Bei der Entwicklung von neuen Verpackungslösungen nimmt Nachhaltigkeit aktuell einen hohen Stellenwert ein. Die Anbieter reagieren mit Einbindung moderner Technologien und umweltfreundlichen Polstermaterialien, Umverpackungen und der Einrichtung von Kreislaufsystemen. Hinzu kommt der Trend zur Individualisierung von Verpackungen.
(Bild: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH)
Intelligente Lösungen für die aktuellen Anforderungen in der Versandfertigung – damit überzeugen die Hersteller im Bereich Verpackung und Verpackungsmaschinen auf der LogiMAT 2024. Unter dem Messemotto „Shaping Change together – Sustainability – AI – Ergonomics“ präsentieren die Aussteller aus dem Verpackungsbereich ihre jüngsten Produktentwicklungen für effiziente und nachhaltige Versandfertigung. Dabei legt das Gros der Aussteller das Produktangebot weiter auf Umverpackungen von Kleinteilen und die Losgröße 1 aus. Zudem bleibt der Trend zur Individualisierung von Verpackungen und einem entsprechenden Zuschnitt der Verpackungssysteme prägend. In der Produktentwicklung nimmt angesichts der Marktforderungen überdies das Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert ein. Bei den Neuvorstellungen auf der LogiMAT umfassen die Nachhaltigkeitsaspekte insbesondere die verwendeten Werkstoffe für Schutz- und Füllmaterial, Umverpackungen und Ladungsträger sowie die Einrichtung von (Mehrweg-)Kreislaufsystemen.
Michael Ruchty vom Messeveranstalter Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH erklärt: „Nachhaltigkeit bei starkem Versandhandelsaufkommen fordert soweit wie möglich den Verzicht auf Plastik, angemessene Paketgrößen mit möglichst wenig ungenutztem Volumen und Verpackungsmaterial, das sich gut recyceln lässt. Produzenten, Handel und Dienstleister müssen sich auf entsprechenden Druck ihrer Kunden einstellen und neue Lösungen in ihre Versandfertigungsprozesse integrieren. Über die dafür gebotenen Optionen zeigen die internationalen Aussteller auf der LogiMAT in Halle 4 einen umfassenden Überblick.“
Breites Spektrum an Verpackungslösungen
Im Bereich Eingang Ost zeigen mehrere Aussteller mit Ihren Exponaten das breite Spektrum der Lösungsoptionen auf, dass die Verpackungshersteller und Unternehmen der Verpackungstechnik bieten. Das beginnt bei industriell gefertigten, maßgeschneiderten Industrieverpackungen aus Holz für internationale Großkunden. Mit einem Bedarf ab rund 500 Kisten pro Monat können sie mit direkter IT-Anbindung an den Hersteller die Produktion und Anlieferung der Industrieverpackungen selbst steuern.
Ein weiterer Aussteller präsentiert dort neue Verpackungslösungen aus Wabenpappe. Daneben wird als umweltfreundliche Alternative zur üblichen Folienverpackung eine semiautomatische Verpackungsmaschine für den Versand in Standard-Papiertüten vorgestellt. Die Verpackungsmaschine verarbeitet individuelle Tütengrößen, Markentüten und verschiedene Papierqualitäten. Bereitstellung der Tüten, automatische Adressetikettierung und das automatische Öffnen beziehungsweise Verschließen der Tüte erfolgen in einem koordinierten Prozess. Eine Systemnähmaschine verschließt den Umschlag automatisch.
Ladungsträger für Mehrwegkreisläufe
Von den Ausstellern in Halle 4 werden Neuentwicklungen unter anderem im Bereich des klassischen Ladungsträgers, dem Behälter vorgestellt, der vielfach die Basis für Mehrwegkreisläufe bildet. Ein neuer, komprimierter Intralogistikbehälter vereint die konstruktiven Vorzüge eines starren AKL-Behälters mit den logistischen Vorteilen eines klappbaren Behälters. Die Behälterserie wurde speziell für den Einsatz im AKL und in Shuttlesystemen entwickelt. Besonderheit: Das Volumen des Behälters soll sich um 70 Prozent reduzieren lassen, um diesen platzsparend zu lagern und zu transportieren. Für den Einsatz im AKL wird der komprimierte Behälter vollautomatisch aufgerichtet und zum starren AKL-Behälter.
Als weitere Neuheit wird in Halle 4 ein wiederverwendbares, reparierbares und schließlich recyclebares Mobiles Transport System (MTS) präsentiert. Der Mehrweg-Behälter besteht zu mindestens 70 Prozent aus wiederaufbereiteten Kunststoffen und soll klassische Paletten-Lösungen sowie konventionelle Gitterboxen und Einwegverpackungen aus Karton oder Folie ersetzen. Für Lagerung und Transport getrennter Güter in verschiedenen Containertypen, für lose Güter in einem Schüttgut-Sleeve und für gemischte Güter wird in Halle 4 zudem eine neue Dolly-Basis gezeigt. Das Rollcontainersystem ist auf Waren unterschiedlicher Beschaffenheit innerhalb einer Lieferkette ausgerichtet. Dabei sollen Eigengewicht und die Stellfläche des Ladungsträgers einen Einsatz in allen Fahrzeugtypen, selbst in kleineren Sprinter-Transportern ermöglichen.
Stand: 16.12.2025
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Verpackungslösungen: Kombi-Maschinen mit Kartonaufrichter
Markante Neuentwicklungen sind zudem bei den Verpackungsmaschinen zu entdecken. So wird eine Füll- und Verschließmaschine für E-Commerce-Anwendungen ausgestellt, die bis zu 100 Beutelpackungen pro Stunde verarbeitet. Etikettendruckspender für separate Etiketten oder Thermotransferdrucker für einen direkten Druck auf den Beutel sind in die Maschine integriert. Die Beutellänge kann individuell an die zu verpackenden Produkte angepasst werden, um mit perfekter Größe kein Material zu verschwenden. Als Verpackungsmaterial kann die Maschine Schlauchfolie, Beutel von der Rolle und Papier verarbeiten. Eine weitere ausgestellte Verpackungsmaschine kombiniert einen Mehrgrößen-Kartonaufrichter und einen Kartonverschließer mit Höhenreduktion.
Beide Module können als Stande-alone oder als einheitliche Verpackungsstation eingesetzt werden. Als Verschlussstreifen wird eine nachhaltige, wasseraktivierte Klebebandtechnologie angeboten. Darüber hinaus wird in Halle 4 in der Live-Demonstration eines kompletten operativen Prozessaufbaus eine neue automatisierte, auf Maß produzierende Verpackungslösung gezeigt. Mit einem Durchsatz von 600 Paketen pro Stunde soll das System alle sechs Sekunden einen jeweils maßgerechten, aufgestellten und auf der Unterseite bereits verklebten Karton bereitstellen.
Verpackungslösungen: Einsatz von Schmelzklebstoff
Weitere Innovationen zeigen unter anderem den Einsatz von Schmelzklebstoff-Lösungen, sogenannten Hotmelts. Sie werden für maßgeschneiderte Kartons und Umschläge vorgestellt, die exakt auf die zu verpackenden Produkte abgestimmt sind. Ein weiteres Einsatzgebiet sind gestapelte Waren beim Transport auf Paletten, die laut Hersteller per Hotmelts ohne Kunststofffolien stabilisiert werden können. Bei den Füllmaterialien gibt es mehrere Alternativen zu Kunststoff-Luftpolstern, Flocken aus expandiertem Polystyrol oder etwa Knüllpapier zu entdecken. So werden verschiedene nachhaltige Polsterkissen aus Altkartons vorgestellt. Großkunden können gleich auch die Maschinen zur Eigenproduktion der Verpackungspolster ordern. Überdies präsentieren mehrere Hersteller neuartige, nachhaltige Luftpolsterfolie aus bis zu 100 Prozent recyceltem Papier.
Einen Blick in die Zukunft von Verpackung und Versand wagen im messebegleitenden Rahmenprogramm der LogiMAT 2024 am ersten Messetag die Teilnehmer eines Expert Forums im Atrium Eingang Ost. Unter der Moderation von Sandra Lehmann, Redakteurin der Fachzeitschrift Logistik Heute, steht dort das Thema „Digitale Verpackung: Wenn das Paket mitdenkt“ auf der Agenda. „Mit den auf der LogiMAT 2024 vorgestellten aktuellen Verpackungslösungen erweisen sich die Aussteller als maßgebliche Wegbereiter für mehr Nachhaltigkeit und Effizienz in der Versandfertigung. Damit bietet die LogiMAT dem internationalen Fachpublikum auch in diesem Jahr wieder vielfältige Inspirationen für zukunftsfähige Investitionen im Verpackungsbereich“, sagt Messeleiter Ruchty.
Die LogiMAT gilt als weltweit größte Fachmesse für Intralogistik-Lösungen.
(Bild: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH)
Auf der LogiMAT, Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement präsentieren die Aussteller aller Produktsegmente dem Fachpublikum zahlreiche Neu- und Weiterentwicklungen für effiziente Intralogistik. Bereits im Vorfeld der Messe wurden rund 100 Premieren und Neuvorstellungen angekündigt, darunter zahlreiche exklusive Welt- und Europapremieren.