Intralogistik E-Commerce im Peak: Mit Edition GO schneller live

Das Gespräch führte Heiner Sieger 4 min Lesedauer

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Andreas Schellmann, Director Product Management bei der PSI Software SE Business Unit Logistics, über standardisierte Retail-Prozesse, konfigurierbare Workflows und sichere Roll-outs – und wie das Lager in der Hochsaison stabil bleibt.

(Bild:  © Nick Freund/stock.adobe.com)
(Bild: © Nick Freund/stock.adobe.com)

DARUM GEHT'S

KI-gestützte Batch-Optimierung und digitale Zwillinge: Steigern Effizienz, senken Wege und machen Roll-outs kalkulierbar.

Cloud-first-Architekturen mit No- und Low-Code: Verkürzen Einführungszeiten und erleichtern Automatisierungsanbindung.

Edition GO: Mit 26 vordefinierten Retail-Prozessen bildet sie einen schnellen, skalierbaren Einstieg – ausbaubar zu FLEX und PRO.

Sie sind auf der LogiMAT 2026 mit mehreren Neuheiten vertreten.  Woran arbeiten Sie aktuell mit höchster Priorität?

Andreas Schellmann: Im Mittelpunkt stehen drei Stränge: Erstens unsere Edition GO für Retail und E-Commerce mit 26 vordefinierten, sofort nutzbaren Prozessen. Zweitens KI-gestützte Assistenten – bis hin zur Batch-Optimierung, für die wir im  Vorjahr ausgezeichnet wurden. Drittens ein klarer Cloud-first- Ansatz, der Roll-outs und Betrieb vereinfacht und Automatisierung reibungslos anbindet

Welche WMS-Innovationen erleben Besucherinnen und Besucher konkret – auch in Bezug auf No- und Low-Code?

Andreas Schellmann: Edition GO bietet einen standardisierten, cloudbasierten Einstieg: vom Wareneingang bis zur Retoure, ohne aufwendiges Customizing. Wer mehr Flexibilität braucht, wächst mit FLEX – dort konfigurieren wir Prozesse bedarfsgerecht. In PRO adressieren wir hochautomatisierte Umgebungen. No- und Low-Code beschleunigen Anpassungen, entlasten die IT und halten Governance ein: Vorgaben bleiben verbindlich, Varianten sind kontrollierbar.

Mit welchen KPIs verbessern Sie die Lagerlogistik messbar?

Andreas Schellmann: Zentrale Hebel sind kürzere Wege, höhere Pick-Performance, mehr Durchsatz und eine geringere Fehlerquote. Unsere AI für das Batch-Building optimiert Kommissionierlisten – ein- wie zweistufig. Sie berücksichtigt Topologie, Prioritäten, Ressourcenauslastung und Versand-Cut-offs. In Projekten sehen wir deutliche Einsparungen; als Referenz nennt PSI etwa bis zu rund 30 Prozent kürzere Wege und bis zu gut 20 Prozent Effizienzgewinn bei der Kommissionierung. Das bestätigt die Auszeichnung unserer Batch AI auf der LogiMAT 2025.

DER GESPRÄCHSPARTNER

Andreas Schellmann ist Director Product Management bei der PSI Software SE Business Unit Logistics. Er verantwortet die Produktstrategie für PSIwms und angrenzende Lösungen in der Intralogistik. PSI Software SE mit Hauptsitz in Berlin entwickelt Software für Produktion, Energie und Logistik.

Warehouse Management System – WMS – PSI
(Bild: PSI)

Wie erleichtern Ihre Neuerungen Roll-outs und den Betrieb automatisierter Anlagen?

Andreas Schellmann: Wir liefern als Cloud-Service, zentral gemanagt, sicher betrieben und kontinuierlich aktualisiert. Kunden durchlaufen standardisierte Roll-out-Zyklen und bleiben stets aktuell – ohne Einbußen bei Stabilität oder Compliance. APIs und vorkonfigurierte Konnektoren beschleunigen die Anbindung von Fördertechnik, Regalbediengeräten oder AMR. Das reduziert Projektlaufzeiten und Risiko.

Welche Zielarchitektur empfehlen Sie für 2026 und die Folgejahre?

Andreas Schellmann: Cloud-orientierte, skalierbare Architekturen mit klaren Compliance-Geländern. Viele Kunden kommen aus On-Premise, sind heute hybrid unterwegs und priorisieren nun Cloud-first. Wir achten auf EU-Datenräume, Security by Design sowie die Vorbereitung auf NIS-2 und die Anforderungen des EU AI Act. On-Premise bleibt dort sinnvoll, wo Latenz, Abhängigkeiten oder Policies es erfordern – orchestriert in einer konsistenten Gesamtarchitektur.

Können Kunden Szenarien vorab testen – etwa neue Kommissionierstrategien oder Wege-Layouts?

Andreas Schellmann: Ja. Wir nutzen digitale Zwillinge der operativen Umgebung. Unternehmen simulieren Varianten realitätsnah, vergleichen KPIs, identifizieren Engpässe und leiten A/B-Tests ab – ohne Produktionsrisiko. Erst wenn der Nutzen belegt ist, überführen wir die Änderungen in den Livebetrieb. Das fördert schnelle, fundierte Entscheidungen.

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