gesponsertIhr Vorsprung im KI-gesteuerten Markt Agentic Commerce: Was europäische Einzelhändler über die KI-gesteuerte Zukunft des Einkaufens wissen sollten

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Beim Agentic Commerce handeln autonome KI-Agenten im Namen von Käufern oder Unternehmen und finden, vergleichen und kaufen Produkte eigenständig. Das Potenzial ist immens, der Hype auch. Händler sollten sich daher jetzt mit dem Thema auseinandersetzen.

(Bild:  Unzer Group GmbH)
(Bild: Unzer Group GmbH)

Vom Suchen zum autonomen Einkaufen

Wie viele Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz ist Agentic Commerce derzeit geprägt von verheißungsvollen Ankündigungen. Doch der Hype ist nicht ganz unbegründet: KI-Agenten könnten das Online-Shopping grundlegend umgestalten.

Die Idee: Intelligente Agenten übernimmt den gesamten Einkaufsprozess im Auftrag des Menschen. Anstatt dass eine Person manuell Produktlisten durchsucht, kann ein KI-Agent den gesamten Prozess übernehmen. Ein Nutzer äußert beispielsweise einfach sein oder ihr Bedürfnis in natürlicher Sprache, etwa nach Laufschuhen unter hundert Euro, die noch heute geliefert werden können. Der Agent durchsucht daraufhin Händler, vergleicht Produkte, bewertet Lieferoptionen, wählt die beste Lösung aus und schließt den Kauf ab.

Auf den ersten Blick mag Agentic Commerce wie eine Weiterentwicklung bereits existierender Tools erscheinen. Chatbots können Fragen beantworten und Kunden unterstützen, Suchmaschinen helfen bei der Produktsuche. Doch der Unterschied zwischen diesen Systemen und autonomen Agenten ist erheblich.

Traditionelle Chatbots sind reaktiv: Sie beantworten Fragen, führen durch vordefinierte Abläufe oder helfen bei kleinen Aufgaben wie Sendungsverfolgungen oder der Suche nach Produkten. Die Entscheidungsfindung verbleibt aber immer noch beim Nutzer.

Agentic Commerce funktioniert anders. KI-Agenten können Ziele interpretieren, Handlungen planen und Aufgaben eigenständig erledigen. Anstatt eine Produktliste zu präsentieren und auf eine Entscheidung zu warten, bewertet der Agent die Optionen selbst und wählt diejenige aus, die am besten zu den Präferenzen, dem Budget und den Lieferanforderungen des Nutzers passt.

Was das für Kunden und Händler bedeutet

Für Käufern verspricht dies ein wesentlich einfacheres Einkaufserlebnis. Online-Shopping kann oft überwältigend sein: Unzählige Produktlisten, Bewertungen und Vergleichsseiten führen zu Entscheidungsüberdruss. KI-Agenten haben das Potenzial, einen Großteil dieser Komplexität zu beseitigen, indem sie die „schwere Arbeit“ übernehmen. Shopping wird damit schneller, persönlicher und bequemer. Statt durch Dutzende Tabs zu wechseln, teilen Konsumenten einfach ihre Absicht mit und überlassen dem Agenten alles Weitere.

Für Händler sind die Auswirkungen komplexer. Agentic Commerce bietet zwar auch für sie attraktive Vorteile: Es können neue Trafficquellen erschlossen, die Produktfindung vereinfacht und Kaufprozesse reibungsloser gestaltet werden. Wenn KI-Agenten Konsumentenbedarfe effizient mit dem Produktangebot abgleichen, können die Conversion Rates steigen und die Marketingkosten sinken.

Gleichzeitig bestehen berechtigte Sorgen bezüglich Sichtbarkeit und Kontrolle: Wenn KI-Agenten zunehmend Produktsuche und Kaufentscheidungen übernehmen, konkurrieren Händler nicht mehr primär um die Aufmerksamkeit von Menschen, sondern um die algorithmische Auswahl durch KI. Entscheidend für den Erfolg ist künftig, wie gut Produkte durch strukturierte Daten repräsentiert sind und wie leicht KI-Systeme darauf zugreifen und diese bewerten können.

Was Händler tun müssen

Damit KI-Agenten mit dem Onlineshop eines Händlers interagieren können, muss dieser Shop maschinenlesbar werden. Der erste Schritt ist, Produktkataloge in strukturierten, maschinenlesbaren Formaten bereitzustellen. Produktinformationen dürfen sich nicht mehr nur an menschliche Besucher auf Webseiten richten, sondern müssen über APIs oder Datenfeeds direkt für KI-Systeme zugänglich und interpretierbar gemacht werden.

Produktdetails, Preise, Verfügbarkeiten und Lagerbestände sollten in einem konsistenten Format und in Echtzeit aktualisiert strukturiert werden. Nur so können KI-Agenten die Angebote eines Händlers zuverlässig durchsuchen und bewerten.

Darüber hinaus müssen Händler neue technische Protokolle integrieren, die KI-Agenten die Interaktion mit ihren Systemen ermöglichen. Diese Protokolle regeln beispielsweise, wie Agenten Produkte suchen, Artikel in den Warenkorb legen, den Checkout einleiten oder Bestellbestätigungen erhalten. Deren Implementierung erfordert neue Schnittstellen, Authentifizierungsmechanismen und Sicherheitskontrollen im Backend des Händlers.

Auch beim Thema Zahlung müssen Händler umdenken. KI-Agenten sollten keinen Zugriff auf sensible Zahlungsdaten wie Rohkartendaten haben – stattdessen setzt man auf tokenisierte Zahlungssysteme. Tokenisierung ermöglicht es dem Agenten, eine Transaktion mit einem sicheren Zahlungstoken statt mit den eigentlichen Kartendaten durchzuführen, sodass sensible Informationen geschützt bleiben.

Warum Europa noch wartet

Selbst wenn ein Händler sämtliche technische Komponenten erfolgreich umgesetzt hat, bleibt eine letzte und häufig übersehene Hürde: die Verfügbarkeit von Plattformen. Wirklich agentengesteuerter Online-Handel ist derzeit stark auf große KI-Plattformen wie ChatGPT oder Googles Gemini angewiesen – sie bilden die Schnittstelle zwischen Nutzern und KI-Agenten.

Derzeit sind diese Chat-basierten Kaufprozesse nur in den USA möglich. Regulatorische Komplexität rund um Zahlung, Verbraucherschutz und Datenschutz erschwert den europäischen Markt. Das Ergebnis: Viele europäische Händler, die technisch bereits vorbereitet sind, finden sich in einer paradoxen Lage – ihre Systeme sind bereit, aber die notwendigen Plattformen sind noch nicht verfügbar.

So kann ein Händler zwar Kataloge bereitstellen, Agentenprotokolle integrieren und tokenisierte Zahlungssysteme aufsetzen – an Programmen wie „Instant Checkout“ innerhalb von KI-Oberflächen kann er außerhalb der USA aber noch nicht teilnehmen. Händler in der EU können Transaktionen also bislang nicht vollständig innerhalb von KI-Umgebungen abschließen.

Somit entsteht eine merkwürdige Realität: Technisch vorbereitete Händler haben die Infrastruktur gebaut, müssen aber noch warten, bis das Ökosystem nachzieht.

Vorbereitung auf eine agentengesteuerte Zukunft

Trotz dieser Einschränkungen sollte Agentic Commerce nicht als reiner Hype abgetan werden. Die Richtung ist klar: KI-Agenten beginnen, die Mechanismen des Handels grundlegend zu verändern.

Kurzfristig können Händler und Zahlungsanbieter pragmatische Zwischenlösungen erproben. Eine Möglichkeit ist, Produktkataloge KI-Systemen zugänglich zu machen, sodass Agenten Produkte zumindest auffinden und empfehlen können, selbst wenn der Checkout noch auf klassischen Webseiten stattfindet. Ebenso können Nutzer gezielt von KI-Oberflächen auf externe Checkout-Prozesse umgeleitet werden, wenn die Transaktion nicht direkt vom KI-Agenten abgeschlossen werden kann.

Gleichzeitig sollte die Infrastruktur an aufkommende Agentic-Commerce-Protokolle angepasst und sichergestellt werden, dass Zahlungssysteme mit tokenbasierten, agentengesteuerten Transaktionen kompatibel sind. Auch regulatorische Entwicklungen wie PSD3 könnten künftig regeln, wie autonome Agenten Zahlungen im europäischen Finanzsystem sicher anstoßen können.

Agentic Commerce ist in Europa noch nicht voll funktionsfähig, doch die Grundlagen werden geschaffen. Es entstehen neue Standards, die Infrastruktur entwickelt sich weiter und Händler beginnen, sich darauf einzustellen.

Für Händler ist die wichtigste Erkenntnis: Die Vorbereitung muss jetzt beginnen.

Über Pascal Beij

Pascal Beij verantwortet als Chief Commercial Officer (CCO) maßgeblich die Umsetzung der Wachstumsstrategie von Unzer. Unter seiner Führung entwickelt das Unternehmen ein integriertes Ökosystem, das Händler entlang der gesamten Zahlungsabwicklung begleitet und ihre digitale Transformation gezielt vorantreibt. Im Fokus stehen nahtlose, einfach integrierbare Zahlungs- und Softwarelösungen, die Unternehmen dabei unterstützen, Prozesse zu digitalisieren und flexibel auf veränderte Kundenerwartungen zu reagieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf branchenspezifischen Lösungen, mit denen Unzer insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen stärkt.

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