Einkaufserlebnisse sind nicht mehr auf einen bestimmten Kanal beschränkt. Kunden kaufen heute über ganz unterschiedliche Kanäle – ob im Ladengeschäft, über eine E-Commerce-Website, bei einem Händler oder über das Smartphone. All diesen Anforderungen müssen Einzelhändler heute gerecht werden.
(Quelle: Wright Studio - Shutterstock)
Um die Vielfalt an den erforderlichen Frontend-Oberflächen im Omnichannel zu orchestrieren, bedarf es einer zentralen Steuerung der Auftragsverwaltung, zum Beispiel mithilfe eines Order Management Systems. Durch immer neue und stetig weiterentwickelte Einkaufskanäle wird es zunehmend komplex, ein durchgängiges Einkaufserlebnis zu gestalten. Basis ist die Orientierung an den Erwartungen und Vorlieben des jeweiligen Kunden. Und aus diesem kundenorientierten Ansatz ergeben sich neue Herausforderungen für Händler, die ihre Verkaufsplattformen über ein einziges Tool steuern möchten.
Auftragsverwaltung: Einkaufs- und Verkaufsprozesse mit OMS abbilden
Mit Hilfe eines Order-Management-Systems (OMS) wird zunächst das gesamte Repository eines Unternehmens zusammengeführt und sämtliche Einkaufs- und Verkaufsprozesse werden zentral für den Händler abgebildet. Ein modernes OMS verfügt über die Möglichkeit, das Verzeichnis nach eigenen Kategorien zu strukturieren und Varianten zu verwalten, zum Beispiel Attribute in der Mode, wie Größe oder Farbe, Verpackung, Sets und ergänzende/ähnliche Produkte, um das Cross- oder Up-Selling zu verbessern. Sowohl für Kunden als auch für Händler bietet dieses Angebot ähnlicher Artikel erheblichen Mehrwert. Das Repository lässt sich dann durch kundenspezifische Attribute und Multimedia-Objekte ergänzen. Unter Einsatz der Lösung können außerdem untypische Waren wie Geschenkkarten und -packungen verwaltet werden.
Auftragsverwaltung: Konsistenter Verkauf über alle Kanäle
Des Weiteren können Händler eine OMS-Lösung nutzen, um ihre Preispolitik zu gestalten. Sie legen die Verkaufspreise direkt auf Basis ihres Einkaufspreises fest, um ihre Margen zu kontrollieren. Sie können jederzeit Aktionspreise (oder Aktionsguthaben), die in ihrem Vertriebsnetz vorgegeben oder vorgeschlagen werden, für bestimmte Zeiträume festlegen und ihre Verkaufspolitik individuell durch Angebote zu Produktpaketen gestalten. Diese Angebote können für bestimmte Einkaufsbeträge oder -mengen und spezifische Kunden gelten.
Letztlich können Einzelhändler mit einer OMS-Lösung alle kanalübergreifenden Prozesse wie Store-to-Web, Web-to-Store, Click&Collect und E-Booking konsistent durchführen, eine Marketingstrategie zur Umsatzsteigerung umsetzen und die Kundenerfahrung optimieren, während sie zugleich die Kundenbindung stärken. Mit einem Payment Hub können zudem neue mobile Zahlungsmethoden eingesetzt werden, um so einzigartige und essentielle Kundenerlebnisse zu bieten.
Einsatz von Order-Management-Systemen in der Praxis
Ein marktführendes Handelsunternehmen für Kleidung und Schuhwaren hat sich im Rahmen seiner neuen Omnichannel-Strategie entschlossen, 5.000 Geräte in 900 Geschäften mit Comarch-Lösungen für den Einzelhandel auszustatten. In dem Order-Management-System von Comarch werden die Firmendaten kohärent gebündelt und alle Cross-Channel-Verkaufsprozesse (store-to-web, click-and-collect, e-reservation und ship-from-store) gesteuert – mit besonderem Augenmerk auf Optimierung von Einkaufserfahrungen der Kunden und Steigerung der Markenbindung durch neue Programme.
Die POS-Lösung Comarch POS ermöglicht dem Händler eine komplexe Verkaufsverwaltung: Damit liegen kundendefinierte Angebote und detaillierte Informationen zu Kundenpräferenzen und -bedürfnissen sowie zur Verfügbarkeit der Produkte jederzeit vor. Die mobile Version Comarch mPOS steht den Verkäufern in sämtlichen Ladenräumen zur Verfügung. Unabhängig von der stationären Kasse können sie bei Beratungsgesprächen mit Smartphone oder Tablet ihre Kunden rundum informiert beraten und sie auf Wunsch beim gesamten Omnichannel-Einkaufsprozess durchs Geschäft und die Online-Angebote begleiten.
Die Verwaltung von Lagerbeständen erfolgt in Comarch Store Back Office, welches sowohl in der stationären als auch mobilen Version Informationen über die Echtzeit-Verfügbarkeit der Produkte liefert. Gerade diese kanalübergreifende Information ist für die Einführung von Omnichannel essentiell.
Auftragsverwaltung: ERP-System versus Order-Management-System
ERP-Systeme sind bewährte und in vielen Branchen einsetzbare IT-Lösungen, welche die Prozesse von Händlern ganzheitlich steuern. Ein Order-Management-System bietet sich dagegen speziell für die Branche Einzelhandel an, wenn der Schwerpunkt auf die Steuerung verschiedener Einkaufskanäle und auf Maßnahmen zur Kundenbindung gelegt wird. Dann kann auch in eine bestehende ERP-Landschaft ein neues OMS integriert werden, welches sich ganz auf Customer Experience und Loyalty fokussiert. Voraussetzung ist nur, dass es sich um ein offenes, anbindungsfähiges und ganzheitlich einsetzbares Order-Management-System handelt. (sg)
Stand: 16.12.2025
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