ECommerce Masterminds Podcast High Noon im E-Commerce: So geht Sichtbarkeit 2026

Das Gespräch führte Heiner Sieger 6 min Lesedauer

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Franziska Kunz, Digital Business Analyst bei dotSource, erklärt entscheidende Wendepunkte für Marken: Wie Sichtbarkeit in KI Outputs gelingt, Agentic Commerce startet und warum Daten, Architektur und Content über Wachstum entscheiden.

(Bild:  © Alexander/stock.adobe.com)
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DARUM GEHT'S

Künstliche Intelligenz verändert Suche, Sichtbarkeit und Kaufentscheidungen: AEO/AI‑SEO, EEAT und strukturierte Daten werden zum Pflichtprogramm.

Agenten Commerce startet mit Versorgungskäufen: Entscheidend sind Datenqualität und flexible Systemarchitekturen.

Vertrauen schlägt Hype: Branding, relevanter Content und Security Kultur werden zum Wettbewerbsvorteil.

Wie arbeitet eine Digital Business Analystin bei dotSource – und worauf schauen Sie zuerst?

Franziska Kunz: Ich filtere aus vielen Hypes die wenigen Trends heraus, die für Unternehmen wirklich geschäftsrelevant sind. Dafür spreche ich mit Entscheiderinnen und Entscheidern aus B2B und B2C, mit unseren Fachteams für E‑Commerce, Marketing Automation, KI, Digital Marketing und Produktdaten sowie mit Analystenhäusern. Aus Interviews, Zahlen und Use Cases entsteht ein Lagebild: Welche Entwicklungen zahlen auf Umsatz, Effizienz und Risikoabwehr ein – und welche lenken nur ab? Konstante Prioritäten bleiben Datenqualität, belastbare Architekturen und Change‑Fähigkeit. Technologie wirkt nur, wenn Kultur, Prozesse und Skills mitziehen.

Wer in KI‑Antworten vorkommen will, braucht strukturierte Daten, klare FAQs, eindeutige Entitäten und EEAT – Erfahrung, Expertise, Autorität, Trust – also Vertrauenswürdigkeit. Branding ist da kein Beiwerk: KI greift bevorzugt auf konsistente, glaubwürdige Quellen zu.

Franziska Kunz, Digital Business Analyst bei dotSource

Sie haben wieder am Handelskraft‑Trendbuch 2026 „High Noon“ mitgeschrieben – wir recherchieren Sie die Trends?

Franziska Kunz: Aus vielen Gesprächen mit Marktteilnehmern bauen wir ein großes digitales Themenboard, gleichen es mit externer Forschung ab und kuratieren daraus die Storyline. Jede These braucht Belege: Daten, Best Practices, Management‑Summaries für verschiedene Rollen. Manche Themen sind spitz – etwa „unhinged Marketing“, das nicht überall passt. Andere sind Dauerbrenner: „Erst Daten aufräumen, dann KI skalieren.“ Handelskraft ist jedenfalls mehr als das Buch – Blog, Konferenz und Podcast liefern laufend Tiefenbohrungen; das Buch bündelt die Essenz.

„High Noon“ – warum dieser Titel?

Franziska Kunz: High Noon ist der Wendepunkt des Tages. Wörtlich „hoher Mittag“ – der Moment, an dem Erfahrungen und Optionen zusammenkommen und eine Entscheidung fällig ist. Uns geht es nicht um ein Duell wie im gleichnamigen Western, sondern um Richtungssicherheit. Was wiederhole ich, was ändere ich, was lasse ich? Der Blick zurück liefert Lernkurven, der Blick nach vorn Prioritäten. Aus dieser Balance entstehen tragfähige Roadmaps.

Hören Sie sich das ausführliche Interview mit Franziska Kunz in unserem ECOMMERCE MASTERMINDS PODCAST an

Eines der heißen Themen: Sichtbarkeit neu denken. Was bedeutet AEO/AI‑SEO konkret für Marken?

Franziska Kunz: Wir optimieren nicht mehr nur für Menschen, sondern auch für Maschinen. Wer in KI‑Antworten vorkommen will, braucht strukturierte Daten, klare FAQs, eindeutige Entitäten und EEAT – Erfahrung, Expertise, Autorität, Trust – also Vertrauenswürdigkeit. Branding ist da kein Beiwerk: KI greift bevorzugt auf konsistente, glaubwürdige Quellen zu. Gleichzeitig gelten SEO‑Grundsätze weiter. Der Unterschied: Suche wird dialogisch, Social Search über TikTok & Co. wächst, und viele Anfragen enden, ohne dass jemand noch auf die Website klickt.

Was heißt das für Content‑Strategien im E‑Commerce?

Franziska Kunz: Relevanz schlägt Masse. KI macht Produktion einfach, doch Sichtbarkeit entsteht durch differenzierten, belegbaren Nutzen. Zeigen Sie echte Expertise – Autorinnen und Autoren mit Profil, Referenzen, Studien – statt Claims. Pflegen Sie Produkt‑, Preis‑, Bestands‑ und Standortdaten so, dass Antworten belastbar sind. Hilfreich sind Formate, die Menschen und Maschinen verstehen: How‑tos, Vergleichsmatrizen, präzise FAQs, strukturierte Glossare. Wichtig ist die Disziplin in der Content‑Supply‑Chain: klare Verantwortungen, Versionierung, Qualitätssicherung.

DIE GESPRÄCHSPARTNERIN

Franziska Kunz ist Digital Business Analyst bei dotSource. Seit mehr als acht Jahren identifiziert sie relevante Trends an der Schnittstelle von Commerce, Operations und Technologie. Sie prägt das Handelskraft Trendbuch der Agentur, die seit 20 Jahren Unternehmen bei der digitalen Transformation begleitet.

DotSource – Trendbuch – 2026 – High Noon – Sichtbarkeit – E-Commerce Masterminds Podcast
(Bild: DotSource)

Agenten‑Commerce: Was kommt zuerst – und wo lohnt für Händler der Einstieg?

Franziska Kunz: Zuerst gewinnen Versorgungskäufe: „Ladekabel jetzt reservieren, heute in Berlin abholen.“ Das funktioniert bald agentisch. Dafür brauchen Händler aktuelle Bestände, Öffnungszeiten, Abholprozesse und verlässliche Standortdaten über saubere Schnittstellen. Einstiegspunkte sind Click‑&‑Collect, einfache Nachkäufe, Abo‑Modelle. Geschenk‑ oder Stilkäufe bleiben oft beratungsintensiv. Entscheidend ist ein Reality‑Check: Für welche „Jobs to be done“ bringt Automatisierung echten Mehrwert – Zeit, Komfort, Verfügbarkeit?

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