Service-Mitarbeiter und Lösungs-Assistenten Conversational User Interfaces: Das Ende des Produktkatalogs im B2B-Commerce 

Ein Gastbeitrag von Erik Wend 6 min Lesedauer

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Welches Produkt möchten Sie kaufen? Diese Frage war gestern. Wie Conversational User Interfaces den B2B-Commerce vom Produktkatalog zum intelligenten Lösungsassistenten machen – und wo ihr größter Hebel liegt.

(Bild:  © onephoto/stock.adobe.com)
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DARUM GEHT'S

Conversational User Interfaces (CUIs): Digitale Vertriebsoberflächen, bei denen die Interaktion über natürliche Sprache erfolgt. Der Nutzer beschreibt sein Anliegen, die KI interpretiert die Anforderungen und liefert passende Informationen, Empfehlungen oder führt die gewünschte Aktion direkt aus.

Reduktion fachlicher Komplexität: Der eigentliche Mehrwert von CUIs liegt darin, komplexe fachliche Anforderungen unmittelbar zu verstehen. Gerade im B2B kennen Anwender oft ihr Problem, nicht aber das passende Produkt. Künstliche Intelligenz übersetzt Beschreibungen in strukturierte Suchparameter und macht aus der Produktsuche eine bedarfsorientierte Lösungsfindung.

Vom Produktkatalog zum Lösungsassistenten: CUIs ergänzen bestehende Oberflächen und entfalten den höchsten Nutzen als Berater, Produktexperte und Service-Assistent über den gesamten Customer Lifecycle hinweg.

Generative KI und intelligente Kommunikationskonzepte verändern den digitalen Handel grundlegend. Während sich die erste Generation von E-Commerce-Systemen darauf konzentrierte, Produkte möglichst effizient auffindbar zu machen, rückt nun eine andere Frage in den Mittelpunkt: Wie können digitale Vertriebskanäle Kunden dabei unterstützen, komplexe Anforderungen zu formulieren und schneller zur passenden Lösung zu gelangen?

Genau hier setzen Conversational User Interfaces (CUIs) an. Im Gegensatz zu klassischen Benutzeroberflächen erfolgt die Interaktion nicht mehr primär über Navigation, Kategorien oder Filter, sondern über natürliche Sprache. Nutzer beschreiben ihr Anliegen, die KI interpretiert die Anforderungen und liefert passende Informationen, Produktempfehlungen oder führt direkt die gewünschte Aktion aus.

Gerade im B2B-Commerce liegt darin enormes Potenzial. Allerdings nicht aus den Gründen, die häufig diskutiert werden.

Ein Conversational Interface verbindet Produktdaten mit Fachwissen und wird damit zum digitalen Produktexperten.

Erik Wend, Geschäftsführer von Wendweb

Der eigentliche Mehrwert liegt nicht in der Navigation

Moderne Shopsysteme verfügen bereits über leistungsfähige Suchfunktionen, intelligente Filter und gut strukturierte Navigationskonzepte. Wer eine konkrete Artikelnummer oder ein bekanntes Produkt sucht, erreicht sein Ziel meist schneller über das Suchfeld als über einen Dialog mit einem KI-Assistenten.

Ein Conversational User Interface, das lediglich Navigation oder Produktsuche ersetzt, schafft daher häufig nur begrenzten Mehrwert und kann die User Experience sogar verschlechtern. Die eigentliche Stärke liegt an anderer Stelle: in der Reduktion fachlicher Komplexität.

B2B-Commerce folgt anderen Regeln als B2C-Commerce

Im B2B treffen Einkäufer und Fachanwender häufig auf Produktkataloge mit mehreren zehntausend bis hin zu Millionen von Artikeln. Hinzu kommen technische Spezifikationen, Varianten, Zertifizierungen, individuelle Preisvereinbarungen, Vertragskonditionen sowie unterschiedliche Anforderungen von Einkauf, Konstruktion, Produktion und Service. Dadurch entstehen Informationsbedürfnisse, die klassische Navigation nur eingeschränkt adressieren kann.

Vor allem aber kennen viele Anwender zwar ihr Problem – nicht jedoch das konkrete Produkt, das dieses Problem löst.

Während klassische Shops den Nutzer über Kategorien, Filter und Produktlisten führen, können Conversational User Interfaces komplexe Anforderungen unmittelbar interpretieren.

Statt sich durch zahlreiche Produktgruppen zu navigieren, formuliert der Anwender beispielsweise: „Ich suche einen pneumatischen Druckregler für 8 bar, lebensmitteltauglich, mit FDA-Zulassung und einer Lieferzeit unter zwei Wochen.“

Die künstliche Intelligenz übersetzt diese fachliche Beschreibung unmittelbar in strukturierte Suchparameter und identifiziert passende Produkte. Aus einer Produktsuche wird eine bedarfsorientierte Lösungsfindung.

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