„Mängelmelder Post“ der Bundesnetzagentur Verlorene oder beschädigte Sendungen: Immer mehr Beschwerden wegen Brief- und Paketzustellungen

Von Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Immer mehr Kunden klagen über verlorene oder beschädigte Brief- und Paketsendungen: In ersten Halbjahr 2026 gingen fast 36.000 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur ein. Der Großteil betrifft den Marktführer Deutsche Post/DHL.

(Bild:  © Ronald Rampsch/stock.adobe.com)
(Bild: © Ronald Rampsch/stock.adobe.com)

Im E-Commerce läuft kaum etwas ohne sie: Brief- und Paketdienste. Sie sorgen dafür, dass das Gros der Bestellungen auch beim Käufer ankommt. Doch gerade die Logistikdienstleister sorgen für immer mehr Ärger. Wie die „Die Zeit“ meldet, stieg die Zahl der Beschwerden bei der zuständigen Bundesnetzagentur stark an.

So gingen im ersten Halbjahr 2026 beim sogenannten Mängelmelder Post der Bundesnetzagentur 35.728 Beschwerden wegen verlorener oder beschädigter Sendungen ein. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum hatte die Behörde noch 22.981 Beschwerden gezählt. Die Zahlen seien aber nur bedingt vergleichbar, da sich die Methodik geändert hat.

Fast neun von zehn Beschwerden richten sie gehen DHL/Deutsche Post

Die Beschwerden richten sich gegen alle Postdienstleister, doch in 87 Prozent der Fälle gehe es um den Marktführer Deutsche Post/DHL. Der Dienstleister liefert als einziger sowohl Briefe als auch Pakete aus.

Die Post argumentiert, dass durch den seit Herbst verfügbaren Mängelmelder Post die Hemmschwelle sinke und sich mancher Verbraucher leichter tue mit der Eingabe subjektiv empfundener Mängel, die sich bei näherer Betrachtung jedoch als unberechtigt erwiesen, so  „Die Zeit“.

„Der neue Mängelmelder bläht die Beschwerdestatistik auf und erweckt den Eindruck, die Postversorgung in Deutschland würde nicht funktionieren“, wie ein Post-Sprecher zitiert wird. Das sei falsch: Die Post in Deutschland funktioniere sehr gut. Der Anteil der Beschwerden, die bei der Post direkt eingehen, liege unverändert bei 0,003 Prozent der Menge an Briefen und Paketen.

Auch wenn die Zahl von fast 36.000 Beschwerden auf den ersten Blick hoch erscheint: Allein die Deutsche Post transportierte vergangenes Jahr über 13 Milliarden Briefe und Pakete in Deutschland, hinzu kamen noch die Sendungen der Wettbewerber.

Auch DPD sorgt für Ärger

In der Beschwerdestatistik kommt laut „Die Zeit“ auch der Paketdienstleister DPD nicht gut weg. Der Anteil an allen DPD-Beschwerden lag im ersten Halbjahr 2026 bei vier bis fünf Prozent pro Monat. Dabei ist DPD deutlich kleiner als Deutsche Post/DHL und transportiert keine Briefe. Wenn man die Beschwerden zu Briefen oder Zeitungen herausrechnen würde, dann läge der DPD-Beschwerdeanteil wesentlich höher. 

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