Kontraktlogistik Refurbishment statt Abschreibung: Retouren nachhaltig verwerten

Ein Gastbeitrag von Michael Zeidler 4 min Lesedauer

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Alte Geräte, neuer Glanz: Refurbishment schon Ressourcen und senkt Kosten. So verwandelt Kontraktlogistik Retouren in Wertschöpfung. 

(Bild:  © Sudaporn/stock.adobe.com)
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DARUM GEHT'S

Retourenquote und Kosten: In Europa werden 30 bis 40 Prozent der Onlinebestellungen zurückgesendet. Das verursacht hohe Kosten durch Transport, Prüfung, Lagerung, Wertverlust oder Entsorgung – und Händler erwarten keine kurzfristige Änderung.

Refurbishment und Nachhaltigkeit: Refurbishment hält Ware im Markt und verlängert den Lebenszyklus. Es ersetzt Neuproduktion nicht vollständig, leistet aber messbare Beiträge zur Ressourcenschonung und Abfallvermeidung und bietet Vorteile gegenüber klassischem Retourenmanagement.

Rechtlicher Rahmen: KrWG fördert lange Nutzbarkeit, ElektroG/WEEE die Wiederverwendung, EU-Richtlinie 2024/1799 stärkt das Recht auf Reparatur. Das ProdSG verlangt Sicherheitskonformität und eine eindeutige Kennzeichnung als instandgesetzt, sonst droht Irreführung.

Kontraktlogistik-Prozess: Strukturierter Wareneingang mit Erfassung, Identifikation und Serialisierung. Dann technische/optische Prüfung, vollständige Datenlöschung, Reparatur und Teiletausch sowie Reinigung/Optik. Anschließend Neuverpackung, Zubehör und klare Kennzeichnung.

Der Onlinehandel wächst – und mit ihm eine Herausforderung: Retouren. In Europa liegt die durchschnittliche Rücksendequote beim E-Commerce zwischen 30 bis 40 Prozent der Bestellungen. Daraus resultieren erhebliche Kosten für die Händler, die sich aus Transport, Prüfung, Lagerung, Wertverlust oder gar Entsorgung der Ware zusammensetzen. Eine Änderung bei den Retourenquoten erwarten die Onlinehändler aktuell nicht. Es ist nachhaltiger, Retouren nicht zu vernichten, sondern diese im Markt zu halten und ihren Lebenszyklus gezielt zu verlängern. Refurbishment ersetzt dabei die Neuproduktion nicht vollständig, leistet aber einen messbaren Beitrag für die Schonung von Ressourcen und die Abfallvermeidung.

Dies möchte auch die Gesetzgebung fördern: Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) soll dazu beitragen, Produkte möglichst lange gebrauchstauglich zu halten, das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG / WEEE) fördert die Wiederverwendung von Geräten und Bauteilen und die EU-Richtlinie 2024/1799 stärkt das Recht auf Reparatur, das in Deutschland bis Ende Juli 2026 umgesetzt werden muss. Die Kontraktlogistik unterstützt beim Refurbishment mit  maßgeschneiderten Services.

Von der Retoure zur Wertschöpfung

Neben regulatorischen Vorgaben hat das Refurbishment gegenüber dem üblichen Retourenmanagement Vorteile. Für Vodafone ist es ein zentraler Baustein der Kreislaufstrategie für Netz- und Kunde geräte. Der Ablauf aus „Ware prüfen, wie der einlagern oder abschreiben“ wird beim Refurbishment deutlich erweitert und eine spezialisierte Prozesskette in nerhalb der Kontraktlogistik entsteht.

An deren Anfang steht der strukturierte Wareneingang. Die Retouren wer den erfasst, Seriennummern registriert und die Produkte identifiziert. Gerade bei Elektronik ist die Serialisierung entscheidend, um Geräte eindeutig nachzuverfolgen.

Es folgt eine technische und optische Prüfung, um den Zustand der Ware zu bewerten und sie zu kategorisieren. Bevor sie technisch aufbereitet werden, werden alle vorhandenen Nutzerdaten von den Geräten gelöscht, um den hohen Anforderungen an Datenschutz, Produktsicherheit und Kundenvertrauen gerecht zu werden. Das bedeutet, die Geräte werden repariert, wenn nötig, und Komp nenten wie Akkus, Displays oder andere Bauteile bei Bedarf ausgetauscht. Ab schließend werden die Geräte gereinigt und optisch aufbereitet. Dabei gibt das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) auch bei aufbereiteten Produkten vor, dass sie alle Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen.

Nun wird die Ware neu verpackt, mit Zubehör ergänzt und eindeutig als instandgesetzt gekennzeichnet. Findet die se Kennzeichnung nicht statt, kann das nach dem Wettbewerbs-und Verbraucherrecht als Irreführung gewertet werden. 

Dieser Ablauf muss zwingend individuell auf die Kundenbedürfnisse abgestimmt sein, wie beispielsweise der Refurbishment-Service des Kontraktlogistikers Loxxess für Vodafone zeigt. Das seit Jahren etablierte Refurbishment der Modems und Set-Top-Boxen verlängert den Lebenszyklus der Geräte; Funktions- und Qualitätstests sind dabei ein fester Teilprozess.

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