E-Commerce in Deutschland Onlinehandel wächst kaum: Asiatische Plattformen verlieren, Medikamente legen zu

Von Konstantin Pfliegl 1 min Lesedauer

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Der Onlinehandel in Deutschland wächst im dritten Quartal nur um knapp 3 Prozent. Medikamente, Drogerieartikel und Lebensmittel legen zu, während die Umsätze asiatischer Plattformen deutlich einbrechen.

(Bild:  © amazing studio/stock.adobe.com)
(Bild: © amazing studio/stock.adobe.com)

Der deutsche Onlinehandel hat im dritten Quartal rund 18,5 Milliarden Euro umgesetzt. Das entspricht einem Plus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit fiel das Wachstum schwächer aus als die Inflationsrate von 3,3 Prozent im September. Das geht aus den aktuellsten Zahle des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH).

Der BEVH führt die schwächere Entwicklung unter anderem auf steigende Energiepreise und sinkende Einkommenserwartungen zurück. Nach Erholungssignalen in der ersten Jahreshälfte machten sich diese Faktoren nun im Onlinekaufverhalten bemerkbar. Auch das nachlassende Geschäft asiatischer Billigplattformen habe den Gesamtmarkt gebremst. Heimische Anbieter hätten von der Schwäche der Wettbewerber aus Asien bislang jedoch nicht profitiert.

Asiatische Plattformen verlieren deutlich

Die Umsätze von Shein, Temu und AliExpress sanken im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35,5 Prozent auf 566 Millionen Euro. Ihr gemeinsamer Marktanteil in Deutschland ging von 5,3 Prozent im zweiten Quartal auf 3,1 Prozent zurück. Seit Juli gilt für Sendungen aus Drittstaaten keine Zollfreigrenze mehr. Für Kleinsendungen bis 150 Euro fällt eine Pauschale von drei Euro je Warengruppe an. Ab November soll zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr von zwei Euro hinzukommen.

Beim Onlinehandel mit Medikamenten stieg der Umsatz um 15,4 Prozent, bei Drogerieartikeln um 14,3 Prozent und bei Lebensmitteln um 9,1 Prozent. Auch Mode entwickelte sich besser als der Gesamtmarkt: Kleidung legte um 4,9 Prozent, Schuhe um 6,4 Prozent zu.

Weniger gefragt waren Elektronikartikel und Telekommunikation, deren Umsätze um 4,6 Prozent zurückgingen. Bei Möbeln, Lampen und Dekoration betrug das Minus 5,2 Prozent. Im Bereich Unterhaltung sanken die Umsätze um 2,6 Prozent; besonders deutlich war der Rückgang bei Bild- und Tonträgern sowie Video- und Musik-Downloads (-5,3 Prozent).

Nach Versendertypen wuchsen Online-Marktplätze mit einem Plus von fünf Prozent am stärksten. Multichannel-Anbieter steigerten ihre Online-Umsätze um 2,5 Prozent. Reine Online-Shops verzeichneten dagegen einen Rückgang von 0,8 Prozent.

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