Wettbewerbsvorteil durch Pricing-Algorithmen Dynamic Pricing: In drei Schritten vom manuellen Prozess zur Automatisierung

Ein Gastbeitrag von Dr. Markus Husemann-Kopetzky 5 min Lesedauer

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Der E-Commerce in Deutschland legt seine Preise noch immer häufig manuell fest – obwohl moderne Technologien wie künstliche Intelligenz zur Verfügung stehen. So klappt's mit Dynamic Pricing.

(Bild:  © Miha Creative/stock.adobe.com)
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DARUM GEHT'S

Status quo vs. Potenzial: Trotz verfügbarer KI-Technologien werden Preisentscheidungen im deutschen Handel Ende 2025 noch zu 76 Prozent manuell getroffen, was zu massiven Ineffizienzen führt.

Fehlendes Vertrauen: Obwohl viele Unternehmen bereits künstliche Intelligenz nutzen, werden automatisierte Preisvorschläge oft manuell überschrieben – ein Zeichen für mangelnde Akzeptanz datengetriebener Entscheidungen.

Strategischer Lösungsweg: Ein dreistufiges Implementierungsmodell – von der Kontrolle über intelligente Filter bis zur strategischen Steuerung – ermöglicht den schrittweisen Kulturwandel hin zum automatisierten Dynamic Pricing.

Die deutschen Handelsunternehmen befinden sich in einem Paradoxon: Sie verfügen über moderne Technologien und künstliche Intelligenz, treffen ihre Preisentscheidungen aber mehrheitlich noch immer manuell. Eine kürzlich erhobene Studie des Price Management Institutes offenbart 1: Mehr als die Hälfte der über 200 befragten Führungskräfte im E-Commerce und Handel sehen Optimierungspotenziale in einer manuellen und intransparenten Preissetzung.

Wer Dynamic Pricing einführen möchte, muss nicht von heute auf morgen alle Prozesse umstellen.

Dr. Markus Husemann-Kopetzky, Gründer und Geschäftsführer des Price Management Institute

Der Status quo: Manuell, zeitaufwändig, ineffizient

Die Zahlen sind eindeutig: 76 Prozent aller Preisentscheidungen erfordern noch manuelle Eingriffe durch Mitarbeiter. Noch drastischer wird das Bild beim Blick auf die Unternehmen insgesamt – 84 Prozent setzen Preise zumindest teilweise manuell.

Besonders bemerkenswert ist die Rolle von Excel in der Preislandschaft deutscher Handelsunternehmen. Zwei Drittel (66 Prozent) der befragten Führungskräfte nutzen Excel für Preisentscheidungen, jedes achte Unternehmen sogar ausschließlich. Diese Abhängigkeit von Tabellenkalkulation ist nicht nur ein Symptom von mangelnder Digitalisierung, sie ist auch ein erhebliches Effizienz- und Sicherheitsrisiko.

Doch Excel ist nicht das einzige Problem. Viele Unternehmen haben eine fragmentierte IT-Landschaft entwickelt: 37 Prozent arbeiten täglich mit einem komplexen Pricing-System, das Eigenentwicklungen, externe Pricing-Software und Excel kombiniert. Diese Hybrid-Systeme schaffen Intransparenz, erhöhen die Fehlerquote und binden Ressourcen, die anderswo sinnvoller eingesetzt wären.

Ein weiteres überraschendes Ergebnis der Studie: In zwei Dritteln der befragten Unternehmen kommt bereits KI zum Einsatz. Doch die Implementierung ist halbherzig. 39 Prozent der automatisch vorgeschlagene Preisempfehlungen werden manuell überschrieben: Eine Quote, die die fehlende Akzeptanz und das mangelnde Vertrauen in datengetriebene Entscheidungen widerspiegelt.

1) Für die Studie wurden Ende 2025 mehr als 200 Führungskräfte aus Einzelhandel, Großhandel und E-Commerce befragt. Die Befragten kamen aus allen Branchen, darunter Lebensmittel- und Getränkehandel, Elektronikartikel, Computer, Wohnen und Heimwerken. Knapp jedes zehnte Unternehmen hat einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro.

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