operativen Prozesse zu skalieren, um ein durchgehend hochwertiges Einkaufserlebnis zu bieten. Das erste Feedback ist sehr positiv, und wir möchten dies weiter ausbauen.

In den kommenden Jahren ist es unser Ziel, Joybuy als eine der führenden E-Commerce-Plattformen in Deutschland zu etablieren, die für wettbewerbsfähige Preise, schnelle und zuverlässige Lieferung sowie ein vertrauenswürdiges Produktangebot ohne Kompromisse steht.

Joybuy DeutschlandKonstantin Pfliegl
ist leitender Redakteur für das e-commerce magazin und DIGITAL BUSINESS. Er verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung als Journalist für verschiedene Print- und Online-Medien.

Bildquelle: Foto Marquart, Tutzing

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